Dialekt
: Wo kommt das Wort babbela her?

Fast jeder wusste, dass die Mutter dies zu Kleinkindern sagte, wenn das Essen aufgegessen war.
Von
Roland Groner
Stuttgart
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Stuttgarter Nachrichten

Stuttgart - Leser Horst Dreibach aus Filderstadt schrieb uns folgende Zeilen: "Am Montag tauchte bei uns in der Runde der Begriff ,babbela' auf. Fast jeder wusste, dass die Mutter dies zu Kleinkindern sagte, wenn das Essen aufgegessen war. Aber niemand konnte erklären, wo dieses Wort herkommt."

Die Frage nach der Herkunft von babbåla ist wohl berechtigt. Das Wort ist weithin bekannt, ist es doch eines der ersten Wörter, das Eltern zur verbalen Verständigung mit ihrem Nachwuchs, also mit ihrem Pfädschåkendle oder Fätschåle, benutzen, aber woher stammt es? Hat es vielleicht etwas mit "babbeln" zu tun? Wollten die Mütter in früheren Zeiten die ersten Sprechversuche ihres Babys damit bestätigen, und bekam dann babbåla mit der Zeit allmählich die Bedeutung "das Essen ist verspeist"?

Schauen wir im Grimm'schen Wörterbuch nach, und hoppla, was finden wir da: "baba ist der erste laut, den die kinder stammeln, von baba beginnt alles schwätzen und plaudern: baba (mutter), papa (vater), pappa (brei)." Das zuletzt genannte Wort heißt es jetzt zu prüfen.

Im gleichen Wörterbuch entdecken wir Papp und auch Bäpp in der Bedeutung "brei zum essen, kindspeise", und wir erfahren auch, dass diese Begriffe vom mittellateinischen pappa stammen. (Anmerkung: Unter Mittellatein versteht man die vielfältigen Formen der lateinischen Sprache des europäischen Mittelalters im 6. bis 15. Jahrhundert.)

Aber dieser Mehlbrei hatte noch eine andere Verwendung. Bei uns im Schwäbischen war bis vor einigen Jahrzehnten das Wort Kleister nicht im Gebrauch. Im Volksmund sagte man einfach "Bäbb". Während des Zweiten Weltkrieges und in der Nachkriegszeit waren Kleister und Klebstoffe kaum zu bekommen.

Wir Kinder haben bei unseren Bastelarbeiten einfach selbst mit Mehl und Wasser angerührten Bäbb verwendet. Auch die Kleister des Buchbinders und des Schuhmachers hießen früher schlicht und einfach Bäbb.

Doch zurück zu unserem babbåla. Dies sagt man den Kindern oder diese sagen es mit zunehmender Sprachfähigkeit selbst, wenn nichts mehr in der Schüssel, im Teller, aber auch im Schobbåle ist. Und den folgenden Spruch werden manche Mütter gebrauchen oder sich noch daran erinnern: "Babbåla, neks meh da!"

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