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Familie & Leben

Geschenke mit Bedacht wählen

Was macht ein Geschenk zu einem guten Geschenk? Studien zeigen: Es kommt weniger auf den Preis an als auf die Bedeutung und die Beziehung zwischen Schenkenden und Beschenkten.

Geschenke mit Bedacht wählen

Glückliche Momente unter dem Weihnachtsbaum, so soll es sein. Foto: Adobe Stock/Zamrznuti tonov

Viele Menschen geben beim Schenken zu Weihnachten einiges an Geld aus – oft mit dem Gedanken, ein „wertvolles Geschenk“ zu machen. Doch Schenker überschätzen systematisch den Zusammenhang zwischen dem Preis eines Geschenks und der Wertschätzung durch den Beschenkten. So lautet das Ergebnis einer bekannten Studie („Money Cant' Buy Love“) der US-Universität Stanford, veröffentlicht im Jahr 2009.

Man kennt es: Egal wie teuer – manche Geschenke stehen nur herum oder werden weiterverschenkt, womöglich verkauft man sie sogar.

Wir schenken anderen Menschen etwas, um Beziehungen zu knüpfen, zu erhalten und zu vertiefen, sagen die Experten.

Erlebnisse bleiben und verbinden – Worauf kommt es also an? Erst einmal darauf, warum man schenkt. Wir schenken etwas, um Beziehungen zu knüpfen, zu erhalten und zu vertiefen, erklärt die Wirtschaftspsychologin Prof. Britta Krahn von der Hochschule Bonn Rhein-Sieg. Es zählt aber auch, ob und wie auf die individuellen Interessen und Wünsche der oder des Beschenkten eingegangen wurde, also die Achtsamkeit bei der Auswahl des Geschenks. Schließlich geht es auch darum, was für Gefühle ein Geschenk auslöst, und zwar nicht im Moment, in dem man es bekommt, sondern wenn man es benutzt.

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So kommen etliche Studien wie die der US-Verhaltensforscherinnen Cindy Chan und Cassie Mogilner zu dem Schluss, dass Geschenke, die Erlebnisse und Erfahrungen beinhalten, unsere Verbindungen mehr stärken als materielle. Das bedeutet aber nicht, dass sogenannte Erlebnisgeschenke wie Fußball-Tickets oder Kochkurse per se die „wertvolleren“ sind.

So fanden die Wissenschaftlerinnen in einem Experiment heraus, dass auch eine Kaffeetasse ein verbindendes Geschenk sein kann, wenn der Schenkende explizit auf die Erfahrung verweist, die mit dem Gegenstand verbunden ist: etwa „Wir trinken doch immer Kaffee zusammen“ oder auch„Ich dachte daran, dass du morgens immer so gern in Ruhe deinen Kaffee trinkst – diese Tasse begleitet dich dabei.“ So wird auch aus einer Sache ein Erlebnis, aus einem Gegenstand eine geteilte Bedeutung.

Damit Geschenke wirklich Freude machen, nennt Britta Krahn ein paar „Fallen“, in die Schenkende nicht tappen sollten:

• Pauschale Kategorisierungen, die eigentlich Gleichgültigkeit ausdrücken: Pralinen für die Oma, Schnaps für den Mann, Blumen für die Frau und irgendein Plüschtier für das Kind. „Es sei denn, die betreffende Person äußert einen konkreten Wunsch. Dann ist es ratsam, diesen Wunsch zu erfüllen und nicht nach eigenem Geschmack etwas anderes auszuwählen.“ 

• Die eigenen Interessen, Ziele, Werte und Normen auf die andere Person projizieren, „basierend auf der Anschauung: ,Dir muss gefallen, was mir gefällt'. Oder ,Ich weiß, was gut für dich ist'“.

• Zeitnot: Sie birgt häufig die Gefahr einer falschen Geschenkwahl. Das spontane Zugreifen oder der Impulskauf können selten die individuelle Wertschätzung und Empathie ausdrücken, wie es ein mit Bedacht gewähltes Geschenk völlig unabhängig vom materiellen Wert könnte.

Schenken gelinge, wenn das Geschenk einerseits zu dem Beschenkten passt, aber andererseits auch etwas über den Schenkenden aussagt. Wichtiger als der objektive Wert des Geschenks ist also, dass die beschenkte Person sich wirklich freut.
red


Foto: senoldo - Fotolia
Foto: senoldo - Fotolia

Der Glaube an den Weihnachtsmann

Kinderfrage: Gibt es den netten Mann mit Rauschebart?

Bei einer Familie hinterlässt der Weihnachtsmann die Geschenke im Fahrstuhl – weil er es nicht mehr zu jeder Wohnung geschafft hat. Aber warum soll ihm das jedes Jahr passieren? Und der erste Zweifel bei den lieben Kleinen ist gesät: Ob es den netten Herrn mit Rauschebart und roter Zipfelmütze wirklich gibt?

Woanders fragt das jüngste Kind an Heiligabend zum dritten Mal: „Ich bin so gespannt, ob der Weihnachtsmann an meinen Wunsch gedacht hat?“ Das nervt die große Schwester, die kurz vor der Bescherung die Bombe platzen lässt: „Man, den gibt's doch gar nicht!“ Peng!

Musste es das Kind so erfahren? Viele Eltern stehen rund um die Feiertage vor der Frage, das Kind über die Existenz oder Nichtexistenz von Weihnachtsmann und Christkind lieber aufzuklären – bevor es in Kita oder Schule vielleicht noch ausgelacht wird, weil es daran glaubt. Oder sollte man es weiter „anlügen“, obwohl es bereits skeptisch ist? „Wenn das Kind beginnt, erste Zweifel zu äußern, kann es helfen, diesen Raum zu nutzen“, sagt Diplomsozialpädagogin Dana Mundt und bestärkt so meist auch ratsuchende Eltern in der Onlineberatung der Bundeskonferenz für Erziehungsberatung (bke). Frage ein Kind zum Beispiel„Wie schafft das der Weihnachtsmann überhaupt, alles alleine in einer Nacht!“ könnten Eltern gut reagieren und auch direkt nachfragen: „Wie kommst du auf diese Frage?“ Und: „Was denkst du eigentlich, wie das gehen kann?“ Sich an den Fragen der Kinder zu orientieren helfe Eltern zu erkennen, ob es das Kind nur gehört hat oder von selbst berechtigte Zweifel hegt.

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Doch wie sagt man dem Kind die Wahrheit, ohne es zu verletzen? Dana Mundt rät Eltern etwa zu einer Formulierung wie „Weißt du, wie es bei mir war, als ich Kind war... Die Weihnachtsgeschichte war für mich immer so ein schöner Zauber- und den wollten wir dir auch gern mitgeben.“ So könnten die Eltern erklären, was ihnen wichtig war und noch immer ist, etwa der Weihnachtszauber. „Erwähnen würde ich, dass man hofft, dass auch nach dem Eingeständnis es weiterhin so bleibt, Weihnachten in der Familie so schön zu begehen und wichtige Rituale zu pflegen – denn das verbinde. Schließlich sei Weihnachten mehr, als nur Geschenke auszupacken“, sagt Mundt.