Murr/Freiberg: Gute Aussichten auf Übernahme von UBC

21 Interessenten haben sich bei dem Insolvenzverwalter von UBC gemeldet.
Archiv (avanti)Murr/Freiberg - Das Interesse an einer Übernahme des insolventen Betriebs UBC in Murr und Freiberg ist groß. Bis jetzt sind 21 Angebote beim Stuttgarter Insolvenzverwalter Holger Leichtle und dessen Kanzlei Schultze & Braun eingegangen. Es handele sich um „unverbindliche“ Angebote, teilt der Kanzleisprecher von Leichtle, Ingo Schorlemmer, mit. In den nächsten Wochen würden sicherlich „finale“ Angebote eingehen. „Wir streben eine baldige Klärung an, wollen uns aber in Ruhe für den richtigen Investor entscheiden.“ Es komme beim Abschluss nicht auf zwei Wochen mehr oder weniger an.Dass sich gleich 21 Interessenten für den Hersteller von Bauteilen für Sportwagen und Rennserien gemeldet haben, führt Schorlemmer auf den „sehr lukrativen“ Markt zurück. „Das ist ein absoluter High-Tech-Bereich.“ In Murr sei seit 1998 unter dem Geschäftsführer Ulf Bräutigam sehr viel Entwicklungsarbeit mit carbonhaltigen Materialien betrieben worden, um den Motorrennsport zu beliefern. Probleme habe UBC bekommen, als das Unternehmen das „sehr spezielle Segment Rennsport“ in die Kleinserienproduktion für Autohersteller erweiterte. „Da hat man sich wohl etwas überschätzt – die Umstellung kostete Geld“, berichtet Schorlemmer. Gewinne seien in der Zukunft zu erwarten, was für Investoren lohnend sei. Um die Kleinserienproduktion in Freiberg zu stärken, habe Holger Leichtle zwischenzeitlich Manager dafür eingesetzt.Als gutes Zeichen wertet Ingo Schorlemmer die Treue der Mitarbeiter. Die Produktion laufe an beiden Standorten auf vollen Touren weiter. Von den 160 festangestellten Kräften seien 150 trotz des Insolvenzantrags im Februar bis jetzt geblieben. „Sie tragen dazu bei, dass Investoren an die Zukunft von UBC glauben.“
Ob sich Holger Leichtle am Ende für einen strategischen Investor aus der Branche oder für einen Finanzinvestor entscheidet, lässt sein Sprecher offen. „Es hängt auch von der Höhe des Angebots ab.“ Schließlich müssten die Außenstände auch bezahlt werden.
Die Gläubiger melden im Rahmen des Insolvenzverfahrens seit Anfang Mai ihre Ansprüche an. Sie können das laut Schorlemmer noch bis Mitte Juni. Im Jahr 2016 hatte sich bei einem Umsatz von 27,5 Millionen Euro ein Fehlbetrag von 1,4 Millionen Euro ergeben. Auch in den Vorjahren musste UBC Verluste in ähnlicher Höhe hinnehmen.