Pleidelsheim: Dachwohnung brennt lichterloh

Das Dach in der Pleidelsheimer Schillerstraße hat am frühen Montagmorgen in Flammen gestanden.
7aktuellPleidelsheim - Helle Aufregung am frühen Montagmorgen in der Pleidelsheimer Schillerstraße: „Ich bin kurz vor sechs von der Feuerwehr geweckt worden“, erzählt ein Anwohner. „Da hat’s schon jesesmäßig die Flammen aus dem Dach rausgeschlagen.“ Um 5.44 Uhr ging der Alarm ein. Dabei muss der Brand schon in der Nacht in dem unbewohnten Dachgeschoss geschwelt haben. Eine Nachbarin war um 4 Uhr um das Haus gegangen, weil sie einen verdächtigen Geruch wahrgenommen hatte. „Es war aber nichts, dann habe ich irgendwann aber doch die Feuerwehr alarmiert.“
Einer der ersten am Einsatzort war Sebastian Tochtermann. „Da war ein kleines Feuer vor der Tür, das habe ich gelöscht. Drinnen im Dach war alles verraucht. Wenn ich da die Tür geöffnet hätte, wäre es sofort zur Durchzündung gekommen.“ Bei dem von Feuerwehrleuten gefürchteten „Flash-Over“, der plötzlichen Entzündung von heißen Rauchgasen, können sich Temperaturen bis zu 1000 Grad entwickeln.
Also Rückzug und auf Verstärkung warten. Mit dem zweiten und dritten Zug startet die Feuerwehr Pleidelsheim einen zweiten Versuch. Aber noch bevor die Kameraden die Tür öffnen konnten, kam es von selbst zur Durchzündung. „Da hat’s die Tür regelrecht rausgeschlagen“, erzählt Tochtermann später am Vormittag erschöpft. „Einen Kameraden hat’s erwischt.“ Mit leichter Rauchgasvergiftung, Rücken- und Knieproblemen wurde ein Feuerwehrmann ins Krankenhaus gebracht, wo er über Nacht zur Beobachtung blieb.
Jetzt war wenigstens der Zugang frei. Die 80 Einsatzkräfte aus Pleidelsheim, Marbach, Murr und Ingersheim konnten mit insgesamt 14 Fahrzeugen die Flammen rasch unter Kontrolle bringen. Später forderte Einsatzleiter Sascha Alber noch Verstärkung aus Freiberg an, sodass insgesamt rund 100 Retter aktiv waren. „Die Atemschutzgeräte-Träger dürfen höchstens 30 Minuten am Stück arbeiten, dann ist eine Pause vorgeschrieben“, erklärt der stellvertretende Kommandant.
Kommandant Frank Holzwarth bräuchte derweil mehr Leute, die wie er mit der Kettensäge umgehen können und noch Atemschutzzeit zur Verfügung haben. „Wir müssen die Verkleidung im Dach öffnen, um in der Dämmung nach Brandnestern zu suchen“, erklärt Alber. Die Brandwache werde sich noch bis in den späten Nachmittag hinziehen.
Zur Brandursache kann die Polizei noch keine Angaben machen. „Das wird untersucht“, sagt eine Polizistin, die einen verschmorten Kupferdraht mit einigen elektrisch aussehenden Anhängseln aus dem Haus trägt. „Das lag mitten im Schutt.“
Der Sachschaden beträgt mindestens 150 000 Euro – vielleicht noch mehr, wenn der Wasserschaden noch mit berücksichtigt wird. Ein Notarzt, eine Rettungswagenbesatzung und vier Angehörige der DRK-Ortsgruppe Pleidelsheim waren im Einsatz. Da das Haus zur Zeit des Brandes glücklicherweise leer war, gab es außer dem verletzten Feuerwehrmann nur hungrige und durstige Kameraden zu versorgen. Und die Schüler der nahe gelegenen Friedensschule hatten einen spannenden ersten Schultag.