Baden-Württemberg
: Grundwasserstände wegen Trockenheit extrem niedrig

Mehr als die Hälfte der Messstellen zeigt alarmierend niedrige Werte. Die Trockenheit im Südwesten hat Folgen für die Grundwasserstände.
Von
red/dpa
Karlsruhe
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Grundwassermessstelle in Baden-Württemberg: ARCHIV - 04.10.2021, Baden-Württemberg, Markgröningen: Eine Grundwassermessstelle der Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg (LUBW) steht auf einer Wiese bei Markgröningen. (zu dpa: «Grundwasser im Südwesten auf Tiefstand wie im Dürrejahr 2020») Foto: Marijan Murat/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Die anhaltende Trockenheit führt im Südwesten zu weiter niedrigen Grundwasserverhältnissen.

Marijan Murat/dpa
  • Anhaltende Trockenheit senkt die Grundwasserstände in Baden-Württemberg deutlich.
  • LUBW meldet: 52 Prozent der Messstellen liegen unter dem Normalbereich auf niedrigem Niveau.
  • Im Juli gab es keine Sickerungen zum Grundwasser – Werte sind landesweit rückläufig.
  • Ein Drittel der Messstellen unterschreitet frühere Juli-Niedrigstwerte der letzten 30 Jahre.
  • Noch keine großräumigen Engpässe, doch bei anhaltendem Wetter drohen lokale Knappheiten.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Die anhaltende Trockenheit fordert ihren Tribut und führt im Südwesten zu weiter niedrigen Grundwasserverhältnissen mit rückläufiger Tendenz. Sollte es mit dem Wetter so weitergehen, könne es im weiteren Verlauf des Jahres zu zunehmenden Beschwerlichkeiten in Spitzenverbrauchszeiten kommen sowie zu Wasserknappheit in Gebieten, die vorwiegend mit Quellwasser versorgt werden. Das berichtete die Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg (LUBW) in Karlsruhe.

Grundwasserstände gehen deutlich zurück

Es habe im Juli keine Sickerungen zum Grundwasser gegeben. Niedrige Verhältnisse würden in allen Landesteilen gemessen und seien deutlich rückläufig. „Mittlerweile bewegen sich 52 Prozent der Messstellen unterhalb des Normalbereichs auf niedrigem Niveau“, hieß es. Anfang Juli seien es noch 36 Prozent gewesen. An einem Drittel der Messstellen lägen die aktuellen Werte unter den bisherigen Juli-Niedrigstwerten aus den vergangenen 30 Jahren. Noch seien großräumige Engpässe in der Wasserversorgung aber nicht absehbar.

Für die Bewertung berücksichtigt die LUBW die aktuelle Situation, setzt sie in Bezug zur bisherigen Entwicklung und erstellt Prognosen. Dabei werden Faktoren herangezogen wie Bodenfeuchte, meteorologische Daten wie Temperatur und Niederschläge sowie der bisherige saisonale gewässerkundliche Jahresverlauf der Messstellen.

Nabu: Trockenheit legt Schwäche der ohnehin geschädigten Gewässer offen

Die Klimakrise, die anhaltende Trockenheit und der geringe Niederschlag legten die Schwächen der ökologisch geschädigten Gewässer schonungslos offen, sagte dazu der Nabu Baden-Württemberg. „Die Leidtragenden sind alle Flusslebewesen, aber auch Wirtschaft, Landwirtschaft und die Menschen im Land spüren die Folgen.“ In Baden-Württemberg würden 75 Prozent des Trinkwassers aus Grundwasser gewonnen. Deshalb müsse der natürliche Wasserrückhalt in der Landschaft gestärkt werden. „Dies gelingt, indem Gewässer, Flussauen und Moore renaturiert werden“, hieß es.

Fast alle Landkreise verbieten Wasserentnahme

Fast alle Landkreise im Südwesten haben in den vergangenen Wochen die Entnahme von Wasser eingeschränkt, wie dem Lagebericht des Niedrigwasser-Informationszentrums zu entnehmen ist. So gilt im Landkreis Heilbronn seit Ende Juni eine entsprechende Allgemeinverfügung: Demnach ist es bis mindestens Ende September verboten, Wasser aus Seen, Bächen oder Flüssen für Bewässerungszwecke abzuzweigen. „Weiterhin erlaubt bleibt das Schöpfen mit Handgefäßen wie Gießkanne oder Eimer“, hieß es vom Landratsamt. Auch im Landkreis Biberach herrscht Wasserentnahmeverbot - verlängert wurde diese Maßnahme bis Ende August. Gleiches gilt für den Bodenseekreis, der angesichts der extrem niedrigen Wasserstände inzwischen sogar untersagt, mit Handgefäßen Wasser zu entnehmen. Empfindliche Bußgelder drohen.