Die Oldtimer-Auktion in Stuttgart hat etwa 1000 Zuschauer und Bieter angelockt. Welche Klassiker direkt versteigert wurden, wo nachverhandelt wird – und was sonst noch los war.
Die Auktionatoren haben gut zu tun bei der diesjährigen Oldtimer-Versteigerung auf der Retro Classics in der Stuttgarter Messehalle 1: Sie müssen die zahlreichen Bieter in der Halle und Online im Sekundentakt im Blick behalten. Nicht minder aufregend ist es für die Bieter: Nach jedem Gebot bleiben ihnen 15 Sekunden Zeit, um nachzulegen. Knapp 70 Fahrzeuge stehen zur Versteigerung an, bis zu 1000 Besucher verfolgen am Samstagnachmittag die fast dreistündige Auktion des Veranstalters Classicbid aus dem rheinland-pfälzischen Grolsheim. Zahlreiche Bieter waren im Saal, private und professionelle. Händler konnten zudem Online für die angebotenen Klassiker mitbieten. Die Versteigerung beginnt etwa bei der Hälfte des Preises, den sich der Besitzer als Erlös vorstellt.
Bei einigen Fahrzeugen wurde das Geschäft direkt während der Auktion besiegelt, weil mindestens die Summe geboten wurde, die der Besitzer erzielen wollte. Bei vielen anderen Klassikern kam das Gebot der Preisvorstellung zumindest so nahe, dass eine Einigung im Nachhinein zwischen Besitzer und Höchstbietendem gut möglich ist. Bis dahin ist der Zuschlag „unter Vorbehalt“ erfolgt.
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Platz 1 der Versteigerung
Das teuerste versteigerte Fahrzeug ist ein 911 SC Targa, Baujahr 1981, mit drei Vorbesitzern und 130 000 abgelesenen Kilometern (siehe Bild oben). Ein Händler, der sich Online an der Auktion beteiligte, bekam den Zuschlag. Der Hammer fiel bei 53 200 Euro, bei 200 Euro weniger lag die Preisvorstellung des Verkäufers. Der 911er „überzeugt durch den wertsteigernden Turbo-Look-Umbau und einen sehr gepflegten Gesamtzustand“, heißt es in der Fahrzeugbeschreibung.
Platz zwei der Versteigerung
Insbesondere bei Fahrzeug Nummer sechs schien es keine Frage zu sein, ob es den Besitzer wechseln wird. Schnell aufeinanderfolgend kamen die Gebote. Der Mercedes-Benz 280 SL von 1970 erbrachte 50 200 Euro und lag damit geringfügig über der Preisvorstellung von 50 000 Euro. Die „Pagode“ (W113), angeboten „als außergewöhnlich originales und selten genutztes Fahrzeug“, war damit das zweitteuerste versteigerte Fahrzeug des Nachmittags.
Platz drei der Versteigerung
Das Audi A4 Cabriolet 3.0 TDI, vor 21 Jahren gebaut, ist ein Youngtimer. Der Sechs-Zylinder-Diesel hat zwei Vorbesitzer, als besonders interessant gelten die Farbkombination graumetallic mit rotem Lederinterieur und der Allradantrieb. Mit 10 000 Euro wäre der Besitzer zufrieden gewesen, auf 14 600 Euro ist der Preis geklettert; ein Bieter in der Messehalle freut sich über seine Neuerwerbung.
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Versteigert zugunsten des Kinderhospizes
Eine besondere Aktion war mit dem letzten Fahrzeug der Auktion verbunden: Der Packard Six 1700, ein US-Klassiker von 1939, wurde für einen guten Zweck versteigert. 14 200 Euro hat der Reihensechszylinder in der Farbe havanna-beige erbracht. Der Erlös kommt dem Kinder- und Jugendhospiz Stuttgart zugute.