Die Polizei hat einen Tatverdächtigen festgenommen (Symbolbild). Foto: IMAGO/Fotostand

Nach Tagen der Ungewissheit gibt es neue Details im Fall des angegriffenen Kindes. Der mutmaßliche Täter wurde wiedererkannt und festgenommen.

Im Fall des auf seinem Schulweg angegriffenen Elfjährigen in Waiblingen (Rems-Murr-Kreis) haben Polizei und Staatsanwaltschaft am späten Donnerstagnachmittag neue Details vorgelegt – und einen Haftbefehl vollzogen.

 

Am Morgen klang noch alles vorsichtig, beinahe tastend. Die Polizei sprach von einem „Tatverdächtigen“, mehr nicht. Keine Details, keine Bestätigung einer Festnahme. Einige Stunden später ist das Bild konkreter geworden: Polizei und Staatsanwaltschaft legten nach: mit konkreten Angaben zu Herkunft und Alter des mutmaßlichen Täters sowie der Bekanntgabe eines Haftbefehls gegen ihn.

Festnahme in Waiblingen: Kind erkennt Tatverdächtigen wieder

Demnach wurde am Donnerstagmorgen gegen 7.45 Uhr am Bahnhof in Waiblingen ein 20 Jahre alter Mann aus Winnenden festgenommen. Ausschlaggebend war offensichtlich die Wiedererkennung durch das geschädigte Kind. Der Mann sitzt inzwischen in Untersuchungshaft.

Der Alptraum, der Waiblingen seit Tagen beschäftigt, ereignete sich am Dienstagmorgen. Gegen 7.30 Uhr war ein elfjähriger Junge in der Dammstraße auf dem Weg zur Schule, als er von einem Mann angesprochen und in einen Hinterhof gezogen worden sein soll. Dort habe der Täter begonnen, das Kind zu entkleiden. Erst die lauten Hilfeschreie des Jungen machten zwei Frauen aufmerksam, die einschritten und den Mann aufforderten, von dem Kind abzulassen. Der Täter flüchtete.

Zivilcourage rettet Elfjährigen vor Schlimmerem in Waiblingen

Dass der Angriff kein schlimmeres Ende nahm, ist dem Eingreifen der beiden Zeuginnen zu verdanken. Ihr Handeln steht exemplarisch für Zivilcourage – und für den schmalen Grat zwischen Wegsehen und Eingreifen. Ohne sie wäre der Junge dem Täter schutzlos ausgeliefert gewesen.

Am Donnerstagnachmittag wurde der Tatverdächtige auf Antrag der Staatsanwaltschaft Stuttgart einem Haftrichter beim Amtsgericht Stuttgart vorgeführt. Dieser setzte den beantragten Haftbefehl in Vollzug. Der Mann wurde anschließend in eine Justizvollzugsanstalt gebracht. Zu weiteren Details äußern sich die Behörden bislang nicht.

Staatsanwaltschaft und Kriminalpolizei betonen, dass die Ermittlungen noch nicht abgeschlossen sind. Es gehe darum, den Tatvorwurf umfassend aufzuklären und alle Umstände rechtssicher zu bewerten. Bis zu einer möglichen Verurteilung gilt die Unschuldsvermutung.