Gnädig verlässt Soko „Wie stolz und stark Stuttgart wurde!“

Uwe Bogen, 27.09.2012 11:00 Uhr
Als „Deutschlands schönste TV-Kommissarin“ hat man sie bezeichnet. Am Donnerstag verabschiedet sich Nina Gnädig mit der Folge „Blutige Diamanten“ nach drei Jahren von der „Soko Stuttgart“.

Stuttgart - Als „Deutschlands schönste TV-Kommissarin“ hat man sie bezeichnet – an diesem Donnerstag verabschiedet sich Nina Gnädig, 34, mit der Folge „Blutige Diamanten“ nach drei Jahren von der „Soko Stuttgart“. Ein Gespräch über schwäbischen Stolz, Knollensellerie und den Quotenerfolg von Krimis.

Sie hören es nicht gern, wenn man Ihre engen T-Shirts in der Rolle der Anna Badosi in der „Soko Stuttgart“ erwähnt.
Wie Sie sich gewiss denken können, kann eine Schauspielerin zwar die Farbe der Jeans bestimmen, aber nicht die Jeans selbst. Denn das ist die Aufgabe und der Beruf des Kostümbildners. Und ja, auch zur Anna Badosi gab es ein klares Rollenprofil, das macht den Reiz ja aus. Genauso wie ich auch schon als Knollensellerie auf der Bühne stand.

Knollensellerie, wie stark! Verlassen wir aber Äußerlichkeiten. In Ihrer letzten Folge wird der innere Konflikt beschrieben, in den Frau Badosi stürzt, nachdem sie auf einen mutmaßlichen Täter schießt. Gab’s auch bei Ihnen privat innere Konflikte beim Ausstieg aus der Serie?
Natürlich hab’ ich mit meiner Entscheidung gerungen. Wer schmeißt sich schon selbst leichtfertig aus dem warmen Nest, um seine Flügel zu kräftigen? Zumal dieses Nest Geborgenheit bot. Ich durfte als Kommissarin Anna Badosi eine Figur spielen, die schnell ist im Kopf wie mit dem Körper, die über jedes Vorurteil hinwegspringt und immer auf der anderen Seite landet, auf der der Horizont weitergeht. Das ist als Schauspielerin natürlich spannend. Und als Mensch erst recht.

Dem Menschen ist der Abschied schwergefallen?
Ja sehr, weil die „Soko Stuttgart“ ein ­wunderbar eingespieltes Team ist. Geprägt von viel Warmherzigkeit, Aufmerksamkeit und Solidarität – was lange Drehtage ­lebens- und liebenswerter machen kann. Da bleibt das Herz dran hängen.

Wie haben Sie Stuttgart bei den Dreharbeiten in den letzten drei Jahren erlebt?
Als ich auf der Schwäbischen Alb ins ­Gymnasium ging, war Stuttgart die weit entfernte Landeshauptstadt, die ich nur ein-, zweimal im Jahr besuchte. Heute ist es deshalb ein wenig so, als würde ich durch meine Kindheitserinnerungen spazieren, wenn ich im Schlosspark und in der Wilhelma bin samt Himbeereis und Limonade. Die „Soko“ war immer wieder ein „Sesam-öffne-Dich“ für das gesamte Team.

Was hat sich geöffnet?
Von abgelegenen Villen über die Kanalisation, von der Justizvollzugsanstalt Stammheim bis hin zu Weingütern und dem Cannstatter Wasen – überall durften wir hinter die Kulissen steigen, die es im Leben tatsächlich gibt. Ich habe sozusagen die Stuttgarter Welt von innen nach außen neu entdeckt – viel gestaunt und manches gelernt in diesen drei Jahren.

 
 
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Kommentare (3)
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Diana Ist schon länger als 1 Jahr her
Geaergert hab ich mich ja auch - aus Eifersucht naemlich. Das manche Leute nicht einfach nur ungemein sexy und gutaussehend sein koennen, sondern auch noch so begabt. Ich fand, dass Gnaedig den auch unglaublichsten Plotten und den merkwuerdigsten Dialogen immernoch Glaubwuerdigkeit verleihen konnte. Deswegen find ich's schade, sie nicht mehr bei der SOKO zu sehen
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Peter Hofmann Ist schon länger als 1 Jahr her
Immer habe ich mich über diesen aufgeblasenen Busen geärgert. Eine seriöse Kommissarin würde sich niemals so ordinär kleiden. Jetzt hat sie auch noch die Lippen aufgesprizt. Der Höhepunkt des tiefen Falls der Geschmacklosigkeit... widerlich...
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Stuttgarter Ist schon länger als 1 Jahr her
Schönheit ist ja bekanntlich Geschmackssache. Die Ausstrahlung eines Käsebrots und Möpsehochschieben empfindet aber nicht jeder als schön. Das kann der Sendung nur guttun.
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