Maria Segura Pallerés, Roosa Koskelo und Krystal Rivers sind die Urgesteine bei den Stuttgarter Volleyballerinnen – und der scheidenden Sportchefin Kim Renkema eng verbunden.
Im Volleyball ist es fast schon normal, dass Spielerinnen nach nur einer Saison oder spätestens nach zwei Jahren zum nächsten Verein weiterziehen. Bei Allianz MTV Stuttgart gibt es, was eine absolute Besonderheit ist, gleich drei Urgesteine: Krystal Rivers (30/seit 2018), Roosa Koskelo (33/seit 2018) und Maria Segura Pallerés (32/seit 2020) spielen bereits seit vielen Jahren in der Scharrena. Doch es gibt weitere Gemeinsamkeiten: Koskelo ist die aktuelle Kapitänin, vor ihr bekleideten Segura und Rivers dieses Amt. Und: Alle drei haben ein enges Verhältnis zu Kim Renkema. Die Nachricht, dass sich der Verein und seine Sportdirektorin am Ende der Saison trennen werden, hat das Trio hart getroffen. Nach dem 3:0-Sieg gegen den SC Potsdam haben die drei Top-Spielerinnen des MTV Klartext gesprochen. Es ging um Kim Renkema, aber auch um ihre persönliche Zukunft.
„Wertschätzung verdient“
Krystal Rivers: „Kim Renkema war schon hier, als ich gekommen bin – für mich ist sie der Club. Sie leistet enorm viel. Es ist wichtig, dass wir in den letzten Monaten die Arbeit, die sie eingebracht und die den Verein erfolgreich gemacht hat, ehren und ihr den Respekt und die Wertschätzung entgegenbringen, die sie absolut verdient hat. Kim war neben den Fans stets ein entscheidender Grund dafür, warum ich meinen Vertrag in Stuttgart immer wieder verlängert habe. Die Gespräche mit ihr waren immer sehr offen und vertrauensvoll, mit ihr konnte ich immer besprechen, was mich bewegt und beschäftigt. Das ist für mich sehr wichtig gewesen. Ob meine Karriere im Mai zu Ende gehen wird, werden wir sehen. Ich bin mir noch nicht sicher.“
„In Stuttgart wird es ohne sie anders sein“
Roosa Koskelo: „Es war für mich aufgrund der Ereignisse rund um Kim Renkema eine sehr schwierige Woche. Ich bin überzeugt, dass dieser Club vor allem wegen Kim Renkema dort steht, wo er steht – nicht allein wegen ihr, aber sie hat einen sehr, sehr großen Anteil daran. Für mich ist sie jemand, von dem ich weiß, dass ich sie immer anrufen kann, egal um was es geht, dass ich ihr immer vertrauen kann, dass sie mich immer stützt. Für mich persönlich ist es ein großes Ding, dass sie den Verein verlassen wird. Sicherlich hängen meine Überlegungen, ob ich noch ein Jahr spiele, auch damit zusammen. Ich weiß, dass – wenn ich weiterspielen sollte – die Dinge hier in Stuttgart ohne sie anders sein werden. Bisher habe ich noch keine Entscheidung getroffen, meine Gefühle sind sehr unterschiedlich. Nur eines ist klar: Wenn ich noch eine Saison spielen sollte, dann wird es definitiv meine letzte sein.“
„Ein großer Fehler“
Maria Segura Pallerés: „Kim Renkema repräsentiert diesen Club. Die Erfolge von Allianz MTV Stuttgart wären ohne sie ganz sicher nicht möglich gewesen. Die Zukunft wird sehr schwierig, denn Kim weiß alles – wie man ein Team baut, wie man Trainer und Spielerinnen betreut, wie man diesen wirklich sehr schwierigen Job zu tun hat. Ein großes Dankeschön an sie, dass sie mich nach Stuttgart geholt hat und dass wir fünf Jahre lang so eng verbunden waren. Aus meiner Sicht ist es ein großer Fehler, der da passiert ist. Ich habe mich entschieden, dass es definitiv meine letzte Saison als Volleyballerin sein wird. Ich werde nach der WM aufhören. Danach gibt es für mich eine Menge zu tun – außerhalb des Volleyballs.“