Konstanz: Haus stürzt nach Feuer in Altstadt ein

Ein vom Feuer zerstörtes Gebäude ist am Donnerstagnachmittag eingestürzt.
dpaKonstanz - Der Konstanzer Oberbürgermeister Horst Frank (Grüne) hat sich bestürzt über den Großbrand im historischen Zentrum gezeigt. "Für unsere Altstadt ist das ein großer Verlust", sagte er am Donnerstag in einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa. "Wir hätten uns ein schöneres Weihnachten gewünscht."
20 Bewohner sind obdachlos
Bei dem Feuer in der mittelalterlichen Altstadt sei zwar eine größere Katastrophe verhindert worden. "Aber für die Betroffenen ist das sehr tragisch", sagte das Oberhaupt der 82.000-Einwohner-Stadt am Bodensee. Etwa 20 Bewohner der drei betroffenen Gebäude hätten ihr Dach über dem Kopf verloren. Sie seien von Verwandten und Bekannten aufgenommen worden oder kämen in städtischen Wohnungen provisorisch unter.
Die Feuerwehr hat den Brand in der Altstadt inzwischen unter Kontrolle. Die betroffenen historischen Gebäude seien allerdings stark einsturzgefährdet, sagte ein Feuerwehrsprecher. "Sie dürfen nicht mehr betreten werden, weil Lebensgefahr besteht." Eines der drei Häuser ist am Nachmittag eingestürzt.
Drei Verletzte, darunter ein Feuerwehrmann
Bei einem der Häuser, in dem der Brand im oberen Wohnbereich ausgebrochen war, war zuvor der Giebel eingebrochen. Durch herumfliegende Trümmerteile wurde nach Polizeiangaben ein Feuerwehrmann leicht verletzt. Damit hat sich die Zahl der Verletzten auf drei erhöht. Zwei Bewohner erlitten Verbrennungen.
Nach Einschätzungen von OB Horst Frank geht der Schaden über die fünf Millionen Euro an den Gebäuden hinaus. Denn auch wertvolle Einrichtungen seien vernichtet. Zwei der drei vom Feuer in Mitleidenschaft gezogenen Häuser seien gerade komplett saniert und neu eingerichtet worden, die Geschäftsräume ebenso wie die darüber liegenden Wohnungen. "Das ist in wenigen Stunden zerstört worden", bedauerte der Oberbürgermeister.
Brandursache: Adventskranz?
Frank betonte, die Einsatzkräfte seien auf einen solchen Brand im dicht bebauten Stadtkern sehr gut vorbereitet gewesen: "Wir haben bei der Feuerwehr einen sehr hohen Standard. Solche Fälle werden laufend geprobt und die Einsatzpläne immer wieder überprüft." Bei dem Brand habe sich die gute, professionelle Zusammenarbeit aller Hilfskräfte einschließlich von Polizei, Sanitätern und Technischem Hilfswerk (THW) erneut gezeigt. "Die technische Ausrüstung, aber auch der Ausbildungsstand der Mannschaften ist so, dass sie gerade in einer so sensiblen Situation in unserer Altstadt sofort zur Stelle sind." Die Feuerwehr rechnet mit einem Einsatzende erst am Freitag.
Brandursache könnte ein Adventskranz gewesen sein. "Nach ersten Ermittlungen schließt die Kriminalpolizei nicht aus, dass ein Adventskranz an einem Deckenbalken im Treppenhaus eines der Gebäude die Brandursache war", sagte ein Polizeisprecher am Donnerstagabend.
Für Gewissheit könnten jedoch erst Sachverständige sorgen, die den Brandherd wegen der akuten Einsturzgefahr noch nicht betreten konnten.