Grenzenloser Jubel nach der WM-Qualifikation mit Bosnien: VfB-Stürmer Ermedin Demirovic. Foto: IMAGO/Gribaudi/ImagePhoto

Bei der WM dabei – mehr geht erstmal nicht für Bosnien und Ermedin Demirovic. Der VfB-Angreifer reist im emotionalen Ausnahmezustand zum großen Turnier.

Was waren das für Emotionen – Bosnien-Herzegowina war nach dem Erfolg in den WM-Play-offs gegen Italien im Ausnahmezustand. Mittendrin bei der zweiten WM-Qualifikation des Landes nach 2014: Ermedin Demirovic, der Torjäger des VfB Stuttgart.

 

Nach dem Coup gegen die Italiener war der Angreifer beseelt vor lauter Glück. „Ihr könnt euch nicht vorstellen, was für eine Vorfreude in mir herrscht“, sagte der 28-Jährige. „Ich habe als kleines Kind von der WM geträumt. Aber ehrlich gesagt war es immer sehr weit entfernt.“

Jetzt ist die Sache ganz nah – vorher löste Demirovic ja noch sein großes Versprechen in Stuttgart ein. Bei geglückter Qualifikation für die WM hatte der Bosnier Freibier für die Fans ausgelobt – und schenkte es dann beim VfB-Abend auf dem Frühlingsfest selbst aus. Vorher hatte Demirovic das Fass im Wasenzelt vor knapp 2500 Fans mit fünf Schlägen angestochen.

Bosnien ist kein Favorit

Seit den erfolgreichen Play-offs gegen Italien jedenfalls herrscht in Bosnien eine riesige Euphorie. Zur WM reist die Mannschaft zwar keineswegs als Favorit, aussichtlos geht sie in ihrer Gruppe aber nicht ins Rennen. Kanada, die Schweiz und Katar sind die Gegner – und schon der dritte Platz kann reichen fürs Weiterkommen ins Sechzehntelfinale.

So weit will der VfB-Stürmer noch nicht denken. Für Bosnien sei die bloße Teilnahme „gefühlt der Weltmeisterschaftstitel. Wenn wir alles verlieren und uns gut geschlagen haben und die Fans damit froh sind, dann ist es für mich genauso ein Erfolg“, sagt Demirovic, der beim 0:0 im WM-Test gegen Nordmazedonien am Freitagabend in der 46. Minute eingewechselt wurde.

Routinier Edin Dzeko von Bundesliga-Aufsteiger FC Schalke 04 führt das 26-köpfige WM-Aufgebot von Nationalcoach Sergej Barbarez erwartungsgemäß als Kapitän an. Neben dem 40 Jahre alten Stürmer gehören aus der Bundesliga auch Torhüter Nikola Vasilj (FC St. Pauli), Demirovic und Haris Tabakovic (Borussia Mönchengladbach) zum Team des Balkan-Landes. Aus dem Unterhaus erhielten auch Dzekos Clubkollege Nikola Katic sowie Dzenis Burnic (Karlsruher SC) ein WM-Ticket.