Hat das etwas mit Sicherheitsnadeln zu tun?: Glufamichl
Fangen wir mit dem Michl an: Neben der Verwendung als Vorname steht Michl auch für eine gutmütige, doch beschränkte Person, mit der man gern "'s Michele treibt", was man, wenn man selbst betroffen ist, nicht so gern hat: man lässt sich ja nicht so ohne weiteres zur Gaudi anderer auf den Arm nehmen.
Das Wort Gluf, Verkleinerungsform Gliefle, dürfte etwa ab dem 15. Jahrhundert im alemannischen und schwäbischen Sprachraum in Gebrauch sein. In einschlägigen Nachschlagewerken steht Gluf grundsätzlich nur für eine Stecknadel kleinerer und größerer Art. Dies lässt sich auch aus stammverwandten Begriffen erschließen: glufå (mit Stecknadeln befestigen), Glufenkopf, Glufenspitze, Glufenkissen u. a. Hermann Wax zitiert in seiner "Etymologie des Schwäbischen" die Redensart: "Dess isch bessr wiå å Gosch voll Glufå", womit aufgrund des stechenden Schmerzes die Mundfäule gemeint ist.
Die Sicherheitsnadel, erst 1849 erfunden, passt sprachlich wegen ihrer anderen Beschaffenheit nicht zu dem Wort Gluf. Trotzdem kann man Gluf heute auch in diesem Sinne hören. Allerdings gibt es für die Sicherheitsnadel auch unter Verwendung des Stammwortes einen schwäbischen Namen, nämlich B(e)schlussgluf.
Und hier das Fazit: Aus dem oben Gesagten dürfte es sich beim Glufåmichl um einen Mann handeln, der sich mit seinem etwas eingeschränkten Blickfeld mit kleinen und geringwertigen Dingen - was ja Glufen in gewisser Weise sind - befasst und sich dabei recht pedantisch verhält, so dass man ihn auch als Kleinkrämer bezeichnen kann.
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