Auf gut Schwäbisch
: Die Gmünder und ihr Alois

In Schwäbisch Gmünd gab es vor der Säkularisation bemerkenswert viele Klöster.
Von
Arnold Rieger
Stuttgart
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Vom Turm der Johanniskirche erklingen die Posaunen.

dpa

In Schwäbisch Gmünd gab es vor der Säkularisation bemerkenswert viele Klöster. Irgendwann hatte die Stadt deshalb den Spottnamen Schwäbisch Nazareth weg. Die Gmünder sind aber nicht nur sehr religiös, sondern auch sehr traditionsbewusst. Und sie haben einen besonderen Humor, wie dieser Beitrag von unserem Leser Gerhard Schwarz (aus Schwäbisch Gmünd!) dokumentiert. Er schreibt:

"Jahrgangsfeste haben Tradition in Schwäbisch Nazareth. Anfang Juni beginnen die Vierziger, und an jedem weiteren Wochenende gibt's zehn mehr drauf. Für die Herren sind Frack und Zylinder Pflicht beim Rundgang über den Marktplatz, die Damen tragen, was gefällt und noch passt. Wenn dann vom Turm der Johanniskirche das Tätärätä der Posaunen erklingt, werden die Augen feucht und die Münder weit. Es gilt, die Stadthymne anzustimmen. Drei Strophen sind es nur, wobei jede nur aus einem Satz, gewidmet dem unbekannten Gmünder "Alois", besteht. "Grüß di Gott, Alois", "Zahl a Maß, Alois", das sind die ersten zwei.

Dann aber warten die Schau- und Hörlustigen auf die dritte Strophe. Sie lautet schwäbisch simpel: "Leck mi am Arsch, Alois." Da ist keiner, der sich das Götz-Zitat entgehen ließe. Und glauben Sie mir, gesungen ist es noch viel schöner."

Kleiner Nachtrag: Der Leser legt Wert darauf, das Götz-Zitat in voller Länge abzudrucken: "Es wird ja auch nicht mit Pünktchen gesungen."

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