Tödliche Schüsse in Offenburg
: 33-Jähriger soll weitere Waffe dabei gehabt haben – die Herkunft ist unklar

Ein Mann soll am Montagmorgen in Offenburg erst eine Frau, dann sich selbst erschossen haben. Der Türke und die Ukrainerin hatten offenbar eine Beziehung, die im Streit geendet hatte.
Von
pz/fx/ma
Offenburg
In dieser Hofeinfahrt hat sich am Morgen das scheußliche Verbrechen abgespielt.

In dieser Hofeinfahrt hat sich am Morgen das scheußliche Verbrechen abgespielt.

Marco Armbruster
  • Großeinsatz in Offenburg: In der Händelstraße läuft am Montagmorgen ein Polizeieinsatz.
  • Zeugenaussagen berichten von mehreren Schüssen in dem abgesperrten Bereich.
  • Polizei und mehrere Rettungskräfte sind vor Ort im Einsatz.
  • Gesicherte Details liegen noch nicht vor – die Ermittlungen dauern an.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Am Montagmorgen sind Polizei und mehrere Rettungskräfte in der Offenburger Händelstraße im Einsatz. Laut Aussage von Zeugen kam es dort zur Abgabe mehrerer Schüsse.

Wie die Polizei zwischenzeitlich mitgeteilt hat, gingen gegen 8 Uhr mehrere Notrufe ein. Herbeigeeilte Streifen fanden vor Ort zwei Personen auf – eine leblose männliche Person und eine schwerstverletzte weibliche Person.

Erste-Hilfe-Maßnahmen wurden eingeleitet, Rettungsdienst und Notarzt versorgten die
Frau weiter. Sie kam zwar noch ins Krankenhaus, ist dort aber kurze Zeit später ihren Verletzungen erlegen.

In Offenburg läuft ein Großeinsatz. Die Händelstraße wurde großräumig abgeriegelt.

In Offenburg läuft ein Großeinsatz. Die Händelstraße wurde großräumig abgeriegelt.

hm/Einsatzreport24

Die Polizisten hatten den Mann in der Hofeinfahrt eines Wohnhauses gefunden, und in der Nähe des Tatorts eine Waffe. Nach ersten Erkenntnissen der Beamten waren keine weiteren Personen an dem tragischen Geschehen beteiligt. Das deutet auf einen sogenannten erweiterten Suizid hin.

Die kriminalpolizeilichen Ermittlungen zu dem Vorfall laufen. Eine Gefahr für die Bevölkerung soll nicht bestehen.

Die Spurensicherung ist im Einsatz. Polizeisprecher Yannik Hilger erklärt im Gespräch mit unserer Zeitung, dass er „aktuell nichts zur Art der Verletzung sagen“ könne.

Polizeisprecher Yannik Hilger im Gespräch mit einem Medienvertreter

Polizeisprecher Yannik Hilger im Gespräch mit einem Medienvertreter

Marco Armbruster

Auch für Antworten auf die Fragen nach der Identität der Toten und ob es sich um eine Beziehungstat handele, sei es noch zu früh.

Der Bereich rund um die Händelstraße ist aktuell abgesperrt. Auch Anwohner werden von den Beamten vor Ort abgewiesen. Menschen, die den abgeriegelten Bereich verlassen wollen, werden hinausbegleitet.

Vor Ort zeigt sich das Bild einer beschaulichen Wohngegend, vornehmlich bestehend aus kleineren Mehrfamilienhäusern. Stunden nach der Tat ist es sehr ruhig vor Ort, die Polizeibeamten, die mit spezieller Schutzausrüstung ausgerückt waren und für großes Aufsehen gesorgt hatten, sind mittlerweile wieder verschwunden. Auffällig: Die zahlreichen Balkone sind alle menschenleer.

Der Pavillon wird abgebaut.

Der Pavillon wird abgebaut.

Maro Armbruster

Die Spurensicherung im Außenbereich ist offenbar abgeschlossen: Der Pavillon der Kriminaltechniker wird abgebaut.

Eine der wenigen Anwohnerin, die sich außerhalb ihrer Wohnung zeigt, gibt sich gefasst: Sie habe gerade Wäsche aufgehängt, als sie Schüsse hörte. „Kurz darauf war auch schon die Polizei da – und leider dann auch der Leichenwagen“, sagte sie im Gespräch mit unserer Zeitung. Die Toten kenne sie nicht.

