Ärger in Tübingen: Jugendlicher soll Boris Palmer den Mittelfinger gezeigt haben

Boris Palmer geriet mit Jugendlichen auf der Straße in Tübingen aneinander.
Bernd Weißbrod/dpa- Tübingens OB Boris Palmer berichtet von Konflikten mit Jugendlichen in der Innenstadt.
- Ein Radfahrer soll ihn auf der Neckarbrücke geschnitten haben und zeigte den Mittelfinger.
- Palmer kritisiert „Kuschelpädagogik“ und sieht in der Erziehung „etwas gewaltig schief“ laufen.
- Zwei Jugendliche riefen ihm „Palmer, du masch Tübingen kaputt“, laut Palmer im „typischen Migrantendeutsch“.
- Im Netz gibt es Zustimmung und Widerspruch – Palmer fordert mehr Respekt und Regelakzeptanz.
Die Zusammenfassung wurde von einer generativen künstlichen Intelligenz erstellt.
Es ist ein KI-Bild auf dem Facebook-Profil von Boris Palmer, das derzeit im Netz für Gesprächsstoff sorgt. Darauf ist ein Jugendlicher in einem grauen Kapuzenpulli zu sehen, der in Tübingen über die Neckarbrücke fährt. Dabei zeigt er den Mittelfinger. Die Geste soll dem Tübinger Oberbürgermeister gelten.
Wie Palmer schreibt, habe der Jugendliche eine Fußgängerampel an der Neckargasse umkurvt und sei ihm direkt vor die Füße gefahren. Als der OB ihn zur Rede stellte, habe er im Vorbeifahren mit der obszönen Geste reagiert. „Falls jemand gerade einen Sohn mit dem Fahrrad und der Kutte zu Hause ankommen sieht, gerne mal nachfragen“, schreibt Palmer. Doch damit nicht genug. Auf dem Weg zum Bäcker am Sonntag hätten zwei Jugendliche dem OB an den Kopf geworfen: „Palmer, du masch Tübingen kaputt.“ Die beiden hätten das laut Palmer „im typischen Migrantendeutsch“ gesagt.
Palmer: Früher hätten Jugendliche sich so etwas nicht getraut
Der Oberbürgermeister ist überzeugt, dass es sich hierbei um eine neue Qualität handelt. „Früher hätte sich kein jonger Soicher so was getraut“, schreibt er. „Das hätte mit mehr als nur an d backa na geendet.“ Soweit müsse man zwar nicht mehr zurück, schreibt der OB dann, aber mit „Kuschelpädagogik“ komme man auch nicht weit. Palmer ist überzeugt: „In der Erziehung geht da etwas gewaltig schief.“ Viele Menschen zögen daraus den Schluss, gar nichts mehr zu sagen. „Das macht es nicht besser“, so Palmer.
Netz diskutiert über den Post
Die Netz-Nutzer sind in der Bewertung von Palmers Kommentar geteilter Meinung. Einige pflichten dem Tübinger Rathauschef bei. Ein User sieht ähnliche Tendenzen bei den aktuellen Jugendkrawallen in Frankreich. Er fordert: „Schluss mit Weichspüler-Pädagogik“. Eine Nutzerin schreibt von der Erfahrung ihrer 90‑jährigen Mutter, die sich demnach Ähnliches wie Palmer im Straßenverkehr anhören musste, als sie ihre Meinung sagte. Andere Kommentatoren verweisen darauf, dass es deutlich mehr junge Männer gebe, die freundlich und hilfsbereit seien. Beiträge wie der von Palmer verzerrten das Bild, heißt es. Eine Kommentatorin versteht, dass Palmer sich aufregt, fordert ihn aber gleichzeitig dazu auf, sich sprachlich zu mäßigen. Ein anderer User weist Palmer darauf hin, dass es Aussagen über das schlechte Verhalten der Jugend bereits im antiken Griechenland gegeben habe – also ein Phänomen sei, das sich in jeder Generation wiederhole.
Der OB fordert mehr Respekt
Auf Anfrage unserer Redaktion präzisiert Palmer seine Kritik. „Es ist ein breit beobachtbares Phänomen, dass Menschen, die auf die Einhaltung von Regeln des Zusammenlebens pochen, zunehmend mit Beleidigungen oder gar tätlichen Angriffen rechnen müssen“, sagt der Tübinger Oberbürgermeister. Entscheidend sei deshalb die Erziehung: Sie müsse vermitteln, „dass Regeln für alle gelten und man andere Menschen respektiert“.


