Dialekt: Ein schwäbisches Donnerwetter

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Stuttgarter NachrichtenSeit dem zweiten Lebensjahr lebt Axel Manfred Rumpf von Mansfeld im Schwabenland. Seine Mutter floh mit ihren zwei Kindern aus der DDR nach Westdeutschland und fand in Stuttgart ihre zweite Heimat. Dort heiratete sie erneut, und der kleine Axel bekam einen "waschechten Schwaben" als Stiefvater. Wenn dieser sich über den Buben ärgerte, nannte er ihn "Du Dondr!", und als Steigerung seiner Verärgerung hängte er "Du dondrschlächtiger" hintendran. Rumpf von Mansfeld beschäftigen heute noch diese beiden Ausdrücke, weshalb er fragt, was sie bedeuten und in welcher "Barometer-Stimmung" sie zu verstehen seien.
Betrachten wir die beiden Wörter "Donder" und "donderschlächtig". Für einen Schwaben ist es nicht schwierig, Donder richtig zuzuordnen: Donder ist eine etwas andere Sprechform für Donner. Im Deutschen Wörterbuch der Brüder Grimm erfährt man, dass sich im 16. Jahrhundert neben Donner und Dunner auch Donder und Dunder zeigen. Diese Varianten haben sich in der bayrischen, schwäbischen und alemannischen Sprache erhalten. So sagt man im Schwäbischen neben 's donnåråt auch 's dondåråt und außerdem 's dãõråt. Donder ist auch ein sinnverwandtes Wort für Donnerwetter, also für ein Gewitter mit Blitz und Donner. Zusammen bezeichnen sie etwas Gefährliches, Böses, nicht zu Ertragendes.
Ein Donnerwetter kann aber auch eine "wetternde" Person hervorrufen, wenn sie poltert, lärmt und Krach zur Unzeit produziert und dabei dem ebenfalls Anwesenden grausig auf die Nerven geht. "Du Dondr!" kann dann dem Genervten spontan entfahren, in der Hoffnung, der Ruhestörer nimmt es sich zu Herzen.
Doch keiner kann aus seiner Haut, insbesondere nicht Kinder, und so wiederholt sich die Szene immer wieder. In seinem Groll greift der Geplagte abermals zu seiner Waffe, setzt aber noch eins drauf: "Du Dondr, du dondrschlächtigr!", was so viel heißt wie "du verfluchter!" Aber auch ein Lausbub zeigt gelegentlich erfreuliche Verhaltensweisen, was mit einem "So ånn Dondr!" anerkennende Bestätigung erfährt.