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Protest gegen Stuttgart 21 ist ihnen nicht genug. Eine Künstlergruppe will auch gestalten.

Stuttgart - Eine Brache in der Stadt, die immer baut? Die darf es nicht geben. Da könnte man doch Büros oder ein Hotel draufklotzen. So lief das bisher, wenn in Stuttgart etwas leerstand. Dass die Verwaltung Freiräume an Investoren verkaufte, die sich nicht um die Belange der Bürger scherte, wollen einige Kreative nicht mehr hinnehmen. Sie sagen: Wir sind die Stadt!

Eine Gruppe um den Musiker Torsten Puttenat hat die Initiative gegründet: "Unsere Stadt - Stuttgart gestalten". Allesamt sind sie gegen das Tieferlegen des Hauptbahnhofs, doch alsbald haben sie gemerkt: "Der Kontext ist größer als Stuttgart 21!" Es gehe darum: "Wie wollen wir, ob für Stuttgart 21 oder gegen Stuttgart 21, in unserer Stadt leben?" Mit einem Festival im Mai wollen sie auf ihr Anliegen aufmerksam machen und Mitstreiter finden.

Auch dem Architektenbüro Umschichten ist Dagegensein zu wenig. Sie sagen: "Eine Stadt wird sich immer verändern. Was machen wir daraus?" Ihr Konzept ist es, Orte zu nutzen, die brachliegen: leerstehende Häuser, Ödland und Baustellen. Und weil es noch mindestens zehn Jahre dauert, bis auf dem Gelände von Stuttgart 21 Häuser gebaut werden, würden sie dort gerne "testen, ausprobieren, Stadtraum inszenieren". Und so einerseits die Chancen des Projekts zeigen und andererseits deutlich machen: Wer eine kreative Szene fördern will, muss ihr Freiräume gestatten.

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