Marbach
: Sogar in den Flitterwochen setzt sie sich für andere ein

Die Zahnärztin Maria-Helen von Laufenberg arbeitet bald ehrenamtlich in einer Praxis auf den Philippinen auf Cebu, einer Insel der Visayas-Gruppe engagieren.
Von
Karin Götz
Stuttgart
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Maria-Helen von Laufenberg kümmert sich um das Gebiss anderer.

Werner Kuhnle

Marbach - Zu den schönsten Tagen im Leben eines Menschen gehört der Tag der Hochzeit. Und verbunden damit die Flitterwochen. Sonnenuntergänge am Strand erleben, ferne Städte erkunden und das süße Nichtstun genießen. Wer träumt nicht davon? Maria-Helen von Laufenberg. Am 2. November fliegt sie zusammen mit ihrem Ehemann in die Flitterwochen nach Vietnam. Gerade mal fünf Tage Auszeit gönnt sich das Paar – dann fliegen die beiden nach Manila. Allerdings nicht, um weiter Urlaub zu machen, sondern um zu arbeiten. Ehrenamtlich. Die 35-Jährige wird bis Ende November auf Cebu, einer Insel der Visayas-Gruppe im Inselstaat der Philippinen, in einer Zahnarztpraxis arbeiten.

„Ich möchte den Menschen dort etwas zurückgeben“, sagt Maria-Helen von Laufenberg, die ihren gesamten Jahresurlaub für die Reise auf die Philippinen einsetzt. Es ist auch eine Reise in die biografische Vergangenheit, denn die verstorbene Großmutter der in Stuttgart wohnenenden und in Marbach arbeitenden Zahnärztin kommt von den Philippinen. Tanten und Cousins leben noch in Manila. „Sie holen uns vom Flughafen ab und wir haben dann zumindest einen gemeinsamen Tag, bevor wir dann weiter nach Cebu fliegen“, erzählt die 35-Jährige. Die 4500 Quadratkilometer kleine Insel ist ländlich geprägt und nicht gut erschlossen. Es gibt Gäste, die die wunderschönen Strände und Wasserfälle genießen, weiß von Laufenberg. „Aber das sind in der Regel Philippiner, keine Touristen aus dem Ausland.“

Die Zahnärztin, die Maria-Helen von Laufenberg unterstützt, hat zwei Praxisräume. „Es ist alles sehr einfach dort. Die Inselbewohner sind nicht krankenversichert. Wer besser gestellt ist, geht zur Behandlung sowieso in private Kliniken“, weiß die 35-Jährige, die mit vielen Sachspenden im Gepäck nach Südostasien reist. Vor allem Bohrer, Kunststoffe für Füllungen und so genannte Bonding Systeme, die gewährleisten, dass die Füllung am Zahn haftet. Vor einem halben Jahr hat sie begonnen, die Werbetrommel für ihren ehrenamtlichen Einsatz zu rühren. Mit der Ausbeute ist sie zufrieden. „Wenn man erklärt, was man vor hat, dann geben die Leute auch etwas“, so ihre Erfahrung.

Was genau sie in den drei Wochen, in denen sie als Zahnärztin auf Cebu arbeitet, erwartet, kann Maria-Helen von Laufenberg nur ahnen. Klar ist aber: „Bei den Kindern geht es vor allem um das Thema Prophylaxe und bei den Erwachsenen um das Lindern der Schmerzen.“

Dass sie Zahnmedizinerin würde, war ihr schon während der Schulzeit klar. Nach einer Ausbildung zur medizinisch-technischen Assistentin begann sie ihr Studium in Ulm. Vier Semester studierte sie auch in Ungarn. Zahnärztin ist für die 35-Jährige ein „cooler Beruf“. „Es wird einem nie langweilig, meine Arbeit hat auch einen künstlerischen Aspekt und ich freue mich, wenn zufriedene Patienten die Praxis verlassen.“ Im Juni 2018 ist von Laufenberg mit dem Studium fertig. Danach beginnt sie in der Marbacher Praxis Berger und pendelt jeden Tag zwischen Stuttgart und der Schillerstadt.

Aufgeregt ist Maria-Helen von Laufenberg vor der großen Reise nicht. Es ist schließlich nicht das erste Mal, dass die junge Frau sich im Ausland ehrenamtlich engagiert. In den USA hat die 35-Jährige schon Krebspatienten betreut und auch in Spanien hat sie schon gearbeitet. „Ich habe mich gut vorbereitet und freue mich auf das, was kommt. Und außerdem habe ich ja auch meinen Ehemann an der Seite“, sagt sie und lacht. Nicht allein zu reisen wurde ihr ans Herz gelegt. „Es gibt dort viel Kriminalität und es ist nicht ratsam, als weiße Europäerin allein unterwegs zu sein.“

Dennoch hat sie Respekt vor dem was auf sie zukommt. Vor allem vor den Bedingungen, unter denen sie die Patienten behandeln muss. Doch die Freude an ihrem Beruf, der Partner an ihrer Seite und ihr Glaube bilden für die 35-Jährige ein stabiles Fundament. Egal was kommt.