Fettleber
: Studie im Klinikum Stuttgart identifiziert gefährdete Patienten

AnzeigeDie Zahl der Menschen, die an einer metabolischen Lebererkrankung, insbesondere an einer Fettleber leiden, steigt stark an. Dabei wissen viele Menschen gar nicht, dass sie betroffen sind.
Von
NPG Digital
Stuttgart
 Prof. Dr. Jörg Albert, der Ärztliche Direktor der Klinik für Gastroenterologie im Klinikum Stuttgart, erklärt, dass aus Risikofaktoren abgeleitet wird, wie hoch das individuelle Risiko für Komplikationen ist.

Prof. Dr. Jörg Albert, der Ärztliche Direktor der Klinik für Gastroenterologie im Klinikum Stuttgart, erklärt, dass aus Risikofaktoren abgeleitet wird, wie hoch das individuelle Risiko für Komplikationen ist.

Klinikum Stuttgart/ Tobias Grosser

Die sogenannte nicht-alkoholische Fettlebererkrankung (NAFLD) entwickelt sich häufig still und schleichend – doch ihre Folgen können gravierend sein.

Besonders gefährlich wird es, wenn sich aus einer einfachen Fettleber eine Leberzirrhose entwickelt. In dieser Kombination steigt das Risiko für Infektionen, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und intensivmedizinische Komplikationen deutlich an. Untersuchungen zeigen: Die Sterblichkeit bei diesen Folgeerkrankungen ist hoch.

Neue Studie am Klinikum Stuttgart untersucht Fettleber

Hier setzt die Studie MetaLiv an, die derzeit im Klinikum Stuttgart durchgeführt wird. Die Studiendurchführung wird von der DRF Stiftung gefördert, die unter anderem Personalkosten übernimmt. Neben der Klinik für Gastroenterologie im Klinikum Stuttgart und dem Adipositaszentrum des Klinikums Stuttgart ist auch die Universität Stuttgart-Hohenheim als Kooperationspartner eingebunden.

 FicroScan ist dank der DRF Stiftung und der Eva Mayr-Stihl Stiftung angeschafft worden.

FicroScan ist dank der DRF Stiftung und der Eva Mayr-Stihl Stiftung angeschafft worden.

Klinikum Stuttgart/Tobias Grosser

Was untersucht die Studie?

Das Fortschreiten einer Fettleber hin zu einer Zirrhose geschieht zwar still und ohne Symptome – die Umbauprozesse in der Leber können aber durch nicht-invasive Methoden diagnostiziert und auch im Verlauf überwacht werden. Die Studie hat sich zum Ziel gesetzt, Patientinnen und Patienten mit Fettleber systematisch zu erfassen und ihr individuelles Risikoprofil genau zu analysieren.

Der Ärztliche Direktor der Klinik für Gastroenterologie im Klinikum Stuttgart, Prof. Dr. Jörg Albert, erklärt: „Patienten mit einer Fettleber werden von uns im Rahmen der Studie mit modernster Technik untersucht. Wir betrachten alle Risikofaktoren und leiten daraus ab, wie hoch das individuelle Risiko für Komplikationen ist.“ Dabei werden viele Faktoren einbezogen, zum Beispiel Alter, Vorerkrankungen, Blutwerte, Lebensstil, Begleiterkrankungen wie Diabetes oder Bluthochdruck und die Laborwerte.

Quantitativ erfassen lassen sich der Verfettungsgrad der Leber und das Stadium der Fibrose, also das Ausmaß des Umbauprozesses, durch ein einfaches Verfahren: Bei der Untersuchung der Patienten kommt ein sogenannter FibroScan zum Einsatz. Die erforderlichen Geräte konnte das Klinikum dank der DRF Stiftung und der Eva Mayr-Stihl Stiftung anschaffen. Mit dem FibroScan kann die Erkrankung in verschiedene Schweregrade unterteilt werden.

Das schmerzfreie und komplikationslose Verfahren ähnelt einer Ultraschall-Untersuchung. Ein spezieller Schallkopf wird äußerlich in Leberhöhe auf die Haut aufgesetzt. Der Patient spürt nur eine leichte Vibration auf der Haut. Die Untersuchung dauert etwa zehn Minuten.

 Bei der Untersuchung spürt der Patient nur eine leichte Vibration auf der Haut.

Bei der Untersuchung spürt der Patient nur eine leichte Vibration auf der Haut.

Klinikum Stuttgart/Tobias Grosser

Interdisziplänre Behandlung am Klinikum Stuttgart

Im Klinikum Stuttgart werden Patienten mit Lebererkrankungen in einem interdisziplinären Team versorgt. Im Leberzentrum des Klinikums Stuttgart erhalten Patientinnen und Patienten eine hochmoderne Behandlung bei allen gut- und bösartigen Erkrankungen der Leber und der Gallenwege. Das Behandlungsspektrum umfasst alle modernen Therapien von der medikamentösen Behandlung über die interventionelle bildgebende Therapie bis hin zu chirurgischen Operationen.

„Diese Forschung ist ein wichtiger Schritt hin zu mehr Präzision in der Medizin“, ist Prof. Albert überzeugt. Denn je besser verstanden wird, welche Menschen ein besonders hohes Risiko haben, desto gezielter können Ärztinnen und Ärzte handeln – mit Vorsorge, Aufklärung, individuellen Therapien oder frühzeitigen Eingriffen.

Zugleich hilft die Studie, die Dringlichkeit der Erkrankung sichtbar zu machen: Die Fettleber ist keine harmlose Volkskrankheit. Sie kann ernsthafte Folgen haben – vor allem, wenn sie über Jahre unentdeckt bleibt.

Was können Betroffene tun?

Auch wenn die Forschung weitergeht: Jede und jeder kann heute schon aktiv werden. Denn eine Fettleber ist in vielen Fällen reversibel – durch:

  • eine bewusste Ernährung
  • mehr Bewegung im Alltag
  • Gewichtsreduktion bei Übergewicht
  • regelmäßige medizinische Kontrollen

Personen die ihre Leber untersuchen lassen wollen, können sich an das Leberzentrum im Klinikum Stuttgart wenden.

Die DRF Stiftung

Die DRF Stiftung engagiert sich als förderndes Organ für die Verbesserung der Notfallhilfe und Rettungsmedizin, insbesondere durch den Einsatz mit Luftfahrzeugen. Als Stiftung bürgerlichen Rechts unterstützt sie konkrete Projektvorhaben, die nachhaltige und positive Veränderungen in der Notfallversorgung bewirken.

Mehr Informationen gibt es auf der Webseite der DRF Stiftung.

Die Eva Mayr-Stihl Stiftung

Die Eva Mayr-Stihl Stiftung ist eine unabhängige, gemeinnützige Stiftung mit Sitz in Waiblingen. Sie wurde 1986 von Eva Mayr-Stihl und Robert Mayr gegründet. Schwerpunkte der Stiftungsarbeit sind Wissenschaft und Forschung, Medizin sowie Kunst und Kultur. Das Klinikum Stuttgart ist der größte Förderpartner.

Mehr Informationen gibt es auf der Webseite der Eva Mayr-Stihl Stiftung.