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"Einschweizerung" Schwaben sollen der Schweiz beitreten

Arnold Rieger und Julia Fiedler , vom 16.06.2010 15:45 Uhr
Schweizer Fahnen auf dem Schlossplatz (bei der WM 2006) - vielleicht wehen sie dort bald häufiger Foto: Eppler
Schweizer Fahnen auf dem Schlossplatz (bei der WM 2006) - vielleicht wehen sie dort bald häufiger Foto: Eppler
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Bern/Stuttgart - Von wegen "Sauschwaben": So massiv wie derzeit werben die Eidgenossen schon seit 500 Jahren nicht mehr um einen Beitritt rechtsrheinischer Gebiete. Ob sie sich das gut überlegt haben, ist aber fraglich. Denn Stuttgart wäre dann ihre größte Stadt.

Baden-Württemberg gehört bald zur Schweiz - zumindest, wenn es nach der rechtspopulistischen Schweizerischen Volkspartei (SVP) geht. Deren Nationalrat Dominique Baettig will, dass der Südwesten den Beitritt zur Eidgenossenschaft beantragen kann.

Der gelernte Psychiater meint es ernst: Baettig beantragt vom Schweizer Bundesrat, also der Regierung in Bern, "einen verfassungsrechtlichen und gesetzlichen Rahmen zu erarbeiten, damit grenznahe Regionen in der Form neuer Kantone in die Schweiz integriert werden können". Stellt die Mehrheit der dortigen Bevölkerung ein solches Begehren, solle ihr der Beitritt gewährt werden, fordert der Politiker in dem Mitte März im Parlament eingereichten Antrag. Dabei will Baettig nicht nur den Südwesten aufnehmen. Auch Vorarlberg (Österreich), das Elsass und das Département Jura (Frankreich) sowie Bozen, Aosta und Como (Italien) könnten nach seiner Vorstellung schweizerisch werden. "Es heißt immer nur, die Schweiz soll der EU beitreten", sagt SVP-Generalsekretärin Silvia Bär. "Warum soll das nicht umgekehrt möglich sein?" SVP-Parteichef Toni Brunner und 27 Abgeordnete unterstützen den Antrag.

Eidgenossen planen langfristig

Ganz so schnell wird es mit der "Einschweizerung", wie es bei den Eidgenossen heißt, jedoch nicht gehen. "Selbst wenn der Vorschlag im Parlament unterstützt würde, würde es noch Jahre dauern, bis es so weit ist", erklärt Bär.

Doch die Eidgenossen haben Zeit, sie planen langfristig. Denn im Grunde genommen haben sie ihren Versuch, sich die Schwaben einzuverleiben, ja schon vor 500 Jahren begonnen. Damals gelang es ihnen tatsächlich, ihren Einfluss nördlich des Rheins auszudehnen. Städte wie Konstanz waren drauf und dran, schweizerisch zu werden - wenn da nicht das Haus Habsburg-Österreich gewesen wäre. Das trat den Eidgenossen vor allem mit Hilfe des Schwäbischen Bunds entgegen, einer 1488 gegründeten Vereinigung von süddeutschen Städten und Fürsten, darunter auch die Württemberger.

Kommentare (45)
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OKT
26
12:51 Uhr, geschrieben von Bernhard Sidler
Langweilig, aber ausgewogen...
Das Schweizer System ist zugegebenermassen langsam und wirkt auch ziemlich langweilig. Es bietet aber den Vorteil, dass sich alle zu Sachthemen und wichtigen politischen Entscheidungen einbringen können. Das Wichtigste ist aber, dass die Schweizer Politikerinnen und Politiker Entscheidungen viel sorgfältiger und ausgewogener planen müssen, weil sie jede ihrer Entscheidungen den Bürgern plausibel machen müssen. Die Schweizer Bürger haben schliesslich jederzeit die Möglichkeit grössenwahnsinnige oder schlicht schlecht geplante Vorlagen zu versenken - und das ist gut so. Denn die Menschen sind eben nicht so blöd und unmündig, wie viele Politiker(innen) gerne suggerieren.
JUL
21
19:19 Uhr, geschrieben von Wolfgang Scheu
Schwaben wollen der Schweiz beitreten ...
... und wenn man genau hinschaut, dann weniger aus reiner Begeisterung für unser sympathisches Nachbarland, sondern eher, weil sie auf der Flucht vor der bundesdeutschen Wirklichkeit sind. Schade Leute, ich fürchte, mit dieser Motivation besteht Ihr den Einbürgerungstest nicht :-) Aber für einen Moment sei träumen ja erlaubt. Dann jedoch heißt es zurück auf den Boden der deutschen Tatsachen. Ganz so schlimm ist's hier ja nun auch nicht und wenn wir unsere Wahlkreuzchen in schönem Wechsel das eine Jahr rechts und das andere links machen, dann brauchen wir uns wirklich nicht zu wundern, dass uns die Politik hierzulande nicht mehr ernst nimmt.
JUL
19
14:00 Uhr, geschrieben von Anonymer Benutzer
Bin Schweizer und kann euch sagen....
.... es ist auch nicht alles Gold was glänzt. Auch wir haben Probleme welche sich nicht so einfach lösen lassen: Überalterung der Bevölkerung, Urbanisierung und immer grössere Probleme mit dem Individualverkehr. Leidendes Bildungssystem, hohe Gesundheitskosten und kontrovers diskutierte Integration von Ausländern um noch ein paar weitere zu nennen. Aber wenigstens dürfen wir in der Schweiz selber bestimmen in welche Richtung es gehen soll mit unserem kleinen Land (Abstimmungen, Initiativen, Referenden). Dies macht das System allerdings träge und langsam.... Auf jeden Fall sage ich: Baden-Würtemberg: Ihr seid willkommen. Bedenkt aber: Auf unseren Autobahnen fahren wir 120km/h :-)
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