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Scillamännle Hofen: Mit Getöse in die fünfte Jahreszeit

Traditioneller Fasnetsauftakt mit Fackelzug, Böllerschüssen und Guggenmusik, feierliche Erweckung des Greadeffele, gelebtes Brauchtum und stimmungsvoller Start der Hofener Fasnet

Scillamännle Hofen: Mit Getöse in die fünfte Jahreszeit

„Mit Pauken und Trompeten“: Für die Hofener hat die fünfte Jahreszeit begonnen. Fotos: eha

Der Wind blies den Narren kräftig um die Nase, und fast alle Fackeln an der Hofener Burgruine aus. Dort hatte sich die närrische Gemeinschaft - Scillazwiebel, Scillaknospen, Scillamännle sowie Scillamusikerund ihre Anhänger versammelt, um das Greadeffele zu erwecken. Der Jubel war groß, als Mia Weißer den Katakomben entstieg, und damit das bestgehütete Hofener Geheimnis gelüftet war, nämlich wer in diesem Jahr die Symbolfigur der Fasnet ist.

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Wenn donnernde Böllerschüsse durch die Dunkelheit dröhnen, und sich vermummte Gestalten im Fackellicht versammeln, wissen die Hofener, dass die fünfte Jahreszeit begonnen hat. Begleitet von Mitgliedern der Schützengesellschaft Freischütz-Mühlhausen und Guggenmusik führte der Fackelzug vom Kelterplatz zur Burgruine. Dort wurde mit viel Lärm und Getöse das Greadeffele erweckt. Wie immer feierten auch viele Aktive von befreundeten Vereinen wie den Schlossgeistern Mühlhausen oder den Fellbacher Weingeistern den offiziellen Start in die Hofener Fasnet, und Bezirksvorsteher Ralf Bohlmann hatte sich ebenfalls in närrischem Gewand unter das zahlreich erschienene Publikum gemischt.

Fester Bestandteil der Hofener Fasnet

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Bevor die Party mit Guggen und Garden im Foyer der Grundschule Hofen losgehen konnte, mussten aber zunächst die Hogamale das Greadeffele aus ihrem Verlies entlassen. Die drei dunklen Gestalten sind seit 2014 fester Bestandteil der Hofener Fasnet und wachen das ganze Jahr über das Greadeffele. Nur während der Faschingszeit – bis zum Aschermittwoch – übergeben sie das hochmütige Edelfräulein, das der Sage nach wegen Üppigkeit, Hartherzigkeit und anderer Delikte „verwunschen“ wurde, in die Obhut der Scillamännle. Mia Weißer, das diesjährige Greadeffele, ist im normalen Leben Studentin und das närrische Gen liegt ihr im Blut. Ihre Tante Heike Louis, geborene Weiẞser, war anno 1990 das dritte Greadeffele der Hofener, und ihre Cousine Janina Louis schlüpfte 2019 in die Rolle der Symbolgestalt. Mia Weißer, die am Rosenmontag ihren 21. Geburtstag feiert, begann ihre Fasnetskarriere im Alter von sieben Jahren als Scillazwiebel in der Kindergruppe der Hästräger. Später wechselte sie in die Jugendgruppe, die Scillaknospen, und trägt bis heute die freundliche, jedoch auch verschmitzt dreinblickende Lindenholz-Maske. Doch in diesem Jahr hat sie das Häs gegen das Gewand des Greadeffele getauscht.

Von Eva Herschmann