„Ich hatte richtig Herzklopfen“, berichtet eine andere Frau, die vor einem Hauseingang steht. Neben Schüssen habe sie auch Schreie vernommen. Sie sei gerade vom Einkaufen gekommen. „Wieso passiert so etwas auf einmal?“, fragt sie, freilich ohne eine Antwort zu erwarten – und fängt an zu weinen.

Der Leichenwagen fährt von Tatort weg.

Der Leichenwagen fährt von Tatort weg.

Marco Armbruster

Derweil packen Kriminaltechniker Sachen in rote Plastiksäcke und ziehen sich ihre weißen Spurensicherungsanzüge aus. Parallel dazu wird mutmaßlich die Leiche des toten Mannes abtransportiert.

Polizeisprecher Hilger bestätigt, dass die Wohngegend alles andere als ein Kriminalitätshotspot ist: „Das ist kein Stadtteil, wo wir jetzt regelmäßig Polizeieinsätze hätten.“

Das Medieninteresse ist groß: Auch Fernsehsender sind mittlerweile mit mehrköpfigen Teams vor Ort. Unterdessen steigt eine Kameradrohne direkt am Tatort in die Luft, mutmaßlich gesteuert von der Polizei.

Kurz vor Mittag gibt die Polizei – in Abstimmung mit der Offenburger Staatsanwaltschaft – neue Details zum Tathergang preis. Demnach handelt es sich bei dem getöteten Mann um einen 33-Jährigen. Er soll die Frau, mit der er offenbar bekannt war, erschossen haben – und anschließend wohl sich selbst. „Nähere Details hierzu werden derzeit geklärt“, teilt die Polizei mit.

Die Feuerwehr ist vor Ort.

Die Feuerwehr ist vor Ort.

Marco Armbruster

Mittlerweile ist die Offenburger Feuerwehr vor Ort, rollt Schläuche aus, offenbar sollen die Spuren des Verbrechens beseitigt werden. Damit sind wohl auch die Ermittlungen der Polizei am Tatort vorerst abgeschlossen.

Offenburgs OB Maro Steffens zeigt sich in einer Stellungnahme bestürzt: „Dass sich ein solches Geschehen in unserer Stadt zuträgt, macht fassungslos. Meine Gedanken sind bei den Angehörigen und allen Menschen, die von dieser grausamen Tat betroffen sind. Den Einsatzkräften von Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienst danke ich für ihren schnellen und hochprofessionellen Einsatz.“

Die Polizei teilte am Nachmittag weitere Details zum Hintergrund der Tat mit. Demnach handelte es sich bei der Getöteten um eine 36-jährige Ukrainerin, die nahe des Tatorts lebte. Der Tatverdächtige sei zwar nicht vorbestraft, aber wegen Beleidigung und Stalking-Vorwürfen Polizei und Justiz bekannt gewesen.

Er sei am Morgen in die Händelstraße gekommen, wo er auf das Opfer traf. Was genau dann passierte, ist noch unklar, die Polizei geht derzeit aber davon aus, dass der Mann die Waffe zunächst gegen die Frau und danach gegen sich selbst richtete.

Den Ermittlern liegen Erkenntnisse vor, wonach der türkische Tatverdächtige mit der Frau „eine Vorbeziehung hatte, die vor Monaten beendet wurde“. Nach der Trennung soll es zu gegenseitigen Anzeigen unter anderem wegen Beleidigung und Nachstellung gekommen sein.

Der genaue Tatablauf soll nun rekonstruiert werden. Dabei wird das Auto des Verdächtigen eine wichtige Rolle spielen. Der Mann soll den roten Toyota in einer angrenzenden Straße abgestellt und sich von dort zu Fuß auf den Weg zur Wohnung des späteren Opfers gemacht haben. Alarmierend: In dem Wagen finden die Ermittler später eine weitere Schusswaffe. Ihre Herkunft ist ebenso unbekannt wie die der mutmaßlichen Tatwaffe.

Zeugen, die den Mann, der mit einer Jeans, schwarzen Turnschuhen und einem hellen T-Shirt bekleidet war, im Vorfeld der Tat gesehen haben, werden gebeten, sich unter Telefon 0781/212820 bei der Kriminalpolizei in Offenburg zu melden.

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