Für Neu-Schwaben
: Wochendippel und Kehrwoche

Hedwig Gähr aus Unterensingen berichtet uns heute von ihrem Schwiegersohn, einem Nicht-Schwaben.
Von
Gregor Preiß
Stuttgart
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Schwäbische Kehrwoche

Foto: Kraufmann

Leserin Hedwig Gähr aus Unterensingen berichtet uns heute von ihrem Schwiegersohn, einem Nicht-Schwaben. "Als er schon einige Zeit in unsere Familie kam, merkten wir bald, dass er nicht alle unsere schwäbischen Ausdrücke kannte", schreibt Gähr. Also fragten sie ihn ab. "Weißt du denn, was ein Wochendippel ist?" Er wusste es nicht. Und gab dafür die schöne Antwort: "Das ist der, der die Kehrwoche hat."

Nun ja, fast. Ganz falsch lag der Schwiegersohn jedenfalls nicht. Den Dippel hat er richtig interpretiert - nämlich als einen Tölpel. Daher rührt auch der schwäbisch-umgangssprachliche Ausdruck für die Virusinfektion Mumps, welche Gesichtsschwellungen verursacht, "die ein tölpelhaftes Aussehen hervorrufen können", wie es im "Lexikon der historischen Krankheitsbezeichnungen" von Hermann Metzke heißt. Patienten sind bis zu sieben Tage lang ansteckend - daher der Wochendippel. Apropos: Wie nennt man eigentlich den mit der Kehrwoche Betrauten? Wochenkehrer? Nie gehört. Wie wär's mit Wochendippel?

Das ging mal wieder fix: "Ich würde mich freuen, wenn mir ein Leser das Rezept für Krautbach geben könnte", hatte Leserin Ilse Wacker aus Filderstadt in unserer gestrigen Ausgabe geschrieben. Die Antwort kommt postwendend, und zwar von Leserin Friedl Weinmann, ebenfalls aus Filderstadt: "Übrig gebliebenes Sauerkraut (es sollte ziemlich nass sein, damit sich Dampf bilden kann) in eine Kaserolle geben. Dann macht man einen gesalzenen Dampfnudelteig und setzt den Teig aufs Kraut. Deckel drauf, und im vorgeheizten Backofen bei 170-180 Grad rund 30 Minuten backen (unsere Mutter stellte es immer auf den Wohnzimmerofen, um Energie zu sparen, aber das war in der Kriegszeit). Mengenangaben gibt es nicht, da es ja im Prinzip eine Resteverwertung ist."

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