Saison-Check TSV Affalterbach
: Neue Reize nach enttäuschender Vorsaison

Der Vorjahressechste TSV Affalterbach möchte sich in der Fußball-Kreisliga A1 Enz/Murr verbessern – und setzt dafür auf Veränderungen auf und neben dem Spielfeld.
Von
Marek Lantz
Stuttgart
Jetzt in der App anhören

Der TSV Affalterbach, hier mit Mittelfeldspieler Jannik Stephan (links), hofft auf weniger Verletzungspech in der neuen Runde.

Avanti/Ralf Poller

In sein viertes Jahr geht bei den Fußballern des TSV Affalterbach das Trainerduo Dennis Grab und Dominik Janzer. „Wir haben viel gesät, jetzt muss aber auch einmal die Mannschaft in die Pflicht genommen werden“, sagt Grab drei Wochen vor Beginn der neuen Spielzeit in der Kreisliga A1. Enz/Murr. „Wir haben auch uns als Trainer hinterfragt und wollen jetzt neue Reize setzen“, berichtet er weiter, denn zufrieden mit der letzten Saison konnte der TSV nicht wirklich sein.

Zwar musste man in den vergangenen zwölf Monaten viele längerfristige verletzungsbedingte Ausfälle beklagen, doch der sechste Platz im Abschlussklassement lag doch deutlich unter den Erwartungen, die vor allem die starke Rückrunde im Jahr zuvor geweckt hatte. „Ganz klar, wir haben nicht das Maximale rausgeholt und sind unter unseren Möglichkeiten geblieben. Daher müssen wir jetzt auch einiges ändern“, urteilt Grab, dessen Trainerpartner Janzer auch weiterhin als goalgettender Angreifer auf dem Feld eingeplant ist.

Neben Korrekturen neben dem Platz – beispielsweise wird man sich künftig bei den Heimspielen nicht erst in der Kabine treffen und auch auf das Thema Pünktlichkeit soll wieder mehr Augenmerk gelegt werden – wollen die Coaches dafür auch am Spielsystem Hand anlegen. „Bislang haben wir recht stur ein 4-4-2-System gespielt. Jetzt in der Vorbereitung haben wir es mit einer Fünferkette versucht. Das sah gleich ganz gut aus und die Jungs haben es angenommen“, erzählt Grab, der davon überzeugt ist, dass ein ambitioniertes Team aus der Kreisliga A auch in der Lage sein muss, zwei Systeme zu beherrschen, um künftig während eines Spiels die Strategie zu wechseln. „Und Fünferkette heißt nicht, dass wir defensiver spielen und etwa den Bus parken wollen. Das System geht ja nahtlos in eine Dreierkette über. Uns geht es einerseits darum, Gegentore zu vermeiden, die wir letztes Jahr leider zu oft bekommen haben, und andererseits auch mit mehr Spielern nach vorne nachzurücken. Da war Janzer in der vergangenen Saison doch oft ziemlich alleine“, erklärt Grab.

Kader wurde weiter verjüngt

Zudem haben die Affalterbacher in diesem Sommer ihren Kader weiter verjüngt. „Endlich ist es mal wieder gelungen, drei Spieler aus unserer A-Jugend hochzuziehen. Das ist nicht selbstverständlich“, freut sich der Trainer über den Zuwachs von Verteidiger Tom Schulz und den beiden Mittelfeldyoungsters Eric Rothfuß und Roberto Dzenic. Aus dem gleichen Jahrgang stammt auch der vom SV Fellbach gekommene Abwehrspieler Kim Hinner. „Ihm merkt man seine gute fußballerische Ausbildung an. Bislang sind seine Auftritte sehr überzeugend“, lobt er seine neue Defensivkraft.

An Hinners Seite könnte dann künftig mit Sebastian Rief der mit Abstand bekannteste der Neuzugänge zentral verteidigen. Der inzwischen 33-Jährige, der in jungen Jahren für den SGV Freiberg in der Oberliga auflief und später zu dessen Verbandsligazeiten beim VfB Neckarrems das Amt des Spielertrainers innehatte, kommt von Dersim Ludwigsburg. „Er hat als kleiner Junge in Affalterbach mit dem Kicken angefangen und will seine Laufbahn nun dort beenden, wo sie angefangen hat“, erzählt Grab. Rief, der viele Positionen ausfüllen kann, in den vergangenen Jahren aber meist im Abwehrzentrum spielte, wird jedoch wohl nicht bei allen Partien zur Verfügung stehen. „Er ist auch Cheftrainer der U14 der Stuttgarter Kickers. Wenn deren Spiele parallel angesetzt sind, wird er uns fehlen. Das ist so besprochen“, erklärt der TSV-Coach.

Mehr Konstanz ist ein Saisonziel

Der aus Schorndorf gekommene Angreifer Olade Wassiou Salami, nicht nur wegen seines kuriosen Nachnamens bereits absoluter Publikumsliebling in Affalterbach, komplettiert die Liste der Neuzugänge.

Was die Zielsetzung in dem am 31. August mit dem Heimspiel gegen den GSV Pleidelsheim II beginnenden Spieljahr 2025/26 angeht, in dem er den Vorjahreszweiten SGV Murr und den TSV Grünbühl als Topfavoriten der A1-Staffel einstuft, bleibt Grab aber vorsichtig. „Besser als im Vorjahr abschneiden“, sagt er, weiß aber nach einer enttäuschenden Runde ganz genau: „Das muss eigentlich auch drin sein und wäre keine große Kunst. Aber sollten wir es schaffen, Konstanz reinzubringen, kann die Saison auch eine richtig gute Geschichte werden.“

Kader und Transfers des TSV Affalterbach

Kader
Tor: Robin Kuschewitz, Arne Vogel. Abwehr: Dennis Dressler, Michele Coiro, Timo Kretschmer, Marius Stephan, Nils Entenmann, George Mihai Tarba, Yannick Arent, Maik Geier, Nico Haußmann, Sebastian Rief (FV Dersim Ludwigsburg), Tom Scholz (eigene Jugend), Kim Hinner (SV Fellbach Jugend). Mittelfeld: Kevin Holl, Jannik Walter, Jannik Stephan, Alexander Grimm, Tim Seyfferle, Antonio La Macchia, Juled Zekolli, Cat Luong Nguyen, Eric Rothfuß, Roberto Dzenic (beide eigene Jugend). Angriff: Dominik Janzer, Luca Schiliro, Katriel Lovaglio, Giuseppe Lovaglio, Olade Wassiou Salami (Aramäer Schorndorf).

Abgänge
Giuliano Mollo (SC Korb), Lars Wendel (Karriereende)

Trainer: Dennis Grab und Dominik Janzer

Saisonziel: Besser als letztes Jahr (6. Platz)

Meisterschaftsfavoriten: SGV Murr und TSV Grünbühl