Hitzesommer
: Jörg Kachelmann hält Deutschland für „durchgeknalltes Land“

Der aus Baden-Württemberg stammende Meteorologe stellt Deutschland bei der Anpassung an die zunehmende Hitze kein gutes Zeugnis aus.
Von
Michael Bosch
Stuttgart
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Jörg Kachelmann in der Talkshow Kachel & Mann - Die Talkshow für alle Wetterlagen mit Jörg Kachelmann und Angelika Mann im Boulevardtheater. Dresden 24.06.2021 *** Jörg Kachelmann in the talk show Kachel Mann The talk show for all weather conditions with Jörg Kachelmann and Angelika Mann in the Boulevard Theatre Dresden 24 06 2021 Foto:xM.xWehnertx/xFuturexImage

Jörg Kachelmann bei einem Auftritt im Jahr 2021.

imago images/Future Image
  • Jörg Kachelmann kritisiert Deutschlands Umgang mit Hitze und nennt das Land „durchgeknallt“.
  • Geschlossene Fenster an Hitzetagen seien gefährlich, besonders für ältere Menschen.
  • Er wirbt für Ventilatoren und Klimaanlagen – Aberglaube verhindere deren Nutzung.
  • Schulen würden weiterhin ohne Kühlung geplant, was er scharf bemängelt.
  • Hitzeperioden seien Folge des Klimawandels, Temperaturen in diesem Sommer außergewöhnlich.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Jörg Kachelmann hält Deutschland für ein „durchgeknalltes Land“. Das sagte der Meteorologe, der in der Schweiz lebt, der „Bild“-Zeitung. Dort äußerte sich der 68-Jährige, der eigentlich aus Baden-Württemberg stammt, ausführlich zum Hitzesommer und damit verbundenen Irrtümern aus seiner Sicht.

Dass Kachelmann weit verbreitete Tipps teils für mehr als fragwürdig hält, hat er bereits in der Vergangenheit immer wieder öffentlich vorgetragen. So berge die gängige Praxis, Fenster an Hitzetagen geschlossen zu halten, vor allem für ältere Menschen ein tödliches Risiko. „Das führt dazu, dass viele alte Menschen in ihren kleinen Alterswohnungen wirklich auf erbärmlichste Art und Weise – ich kann es nicht anders sagen – verrecken“, so Kachelmann.

Kachelmann: geschlossene Fenster können tödlich sein

Dass in Deutschland eine Abneigung gegen Ventilatoren und Klimaanlagen herrsche, kann Kachelmann ebenfalls nicht verstehen. „Viele Menschen würden auch ganz einfach überleben oder gut schlafen, wenn sie einen großen Ventilator einen halben Meter oder einen Meter vor dem Gesicht hätten in der Nacht“, wird Kachelmann zitiert. „Aber der Aberglaube in diesem Land ist so groß, wir sind global gesehen das Schwurbel-Land Nummer eins, glaube ich. Es gibt nirgendwo auf der Welt so viel Aberglaube wie bei uns im Alltagsbereich: Der steife Nacken und Durchzug macht krank und Klimaanlagen sowieso.“

Die Tatsache, dass Schulen immer noch ohne Kühlung geplant würden, verleitete Kachelmann zu der Einschätzung, dass Deutschland „einfach ein durchgeknalltes Land“ sei. Auch in Sachen Anpassung an Dürreperioden stellt Kachelmann den Deutschen kein gutes Zeugnis aus: „Wenn es nicht regnet, sollte man eine gelbe Wiese haben. Das eigene menschliche Verhalten sollte irgendeinen Zusammenhang haben mit den Ressourcen der Natur“, so Kachelmann. „Dieses massenhafte, obsessive Autowaschen, wie es offenbar immer noch üblich ist, wenn man das zusammenrechnet, ist das eine erhebliche Angelegenheit in der Summe.“

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Über die Ursache der Hitzeperioden gibt es laut Kachelmann keine zwei Meinungen. Sie seien eine Folge des Klimawandels. Die Temperaturen in diesem Sommer bezeichnete der Moderator und Autor als „sehr außergewöhnlich und so außergewöhnlich, dass wir das in der Form bisher nicht hatten, seit das Wetter aufgezeichnet wird. Wir heizen die Atmosphäre auf. Das wissen wir. Das ist auch physikalisch belegt.“ Im Südwesten gebe es Orte, in denen es im August täglich mehr als 30 Grad gegeben habe. Und: es sei wahrscheinlich, dass es künftig auch noch deutlich heißer in Deutschland werden könne.