Die Zukunft der Wilhelmsschule ist im vergangenen Jahr 2025 eines der am heftigsten diskutierten Themen im Stadtbezirk Wangen gewesen – und daran wird sich auch in diesem Jahr vorerst nicht viel ändern. Der Bezirksvorsteher von Jakob Bubenheimer, Stuttgart-Wangen, schreibt in seinem Jahresrück: „Intensiv wurde 2025 in Bezirksbeirat und Bezirksgesellschaft das Vorhaben der Stadtverwaltung zur Schließung des Werkrealschulteils der Wilhelmsschule diskutiert. Hintergrund sind die zurückgehenden Schülerzahlen.“
Der Vorschlag, der bereits früh mit den Bezirksbeiräten und den Schulleitungen diskutiert worden sei, habe intensive Diskussionen in Wangen, insbesondere in der Schulgemeinde und im Umfeld der Wilhelmsschule, ausgelöst. Bubenheimer fasst zusammen: „Nach großem Widerstand aus dem Bezirksbeirat, dieser lehnte die Vorlage einstimmig ab, und diversen Anträgen aus Gemeinderatsfraktionen, zog die Verwaltung Ende 2025 die Vorlage zurück. Es bleibt abzuwarten, wie sich die Wilhelmsschule weiterentwickeln kann.“ Voraussetzung für einen Erhalt sei, dass auch im kommenden Schuljahr ausreichend Schülerinnen und Schüler in der fünften Klasse die Werkrealschule besuchen werden.
In Sachen Wilhelmsschule hatte der Bezirksvorsteher aber auch Positives zu berichten: „Erfreulich in Sachen Wilhelmsschule ist die Weiterentwicklung zum Familiengrundschulzentrum. Elternarbeit und Vernetzung sollen damit gestärkt werden.“ Deswegen sei auch Ministerpräsident Winfried Kretschmann im Dezember zu Besuch in der Wilhelmsschule gewesen.
Autohof, AWS, SportHub
Eng mit dem Thema Wilhelmsschule verbunden waren und sind auch die Überlegungen zu einer Umgestaltung des Autohofs in Wangen. Der Eigentümer des Autohofs, die Straßenverkehrsgenossenschaft Süd (SVG) hat deswegen einen städtebaulichen Wettbewerb ausgeschrieben, das Preisgericht hat deswegen gleich mehrmals getagt. Ziel ist, den Autohof zu einem suburbanen Logistikhub weiterzuentwickeln. Bubenheimer: „Themen wie die Abstände zur Wilhelmsschule, mögliche Flächen für die Wilhelmsschule sowie die Höhe und Gliederung konnten dabei berücksichtigt werden. Die Ergebnisse des Wettbewerbs werden im Februar 2026 in den Räumlichkeiten präsentiert. Ebenso wird in diesem Frühjahr das Verfahren zur Aufstellung eines Bebauungsplans in den Gremien beginnen.“
Ein anderes großes Bauprojekt im Stadtbezirk ist im vergangenen Jahr fertiggestellt und in Betrieb genommen worden: die neue Betriebsstelle des städtischen Eigenbetriebs Abfallwirtschaft Stuttgart. „Nach heftigen Diskussionen zu Beginn und einer ziemlich ruhigen Bauphase, wurde der Geschäftsbetrieb ganz geräuschlos aufgenommen“, so der Bezirksvorsteher. „Die Betriebsstelle wird im Jahr 2026 mit einem Eröffnungsfest dann auch ganz offiziell im Bezirk begrüßt.“ Der Bezirksbeirat und interessierte Bürgerinnen und Bürger konnten die Betriebsstelle am vergangenen Montag besichtigen, die öffentliche Sitzung des Gremiums fand anschließend ebenfalls dort statt.
Eine weitere Bereicherung für den Stadtbezirk ist der neue SportHub der Sportkultur Stuttgart. Das neue Trainings- und Vereinszentrum ist im November im Beisein von Oberbürgermeister Frank Nopper offiziell eröffnet worden, Bauzeit und Kostenplan wurden eingehalten, was bei Bauprojekten in Stuttgart bekanntlich nicht immer gelingt. Der Betrieb dort ist wie an dieser Stelle bereits berichtet gut angelaufen.
