Rettungsdienst: Neuer Baby-Notarztwagen „Felix“ für Stuttgart

Prof. Neysan Rafat, Ärztlicher Direktor der Klinik für Neonatologie und neonatologische Intensivmedizin am Klinikum Stuttgart, zeigt Stuttgarts Krankenhausbürgermeister Thomas Fuhrmann die Besonderheiten im Baby-Notarztwagen.
Klinikum StuttgartDas Baby-Notarztwagensystem „Felix“ wurde für die besonderen Anforderungen bei Fahrten mit Früh- und Neugeborenen entwickelt. Der quer zur Fahrtrichtung eingebaute Inkubator unterstützt einen stabilen Transport insbesondere bei Bremsmanövern. Eine aufeinander abgestimmte Federung sowie eine akustisch gedämpfte Umgebung im Innenraum tragen zu einem ruhigen Ablauf bei. Die Arbeitsplätze des begleitenden Teams sind so angeordnet, dass das Kind, der Inkubator und die notwendigen Instrumente jederzeit im Blick sind. Eine elektro-hydraulische Fahrtrage im Quereinbau erleichtert das Be- und Entladen: das verringert Hebevorgänge für das Personal und ermöglicht dem Kind ein erschütterungsarmes Ein- und Ausladen. Eine eigene Stromversorgung sowie Kapazitäten für Medizintechnik, darunter mehrere Perfusoren und Sauerstoffvorräte, sichern die kontinuierliche Versorgung während der Fahrt.

Der Baby-Notarztwagen "Felix" ist mit modernster Medizintechnik für den schonenden Transport von Früh- und Neugeborenen ausgestattet.
Klinikum StuttgartStationiert ist das Fahrzeug in der DRK Rettungswache in Stuttgart. Bei Alarmierungen kann Fachpersonal des Olgahospitals am Klinikum Stuttgart, dem größten Kinderkrankenhaus in Deutschland, schnell an Bord genommen werden. Im Einsatz fahren speziell qualifizierte Teams mit einer Neugeborenen-Notärztin beziehungsweise einem Neugeborenen-Notarzt und einer Kinder-Intensivpflegekraft.
Klinikum Stuttgart behandelt jährlich rund 1200 Früh- und Neugeborene
Prof. Neysan Rafat, Ärztlicher Direktor der Klinik für Neonatologie und neonatologische Intensivmedizin am Klinikum Stuttgart hatte die Initiative zu dem Projekt angestoßen und seine Erfahrungen aus anderen Häusern eingebracht. „Aus unserer täglichen Arbeit wissen wir, wie wichtig ein schonender und gut organisierter Transport für die Kleinsten ist. Mit dem neuen Baby‑Notarztwagen stehen uns Funktionen zur Verfügung, die den Ablauf besser strukturieren und das Kind im Blick behalten“, sagte Prof. Rafat anlässlich der Inbetriebnahme. Die Neonatologie im Olgahospital des Klinikums Stuttgart ist ein hochspezialisiertes Zentrum und behandelt jährlich rund 1200 Frühgeborene und kranke Neugeborene. Regelmäßig werden schwer kranke Neugeborene aus anderen Kinderkliniken zur Weiterbehandlung ans Olgahospital verlegt.

Die Übergabe fand im Olgahospital des Klinikums im Beisein von Thomas Fuhrmann, Bürgermeister für Wirtschaft, Finanzen und Beteiligungen der Stadt Stuttgart, statt.
Klinikum StuttgartBjörn Steiger Stiftung setzt sich seit Jahrzehnten für sichere Neugeborenentransporte ein
„Als Björn Steiger Stiftung arbeiten wir seit vielen Jahren an der Verbesserung der Notfallhilfe und haben dazu eine Reihe an Projekten gerade auch für die Kleinsten angestoßen. In Stuttgart ging bereits 1974 der erste Baby-Notarztwagen Deutschlands an den Start und hat hier bis in die 2000er für einen sicheren Transport gesorgt“, so Joachim von Beesten, Geschäftsführer Forschung, Innovation und Sonderfahrzeuge der Björn Steiger Stiftung. „Den neuen Baby-Notarztwagen für Stuttgart haben Spenden aus Unternehmen, Vereinen, Institutionen und engagierten Bürgerinnen und Bürgern ermöglicht.“ Denn der Baby‑Notarztwagen ist nicht im Rettungsdienstgesetz verankert; eine Finanzierung über Krankenkassen erfolgt nicht. Die Kosten in Höhe von rund 350.000 Euro werden von der Björn Steiger Stiftung getragen.
Weitere Informationen zum Baby-Notarztwagen „Felix“ finden Interessierte auf der Webseite des Klinikum Stuttgart.