Affalterbach
: Explosion auf AMG-Gelände

In einer Kälteprüfkammer des Affalterbacher Motorenwerkes AMG ist es zu einem Brand und zu einer Explosion gekommen. Die Polizei vermutet einen technischen Defekt.
Von
Oliver Schaewen
Stuttgart
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Hier hat sich die Explosion ereignet.

Werner Kuhnle

Affalterbach - Der Werksschutz von AMG entdeckte den Brand am Donnerstag um kurz vor 6 Uhr morgens. Ein lauter Knall hatte die morgendliche Ruhe durchbrochen. Offenbar war es in einer Kälteprüfkammer zu einer Explosion gekommen. Der Druck schleuderte die massive Stahltüre etwa zehn Meter fort. Danach stand die Kammer in Flammen. Dabei entwickelte sich eine Hitze, die so groß war, dass ein etwa 15 Meter entfernt stehendes AMG-Modell beschädigt wurde.

Wie die Explosion zu Stande kam, ist noch ein Rätsel. „Wir schließen ein Drittverschulden aus“, erklärte Peter Kolwe, Leiter des Polizeireviers in Marbach. Mit Sicherheit habe ein technischer Defekt den Brand ausgelöst. Ob die Ursache der Explosion bei einem völlig zerstörten AMG-Fahrzeug im Innern liegt oder bei Geräten in der Halle, müsse ein Sachverständiger untersuchen. Die Frage beschäftigt auch Sascha Hänig, den Kommandanten der Affalterbacher Feuerwehr. „Die Explosion könnte sich am Fahrzeug ereignet haben“, sagt er. An einem Wagen, der bei Minustemperaturen im Dauerbetrieb stehe, sei ein technischer Defekt denkbar. Er könne aber derzeit nur Vermutungen anstellen. Hänig war mit vier Löschwagen und etwa 25 Leuten sechs Minuten nach dem Alarm auf dem AMG-Firmengelände eingetroffen. „Der Rauch griff schon auf Nachbargebäude über“, berichtet er. Besonders prekär: Die Hitze drohte, zwei in der Nähe gelagerte Stickstofftanks zu erfassen. Die Wehr kühlte die Tanks bis etwa 6.30 Uhr vorsorglich mit Wasser. Etwa 20 Minuten später war der Brand gelöscht. „Wir konnten die Kammer auf dem freien Gelände gut umzingeln“, erzählt Hänig.

Der Affalterbacher Wehr und den zu Hilfe gerufenen Kollegen aus Marbach bescheinigt Sascha Hänig eine fachmännische und disziplinierte Leistung. Die etwa 20 Feuerwehrleute aus Marbach behielten unter anderem die Rauchentwicklung im Blick und halfen mit Atemschutzgeräten aus. Für die Feuerwehrleute war der Einsatz nicht frei von Ängsten. „Es war für uns nicht einschätzbar, ob das Auto seinen Brennstoff von einem eigenen oder einem externen Tank bezogen hat“, sagt Wilfried Pribil, Einsatzleiter der Marbacher Wehr.

Vor Ort war an dem Morgen auch der Affalterbacher Bürgermeister Steffen Döttinger. „Es war gut, dass die Wehr so frühzeitig da war und beherzt eingegriffen hat.“ Ähnlich sieht es Sofia Stauber, Pressesprecherin von AMG. „Für uns ist es das Wichtigste, dass keine Personen zu Schaden gekommen sind.“ Für den Defekt habe man bisher noch keine Erklärung. „Bei uns wird immer alles hundertprozentig getestet und gewartet.“

Wie hoch der Schaden letztlich ist, scheint unklar. Nach Schätzungen der Polizei liegt er bei mindestens 100 000 Euro. Das örtliche Rote Kreuz und Kreisbrandmeister Andy Dorroch waren mit im Einsatz. Fotografiert werden durfte gestern auf dem Gelände nicht.