Dialekt: Was bedeutet: Gieb mr ao å Ale?

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Stuttgarter NachrichtenEine Leserin aus Plüderhausen macht auf das Ale aufmerksam und erklärt auch, was sie unter diesem Begriff versteht: "Gib mir ein Ale" wurde von Erwachsenen zu mir und anderen Kleinkindern gesagt. Daraufhin folgte dann eine Berührung von Wange zu Wange. Ich kann fast noch die feine Liebkosung meiner Großmutter an meiner Backe spüren, obwohl sie eine abgeschaffte Bauersfrau war.
Aus dieser Schilderung spürt man deutlich das Zärtliche und Emotionale, das in dem kleinen Wort Ale enthalten ist. Schauen wir uns deshalb dieses Wörtchen genauer an. Wenn wir die letzten zwei Laute von Ale einmal abtrennen, dann erhalten wir ein A-le. Jeder, der Schwäbisch kann, merkt sofort, dass das "-le" eine Verkürzung der in der Standardsprache allgemein verbreiteten Nachsilbe "-lein" ist. Das "A" am Anfang von Ale ist nur der Vokal "a", so dass Ale so viel bedeutet wie "das kleine A". Hier stellt sich die Frage, warum beim Ale gerade der Vokal "a" benutzt wird. Die Brüder Grimm stellen das A so vor: "A ist der edelste und ursprünglichste aller Laute, den das Kind zuerst und am leichtesten hervorbringen lernt, den mit Recht die Alphabete der meisten Sprachen an die Spitze stellen."
Die Eltern eines Babys erfahren, wie ihr Nesthäkchen beim Kontakt mit ihnen diesen Laut verwendet. Die kleine Silbe "-le" unserer Sprache hat immer etwas Gemüthaftes in sich. Die Verkleinerungsform "-chen" klingt viel sachlicher, wird mit dem im Kehlkopf gebildeten Reibelaut "ch" gesprochen und hat nicht den warmherzigen Klang für kleine und vertraute Wesen und Dinge wie das Schätzle, Häsle oder eben Ale.
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