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Wasserstoff-Projekt zwischen Hafen, Esslingen und Stuttgart-Ost: Hedelfingen bekommt eine Pipeline

Vier Kilometer lange Leitung für grünen Wasserstoff, Green Hydrogen Hub im Stuttgarter Hafen sowie Bauarbeiten bis 2027 mit Auswirkungen auf den Verkehr.

Wasserstoff-Projekt zwischen Hafen, Esslingen und Stuttgart-Ost: Hedelfingen bekommt eine Pipeline

Die Rohre für die neue Wasserstoff-Pipeline lagern Am Ostkai im Stuttgarter Hafen. Fotos: Jürgen Brand

Im Stuttgarter Hafen in Hedelfingen beginnen in diesen Tagen die Arbeiten für die rund vier Kilometer lange Wasserstoff-Pipeline in Richtung Esslingen und in Richtung Stuttgart-Ost. Das wird auch in Hedelfingen zum Teil Monate lang Auswirkungen auf den Straßenverkehr haben, in den Sommerferien wird auch im Bereich der Bundesstraße gebaut. Eigentlich wird an dem prestigeträchtigen Stuttgarter Wasserstoffprojekt schon seit Monaten tatsächlich auch gebaut. Erst musste das alte Gebäude auf dem Grundstück Am Mittelkai abgerissen und das Baufeld vorbereitet werden. Dann begann gleich der Bau des Green Hydrogen Hub, in dem künftig grüner Wasserstoff produziert werden soll. Teile des Hightech-Projekts der Energiewende sind schon sichtbar und können durch ein Sichtfenster im Bauzaun am Gehweg angeschaut werden - wenn dort nicht gerade Leitungen verlegt werden. Leitungen sind ein wesentlicher Teil des Projekts, vor allem die Pipeline, durch die der Wasserstoff direkt zu Verbrauchern transportiert wird. Ein wesentlicher Abnehmer des umweltfreundlich erzeugten Energieträgers wird die Stuttgarter Straßenbahnen AG (SSB) sein, die damit einen Teil ihrer Busflot-te betreiben wird. Deswegen wird die Pipeline auch direkt von Hafen bis zum SSB-Busbetriebshof in Stuttgart-Gaisburg führen. Gleichzeitig nutzt die Stuttgart Netze GmbH, die eine Tochtergesellschaft der Stadtwerke Stuttgart ist, die Tiefbauarbeiten, um Leerrohre für neue 110 KilovoltHochspannungskabel in der Pipeline-Trasse zu verlegen. Die Arbeiten haben es also in sich, sind in acht Abschnitte unterteilt und werden mal länger, mal kürzer für veränderte Verkehrsführungen entlang der geplanten Pipeline-Trasse führen. Die Pipeline soll im ersten Quartal 2027 fertig sein.

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Am„Green Hydrogen Hub Stuttgart“ wird auf dem Grundstück Am Mittelkai im Hafen in Hedelfingen längst gebaut. Von hier führt die neue Pipeline zum SSB-Omnibusbetriebshof in Gaisburg in die eine und nach Esslingen in die andere Richtung.
Am„Green Hydrogen Hub Stuttgart“ wird auf dem Grundstück Am Mittelkai im Hafen in Hedelfingen längst gebaut. Von hier führt die neue Pipeline zum SSB-Omnibusbetriebshof in Gaisburg in die eine und nach Esslingen in die andere Richtung.

Der Bauabschnitt vom Green-Energy-Hub über die Otto-Hirsch-Brücken und dann Am Westkai entlang auf Hedelfinger Gemarkung ist der längste Bauabschnitt. Baubeginn wird hier wie auch in anderen Bereichen im benachbarten Wangen und in Gaisburg bereits Ende Mai sein. Auf den Otto-Hirsch-Brücken werden während der Bauarbeiten zwar alle Fahrbeziehungen grundsätzlich aufrechterhalten, allerdings fallen zeitweise einzelne Fahrspuren weg. Die Straße Am Westkai wird voraussichtlich von Oktober 2026 bis Februar 2027 zur Einbahnstraße und zwar in Richtung stadteinwärts. Dabei soll auch die Behelfsausfahrt auf die B10 genutzt werden.

Die Bundesstraße selbst wird in den Sommerferien vom Pipeline-Bau betroffen sein. Dann wird stadteinwärts nur eine Fahrspur zur Verfügung stehen, die Auffahrt auf die Bundesstraße am Zollamt wird in der Zeit gesperrt sein. Die Bezirksbeiräte der drei Pipeline-Stadtbezirke Hedelfingen, Wangen und Stuttgart-Ost sind inzwischen alle über die geplanten Baumaßnahmen informiert. Zuletzt waren Vertreter der Stadtwerke und der Stuttgart Netze in dieser Woche in der Sitzung in Hedelfingen. Die Pipeline-Rohre lagern bereits im Stuttgarter Hafen auf einem Firmenareal am Ostkai.

