Marbach/Basketball
: Eine Basketball-Familie wie aus dem Bilderbuch

TVM-Coach Uli Heyden ist bereits als Spieler sehr erfolgreich gewesen. Sohn Nils und Neffe Holger gehen ebenfalls beim TVM auf Korbjagd.
Von
Simon David
Stuttgart
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Holger Heyden spielt beim TV Marbach.

Archiv (avanti)

Marbach - Basketball hat mittlerweile eine lange Tradition in Marbach. In dieser Zeit haben viele Spieler und Trainer an den Erfolgen des TV Marbach mitgewirkt. Gleich mehrere Mitglieder der Familie Heyden waren und sind an diesen Erfolgen beteiligt. So kam Uli Heyden mit 13 Jahren zum Basketball. Der groß gewachsene Schüler war seinem Sportlehrer Jürgen Blaetter sofort aufgefallen. Es brauchte einige Überzeugungsarbeit, aber schließlich konnte Blaetter, auf dessen Initiative die Basketballabteilung des TV Marbach entstand, Heyden dazu bewegen, im Nachwuchsteam des TVM mitzuspielen. „Jürgen Blaetter hat mich dazu überreden müssen, aber ich bin ihm sehr dankbar dafür. Basketball war die beste Entscheidung meines Lebens“, so der heutige Trainer der Oberliga-Mannschaft.

Tatsächlich war Uli Heyden sehr erfolgreich. Beinahe wäre er sogar Junioren-Nationalspieler geworden. Die Berufung in die Auswahl hatte er bereits in der Tasche, musste jedoch auf mögliche Einsätze verzichten, weil er eine Ausbildung bei Porsche begonnen hatte und ihm die Zeit für Reisen mit der Nationalmannschaft fehlte. Dafür feierte er mit dem TV Marbach zahlreiche Erfolge. Mit 18 Jahren wechselte er in die Herrenmannschaft, mit der er Mitte der 80er sogar in die 2. Bundesliga aufstieg. Dort hielten sich die Marbacher zwar nur ein Jahr, in der damals noch drittklassigen Regionalliga war der TVM jedoch eine feste Größe. „Wir haben uns regelmäßig heiße Duelle mit Ludwigsburg und Kirchheim geliefert“, so Uli Heyden. Ein ganz besonderes Highlight in seiner Karriere als Spieler war das Erreichen des Achtelfinales im DBB-Pokals. „Da hat der TVM zum ersten mal richtig Geld verdient, weil wir das Heimrecht an Osnabrück verkauft haben“, erinnert er sich. Dass die Partie beim damaligen Bundesligisten verloren wurde, schmerzte Heyden nur wenig, das Vordringen ins Achtelfinale war bereits ein großer Erfolg. Noch bis er 40 war, gehörte Uli Heyden zum Kader der Marbacher Basketballer. So erlebten auch die Söhne Philipp und Nils und Neffe Holger ihren Vater und Onkel als Spieler. Alle drei erinnern sich noch gut daran, wie sie die Spiele ihres Vorbilds als Kind miterleben. Dennoch war Holger der einzige, der seine Sportlerlaufbahn direkt mit dem Basketballspielen begonnen hat. Philipp spielte zunächst einige Zeit Fußball, wo er beim FC Marbach im Tor stand. Erst mit zwölf Jahren kam er über Freunde zum Basketball und merkte schnell, dass ihm das mehr Spaß machte als Fußball. Er schaffte es nicht nur in die U20-Nationalmannschaft, sondern nach mehreren Stationen bei verschiedenen Vereinen auch in die Bundesliga, wo der 2,06 Meter große Center aktuell beim BBC Bayreuth auf Korbjagd geht. Die Entscheidung für den Basketball war also auch für ihn genau richtig, auch wenn es der Profisport mit sich bringt, dass man kaum Freizeit hat. Nicht nur das tägliche Training, sondern auch der enge Spielplan der Bundesliga sorgt dafür, dass wenig Zeit für anderes bleibt. „Ich bin froh, dass ich zu Weihnachten nach Hause kommen konnte, wenn es auch nur für zwei Tage war“, so Philipp Heyden. Denn nach dem Spiel bei den Artland Dragons kurz vor Weihnachten, das unglücklich mit 83:84 verloren wurde, stand am 28. Dezember bereits die nächste Begegnung auf dem Programm. Gegen den Mitteldeutschen BC verlor Bayreuth zu Hause mit 77:83. Derzeit belegt Heydens Mannschaft den vorletzten Platz in der Bundesliga. „Im Moment sieht es nicht gut aus, wir haben aber auch viele sehr gute Spiele gezeigt und meist nur knapp verloren. Ich fühle mich im Team sehr wohl und bin sicher, dass wir den Klassenerhalt noch schaffen“, sagt er.

Nach wie vor interessiert sich Philipp Heyden für das Abschneiden des TV Marbach. „Ich tausche mich jede Woche mit meinem Vater über die Spieltage in der Bundesliga und der Oberliga aus, so bin ich immer auf dem Laufenden“, verrät Philipp Heyden, der immer noch Kontakt zu einigen seiner Mitspielern aus der Jugendmannschaft des TVM hält. So weiß er, dass die Oberliga-Mannschaft, die mittlerweile von seinem Vater trainiert wird, auf Platz eins überwintert. Überhaupt ist der TV Marbach sehr erfolgreich, seit Uli Heyden die Mannschaft führt. 2011 schloss der TVM die Landesliga mit Platz zwei ab, im Jahr darauf stieg man in die Oberliga auf, wo 2013 beinahe der Durchmarsch in die Regionalliga gelungen wäre. Seit der Aufstiegssaison 2011/2012 gehören auch Nils und Holger Heyden zum Kader des TVM. Nils, der zunächst Handball bei der HSG Marbach/Rielingshausen spielte und dann zum Basketball kam, spielte mehrere Jahre in der Jugend-Regionalliga für Ludwigsburg, ehe er den Weg zurück nach Marbach fand. Derzeit absolviert er sein Sportstudium in Köln, weshalb er nicht regelmäßig bei den Spielen zum Einsatz kommen kann. „Ich versuche aber, so oft dabei zu sein, wie es geht. Es macht nämlich sehr viel Spaß. Und das Ziel ist ganz klar der Aufstieg“, so Nils Heyden, der nach seinem Studium eine Laufbahn als Trainer im Leistungssport anstrebt.

Auch Holger Heyden fühlt sich sehr wohl in der Marbacher Mannschaft und will alles für den Aufstieg geben. „Es ist zwar sehr stressig mit Studium und Training, aber Basketball macht einfach zu viel Spaß, um darauf zu verzichten“, erklärt Holger, der im August an der Hochschule für Technik in Stuttgart ein Bauingenieurs-Studium begonnen hat. Es bleibt nun abzuwarten, ob dem TV Marbach der Aufstieg und dem BBC Bayreuth der Klassenerhalt gelingt.