Unterkünfte für Geflüchtete
Die Unterbringung von Geflüchteten im Stadtbezirk war im vergangenen Jahr ebenfalls ein wichtiges Thema. Jakob Bubenheimer dazu: „Nach einigen Verzögerungen wurde im November 2025 das Gebäude Inselstraße 33 bezogen und war zu Jahresende annähernd voll belegt.“ In der Unterkunft leben jetzt überwiegend Familien, betreut werden sie dort von der Arbeiterwohlfahrt (AWO). 2026 wird die Unterstützung durch den Freundeskreis Flüchtlinge weiter Fahrt aufnehmen, Ehrenamtliche sind weiter gesucht und können sich entweder beim Freundeskreis, bei der AWO oder beim Bezirksvorsteher melden.
Nur wenige Meter weiter sind im vergangenen Jahr weitere Unterkünfte für Geflüchtete entstanden. Die Modulgebäude an der Wasenstraße 34 sind schon länger fertig, bis Ende 2025 werden die Außenanlagen geschaffen. Bubenheimer: „Das Areal zeigt nun ein städtebaulich angenehmes Erscheinungsbild. Geflüchtete werden hier ab Januar 2026 einziehen.“
Zukunft des Bürgerbüros
Die Zukunft des Wangener Bürgerbüros und auch der übrigen Bürgerbüros in den oberen Stuttgarter Neckarvororten war ein weiteres wichtiges Thema. Der Bezirksvorsteher: „In seiner gemeinsamen Sitzung im Oktober befürwortete der Wangener Bezirksbeirat einstimmig die Zusammenlegung der Bürgerbüros in den Oberen Neckarvororten in der neuen Sport- und Kulturmitte in Hedelfingen. Damit soll die Qualität und regelmäßige Öffnung dieser zentralen Bürgerdienstleistung gesichert werden. Die Eigenständigkeit der Bezirksverwaltungen bleibt davon unberührt.“ Bis es so weit ist, werden aber noch einige Jahre vergehen, die neue Sport- und Kulturmitte in Hedelfingen muss erst noch gebaut werden.
Maimarkt bis Silvesterfackellauf

Zahlreiche Feste und Veranstaltungen haben auch im vergangenen Jahr in Wangen den Austausch und den gesellschaftlichen Zusammenhang gestärkt. Maimarkt, Kelterfest, Tannenbaumloben, Weihnachtsmarkt und Weinspaziergang sind etabliert, haben ihren festen Platz im Wangener Terminkalender und konnten auch im vergangenen Jahr wie gewohnt stattfinden.
Neu war das Feuerwehrfest Anfang August, bei dem der Löschzug der Freiwilligen Feuerwehr Stuttgart, Abteilung Wangen, Feuerwehrtechnik und Wissen über den Katastrophenschutz in den Vordergrund stellte. Besonders erfreulich war auch, dass nach 2019 erstmals wieder der Wangener Silvesterfackellauf stattfand. Mehrere hundert Besucher fanden sich dazu beim Evangelischen Gemeindegarten am Wangener Berg ein.
Auszeichnungen für Ehrenamtliche
„Diese Veranstaltungen und das ganzjährige Engagement aller Vereine und Organisationen sind nur möglich, weil es in Wangen so ein starkes und vielfältiges ehrenamtliches Engagement gibt“, betont Bezirksvorsteher Jakob Bubenheimer. "2025 haben wir einen Ehrenamtsabend gefeiert und sechs Bürger für ihr Engagement in Wangen ausgezeichnet: Rolf Dalferth (Musikzug Freiwillige Feuerwehr), Karin Irrgang (ehem. Liederkranz Frohsinn), Andreas Multerer (1. Handharmonika-Club Stuttgart-Wangen), Monika Wild (Evangelische Kirchengemeinde), Nermin Yenidogan (türkische Volksmusik Yaren) und Gerhard Ziegler (SportKultur Stuttgart).“ Und noch eine Auszeichnung ging im vergangenen Herbst nach Wangen: ein Sonderpreis des Verschönerungsvereins Stuttgart für den Wangener Panoramaweg. Bubenheimer: „Ein verdienter Preis für eine durch Ehrenamtliche geschaffene Maßnahme, die in besonderer Weise einen weiteren Zugang zum Wangener Berg mit Blick auf das Neckartal geschaffen hat.“