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„Wir freuen uns, dass die Arbeiten an der Pipeline als bedeutendes Teilprojekt des Green Hydrogen Hub Stuttgart anlaufen, um das Wasserstoffprojekt im Stuttgarter Hafen voranzubringen. „Mit der neuen Pipeline schaffen wir die notwendige Infrastruktur für die Verteilung unseres grünen hochreinen Wasserstoffs, der am Green Hydrogen Hub produziert wird“, sagt Peter Drausnigg, Technischer Geschäftsführer der Stadtwerke Stuttgart. „Als Netzbetreiber sorgen wir dafür, dass die Stromversorgung für alle Kundengruppen langfristig sicher funktioniert und fit ist für die Anforderungen der Energiewende“, sagt Marlies Hummel-Dietz, kaufmännische Geschäftsführerin der Stuttgart Netze. „Durch die koordinierten Arbeiten heben wir Synergien, die Kosten sparen und die Beeinträchtigungen für Anrainer und den Verkehr deutlich verkürzen.“

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Die Pipeline ist Teil des H2-GeNeSiS-Projekts in der Wasserstoff-Modellregion Neckartal. Es soll zeigen, „dass eine Wasserstoffwirtschaft in Baden-Württemberg wirtschaftlich tragfähig, gesellschaftlich akzeptiert und ökologisch sinnvoll konzipiert und betrieben werden kann“, wie es in der Projektbeschreibung heißt. Die Pipeline wird durch viele unterschiedliche Partner realisiert: die Stadtwerke Stuttgart (SWS), die Wirtschaftsförderung Region Stuttgart, die Stadtwerke Esslingen, das Steinbeis-Innovationszentrum energieeffiziente und emissionsfreie Technologien und das Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung BW.

Die Pipeline und der Green Hydrogen Hub werden mit Geld der Europäischen Union, des Landes Baden-Württemberg und des Verbands Region Stuttgart gefördert. Im Hub können im Endausbau pro Jahr bis zu 1200 Tonnen hochreiner grüner Wasserstoff produziert werden. Das entspricht der Energie von mehreren Millionen Litern Dieselkraftstoff. Wenn diese Menge grüner Wasserstoff den fossilen Kraftstoff ersetzt, gelangen bis zu 10000 Tonnen des klimaschädlichen CO₂ nicht in die Atmosphäre. Für die Produktion des Wasserstoffs wird aus: schließlich Sonnenund Windstrom verwendet. Verteilt wird er zum einen durch die Pipeline, zum anderen über Trailer, also per Sattelschlepper. Direkt am Hub entstehen auch Abfüllund Ladestationen.

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Die Pipeline und der Green-Hydrogen-Hub werden mit Geld der Europäischen Union, des Landes Baden-Württemberg und des Verbands Region Stuttgart gefördert. Im Hub können im Endausbau pro Jahr bis zu 1200 Tonnen hochreiner grüner Wasserstoff produziert werden. Das entspricht der Energie von mehreren Millionen Litern Dieselkraftstoff. Wenn diese Menge grünen Wasserstoff den fossilen Kraftstoff ersetzt, gelangen bis zu 10 000 Tonnen des klimaschädlichen CO₂ nicht in die Atmosphäre. Für die Produktion des Wasserstoffs wird ausschließlich Sonnen- und Windstrom verwendet. Verteilt wird er zum einen durch die Pipeline, zum anderen über Trailer, also per Sattelschlepper. Direkt am Hub entstehen auch Abfüll- und Ladestationen.

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→ Zum Baustart der Pipeline bieten die Stadtwerke Stuttgart zwei öffentliche Informationsveranstaltungen in ihrer EnergiePlaza in der Kesselstraße 23, dem Sitz der Stadtwerke, in Stuttgart-Wangen an. Sie finden am 27. Mai und am 8. Juni jeweils von 14 bis 18 Uhr statt. Dabei werden viele Informationen über die Wasserstoff-Projekte geliefert. Danach stehen die anwesenden Experten für Fragen und persönlichen Austausch zur Verfügung. Für die Info-Veranstaltungen stehen jeweils 50 Plätze zur Verfügung. Anmeldungen dafür sind auf der Webseite der Stadtwerke möglich: www.stadtwerke-stuttgart.de/wasserstoff-infoveranstaltung/

Von Jürgen Brand