Stuttgart, Freiburg, Mannheim und Co
: So stehen die Chancen für weiße Weihnachten

Die Chancen auf weiße Weihnachten unterscheiden sich innerhalb Baden-Württembergs erheblich, wie Daten des DWD zeigen.
Von
Lukas Böhl
Stuttgart
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Wetter in Baden-Württemberg: 26.03.2026, Baden-Württemberg, Linach: Ein Haus steht in Linach (Schwarzwald-Baar-Kreis) in der von Schnee bedeckten Landschaft. In der Nacht zum Donnerstag hat es im Schwarzwald geschneit. (zu dpa: «Wo es in Baden-Württemberg am Wochenende schneien soll») Foto: Silas Stein/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Im Schwarzwald hat man die besten Chancen auf weiße Weihnachten.

Silas Stein/dpa

Bis Weihnachten 2026 sind es nur noch wenige Wochen. Doch wer auf verschneite Feiertage in Baden-Württemberg hofft, muss sich weiterhin gedulden. Zwar liefern die Wettermodelle bereits erste Hinweise auf den kommenden Winter, eine zuverlässige Vorhersage für den 24., 25. und 26. Dezember ist Anfang November allerdings noch nicht möglich.

Die aktuellen Berechnungen sprechen eher für einen milden Winter. Das bedeutet jedoch nicht, dass Schnee an Weihnachten ausgeschlossen ist.

DWD erwartet einen eher milden Winter 2026/27

Der Deutsche Wetterdienst hat Anfang November seine aktualisierte saisonale Klimavorhersage veröffentlicht. Demnach liegt die berechnete Wahrscheinlichkeit für einen überdurchschnittlich warmen Zeitraum von November 2026 bis Januar 2027 bei 69 Prozent.

Für den meteorologischen Winter von Dezember 2026 bis Februar 2027 beträgt die Wahrscheinlichkeit für überdurchschnittlich hohe Temperaturen 61 Prozent. Allerdings stuft der DWD die Vorhersagequalität für diesen Zeitraum als gering ein. Die drei Temperaturkategorien – kälter, durchschnittlich und wärmer – sollten deshalb praktisch als gleich wahrscheinlich betrachtet werden.

Für die Niederschlagsmengen der kommenden Wintermonate lässt sich derzeit ebenfalls keine belastbare Prognose abgeben.

Wichtig ist außerdem: Selbst ein insgesamt milder Winter kann einzelne Kälteperioden mit Frost und Schnee bringen. Ob sich ausgerechnet über Weihnachten eine solche Wetterlage einstellt, können die saisonalen Modelle noch nicht vorhersagen.

Was sagt das europäische Wettermodell ECMWF?

Auch die langfristigen Berechnungen des Europäischen Zentrums für mittelfristige Wettervorhersage (ECMWF) lassen bislang eher milde Bedingungen erwarten.

Eine Auswertung des ECMWF-Saisonlaufs vom Oktober 2026 zeigt für Dezember eine positive Temperaturabweichung von rund 1,5 Grad gegenüber der modellinternen Vergleichsperiode. Dieser Wert bezieht sich allerdings auf das europäische Gebietsmittel und nicht speziell auf Baden-Württemberg.

Andere europäische Wettermodelle zeigen ebenfalls überwiegend positive Temperaturabweichungen für Dezember.

Für Schneefans sind das zunächst keine besonders günstigen Vorzeichen. Allerdings können auch in einem überdurchschnittlich warmen Dezember einzelne Tage deutlich zu kalt ausfallen. Für eine konkrete Schneeprognose an Weihnachten reicht die Aussagekraft der Modelle deshalb nicht aus.

Weiße Weihnachten: So hoch sind die Chancen in Baden-Württemberg

Ein Blick auf die historischen Wetterdaten zeigt, wie unterschiedlich die Aussichten innerhalb Baden-Württembergs sind.

Nach Angaben des DWD für den Zeitraum 1991 bis 2020 ergeben sich folgende statistische Wahrscheinlichkeiten für eine mindestens einen Zentimeter hohe Schneedecke an wenigstens einem der drei Weihnachtstage:

Die Zahlen zeigen deutlich: Während in Mannheim statistisch nur etwa alle 20 Jahre mit Schnee an mindestens einem Weihnachtsfeiertag zu rechnen ist, stehen die Chancen auf dem Feldberg ausgesprochen gut.

Allerdings handelt es sich bei diesen Werten um langjährige Erfahrungswerte und nicht um konkrete Wahrscheinlichkeiten für Weihnachten 2026. Eine durchgehende Schneedecke an allen drei Feiertagen ist zudem seltener als Schnee an nur einem der Tage.

Wo könnte es an Weihnachten 2026 schneien?

Die besten Voraussetzungen für weiße Weihnachten bietet traditionell der Schwarzwald. Besonders in den höheren Lagen rund um Feldberg, Belchen und Schauinsland ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass sich winterliche Temperaturen und Niederschläge in Form von Schnee einstellen.

Auch auf der Schwäbischen Alb, insbesondere in den höheren Lagen der Westalb, bestehen vergleichsweise gute Chancen auf eine Schneedecke.

Im Allgäu und in höher gelegenen Teilen Oberschwabens sind die Voraussetzungen ebenfalls günstiger als im Flachland.

Deutlich schwieriger wird es hingegen im Oberrheingraben, im Rhein-Neckar-Raum und in den tieferen Lagen des Neckartals. In Städten wie Mannheim, Karlsruhe, Heilbronn oder Freiburg sind weiße Weihnachten aufgrund der meist höheren Temperaturen deutlich seltener.

Für Stuttgart hängen die Aussichten stark von der konkreten Wetterlage ab. Während es in der Innenstadt regnen kann, sind in höher gelegenen Stadtteilen oder auf den umliegenden Höhenzügen durchaus Schneefälle möglich.

Warum gibt es immer seltener weiße Weihnachten?

Dass die Weihnachtsfeiertage in vielen Regionen Deutschlands häufig grün statt weiß ausfallen, hat mehrere Gründe.

Ein wichtiger Faktor ist das sogenannte Weihnachtstauwetter. Dabei gelangt rund um die Feiertage mitunter milde Atlantikluft nach Mitteleuropa. Bereits gefallener Schnee kann dadurch schnell wieder schmelzen.

Hinzu kommt die langfristige Erwärmung des Klimas. Gerade in tieferen Lagen führen steigende Temperaturen dazu, dass winterliche Niederschläge häufiger als Regen fallen oder Schnee weniger lange liegen bleibt.

Außerdem liegt Weihnachten noch vergleichsweise früh im Winter. Die statistisch schneereichste Zeit beginnt in vielen Regionen Baden-Württembergs erst im Januar oder Februar.

Ab wann ist eine zuverlässige Weihnachtsprognose möglich?

Wer wissen möchte, ob Weihnachten 2026 tatsächlich weiß wird, sollte die Wettervorhersagen vor allem im Dezember verfolgen.

Das ECMWF berechnet zwar bereits Wettertrends für mehrere Wochen im Voraus. Mit zunehmender Vorhersagedauer steigt jedoch auch die Unsicherheit erheblich.

Erste Hinweise auf mögliche Großwetterlagen über Weihnachten könnten sich Anfang bis Mitte Dezember abzeichnen. Ob es tatsächlich schneit und der Schnee liegen bleibt, lässt sich in der Regel erst wenige Tage vor den Feiertagen ausreichend zuverlässig beurteilen.