Die Erinnerung an Angela Zieger wird in Esslingen weiterleben. Foto: Roberto Bulgrin

Als Wegbereiterin der Kultur wurde die Gattin des früheren Esslinger Oberbürgermeisters von vielen geschätzt. Nach ihrem Tod hinterlässt Angela Zieger eine große Lücke.

Angela Zieger ist tot. Die Frau des früheren Esslinger Oberbürgermeisters Jürgen Zieger ist am vergangenen Donnerstag im Alter von 68 Jahren gestorben. Die Nachricht von ihrem Tod hat viele Menschen in Esslingen und weit darüber hinaus tief berührt. Angela Zieger hat ihren Mann mehr als vier Jahrzehnte lang auf all seinen Wegen unterstützt und begleitet, doch sie war stets viel mehr als nur „die Frau an seiner Seite“. Als promovierte Kunsthistorikerin genoss sie Ansehen, gesellschafts- und kulturpolitisch hat sie sich auf vielfältige Weise engagiert. Unter anderem war sie Schirmherrin der Dr. Holger Müller Stiftung, Kuratorin der Zukunftsstiftung Heinz Weiler und Mitglied des Kuratoriums der Bürgerstiftung Esslinger Sozialwerk.

 

Vor allem aber schätzten viele die Frau des langjährigen Rathauschefs als einen freundlichen, humorvollen, zugewandten und (lebens-)klugen Menschen. „Als wir 1984 aus Aachen nach Baden-Württemberg zogen, konnte ich nicht ahnen, dass wir irgendwann in Esslingen unseren Lebensmittelpunkt finden würden“, erinnerte sich Angela Zieger, als ihr Mann 2021 seinen Rückzug aus dem Rathaus ankündigte. Seit 1998 lebt die Familie in Esslingen, ihre Zwillinge sind hier aufgewachsen, ihre jüngste Tochter wurde im örtlichen Klinikum geboren.

Die „familiäre Außenministerin“

„Wir sind in Esslingen sehr gut aufgenommen worden. Schon kurz nach unserem Wechsel haben sich Freundschaften angebahnt, die bis heute fortdauern“, hat Angela Zieger gern bekannt. Als „familiäre Außenministerin“, als die sie sich augenzwinkernd bezeichnete, hat Angela Zieger viel Wert darauf gelegt, trotz der amtsbedingten zeitintensiven Verpflichtungen ihres Gatten ein gutes Familienleben zu pflegen. Ihrem Mann war sie eine Partnerin auf Augenhöhe, eine wichtige Ratgeberin und ein ruhender Pol im stürmischen politischen Geschäft. Ihr Engagement und ihre leidenschaftliche Begeisterung für die Kultur haben in der Stadt Spuren hinterlassen. Bei Jürgen Ziegers Abschied aus dem Rathaus blickte Angela Zieger zurück „auf viele bereichernde Jahre als Ehefrau des Oberbürgermeisters“ – auch wenn diese Zeit für sie gewiss nicht immer einfach gewesen ist. Ihr erklärtes Ziel war es jedoch stets, „eigene Themen neben die Themen der Stadtpolitik zu setzen, die unser Leben immer wieder dominierten“.

2021 verkündete Jürgen Zieger seinen Abschied – seine Frau Angela war wie so oft an seiner Seite. Foto: Roberto Bulgrin

Angela Zieger ließ sich auch von schwerer Krankheit nie entmutigen, ihr Optimismus war ansteckend und motivierend. In ihrer Familie und in ihrem Freundeskreis hinterlässt sie eine tiefe Lücke. Ihr Engagement für eine lebendige Kultur ist ihren Weggefährten Verpflichtung. Und ihr herzliches Lachen wird vielen in bester Erinnerung bleiben.