Clementina Buzhana und Christian Kovaci von der Bäckerei Bayer aus Mettingen. Foto: B. Scherer

Was man alles mit Erdbeeren veranstalten kann, zeigte am Wochenende wieder das Esslinger Erdbeerfest der Händlergemeinschaft Küferstraße.

Jedes Jahr im späten Frühjahr verwandelt sich die Küferstraße in Esslingen in ein farbenfrohes Festgelände: Das Erdbeerfest lockt Besucherinnen und Besucher aus der Stadt und der Region mit dem Duft frischer Erdbeeren, originell dekorierten Verkaufsständen und einem vielfältigen Angebot rund um die süße Sommerfrucht.

 

Im Mittelpunkt stehen die Erdbeeren selbst: rot glänzend, aromatisch süß und frisch vom Feld. Direkt vom Erzeuger angeboten, können die Besucher die Früchte kiloweise mit nach Hause nehmen – oder gleich vor Ort genießen. Christiane Bachmann ist eigentlich gelernte Krankenpflegerin, aber zur Erdbeerzeit hinter den Verkaufsständen von Hof Zimmermann aus Köngen zu finden. So auch am Samstag. Über die einzelnen Sorten weiß sie gut Bescheid: Lambada, die sie verkauft, nennt sie die „Königin der Erdbeeren, süß und weich und schnell zu verbrauchen“, während die Clery etwas fester und länger haltbarer sei. Ihr Tipp für den Sommer: auf die spätere Sorte Mieze Schindler zu warten – „sie schmeckt besonders intensiv, fast schon wie eine Walderdbeere.“

Daneben gibt es eine Vielzahl an Produkten, die die Erdbeere in Szene setzen: hausgemachte Marmeladen, Erdbeerliköre, Cocktails mit und ohne Alkohol, fruchtige Kuchen und Torten, Erdbeereis und -sorbet, Erdbeer-Smoothies mit Limette und Minze oder Desserts im Glas erfreuen die Passanten. Und ganz jungen Besucher wie Marie und ihr Freund Ben sind mit Erdbeer-Popcorn happy.

Seit vielen Jahren ist das Fest ein fester Bestandteil des Veranstaltungskalenders in der Esslinger Innenstadt. Was einst als kleine Aktion lokaler Händler begann, hat sich längst zu einem viel besuchten Stadtteilfest entwickelt. Das Fest lebt zudem von seiner entspannten Atmosphäre. Zwischen den Ständen flanieren Familien, Paare und Gruppen, sie lassen sich treiben, kosten hier und da und bleiben an Stehtischen oder Bänken stehen. Man trifft sich beim Erdbeerfest, plaudert und wippt zu „Proud Mary“ und anderen Rockklassikern, die die Frauen-Band am Obertor zum Besten gibt.

Und nicht zuletzt ist das Erdbeerfest ein Schaufenster für das lokale Handwerk und die Gastronomie. Esslinger Cafés und Bäckereien beteiligen sich mit eigenen Kreationen, während Kunsthandwerker dekorative Erdbeermotive aus Holz, Stoff oder Keramik anbieten. Fotokünstlerin Regine Thalheimer hat Postkarten und kleine textile Artikel mit Erdbeermotiven gestaltet. Ulrike Ehrmann von Provinzbuch hat ihr Schaufenster mit roten und grünen Büchern bestückt. Und Caro Ziefle hat Kleid und Rock mit Erdbeermotiven vor ihrer Boutique „Schmachtfetzen“ dekoriert.

Ware von regionalen Anbietern

Die liebevolle Gestaltung der Stände, teils mit Blumen, Erdbeerbäumchen oder nostalgischen Dekorationen, verleiht dem Fest ein besonders einladendes Flair. Und von den Laternen hängen Erdbeeren herab.

Was das Erdbeerfest schon immer ausgezeichnet hat, ist seine Authentizität: Es wird dort keine Massenware verkauft, sondern mit Sorgfalt ausgewählte Ware von regionalen Anbietern. Die Veranstalter setzen seit Jahren auf Qualität – ein Konzept, das bei den Besuchern offensichtlich gut ankommt und zur langen Tradition des Festes, das in diesem Jahr zum 28. Mal stattfand, und zur Attraktivität der Altstadt beiträgt.