Es ist nicht zu übersehen: „Hier entsteht ein IBA-27-Projekt“ prangt auf den Plakaten an den Bauzäunen entlang der Moselstraße. Die Arbeiter haben sich inzwischen bis zum zweiten Stockwerk vorgearbeitet. „Der erste Bauabschnitt wird bis 2028 fertig sein“, so Frank Schenkel von der Baugenossenschaft Münster. Bei der Münstermer Abendrunde zeigte er kürzlich zahlreichen Interessierten aus dem Stadtteil den Baufortschritt. 53 klassische Wohnungen entstehen auf dem Gelände, dazu eine Pflege-WG und eine sogenannte Cluster-Wohngemeinschaft Hier sind zehn Wohnungen mit ein bis drei Zimmern zusammengefasst. Damit sich die Bewohner begegnen können, wird es eine gemeinsame Wohnküche geben. Jung und Alt sollen hier gemeinsam leben.
Wie es später einmal aussehen wird, können Interessierte anhand des großen Modells in den Räumen der Baugenossenschaft erfahren. Etwas Besonderes ist sicher das Gewächshaus auf dem Dach. Viele Terrassen und Loggias sind zu erkennen, außerdem Freiflächen zwischen den Gebäuden. Auffallend ist die Brücke über die Moselstraße, die den ersten Bauabschnitt mit den weiteren Gebäuden verbinden wird. Die Fundamente dafür sind in der Moselstraße bereits zu sehen. Diese wird verkehrsberuhigt und als Freifläche ins Quartier integriert.
Barrierefreie Wohnungen

Die Fassaden werden aus Holz sein. Ursprünglich war sogar eine komplette Holzbauweise geplant. Das war allerdings zu teuer, sodass nun ein Stahlbetonskelett erstellt wird. Gedämmt wird mit Mineralwolle.
Ökologisch ist auch die Energieversorgung. Dafür wurde im Februar ein Vertrag mit den Stadtwerken Stuttgart unterzeichnet. Geplant sind Wärmepumpen und Photovoltaikanlagen. Geprüft wird noch, ob den Bewohnern Mieterstrom aus den PV-Anlagen angeboten werden kann. „Alle Wohnungen werden barrierefrei und mit Aufzügen zu erreichen sein“, nennt Schenkel einen wesentlichen Vorteil im Vergleich zu den bereits abgerissenen Altbauten. Bei einigen Wohnungen sind die Bäder so groß, dass sie mit dem Rollstuhl befahren werden können.
Platz für den Kindertreff
Neben den Wohnungen sind Flächen für gemeinschaftliche Nutzungen vorgesehen: Geplant sind unter anderem ein Mehrzweck- und Musikprobenraum, eine Werkstatt, Coworking-Spaces, ein Repair-Café und eine Tauschbörse. Auch ein Waschsalon und kleine Läden sollen Platz finden. Im Untergeschoss wird es eine Tiefgarage mit 58 Stellplätzen geben. Das Kinderhaus wird ebenfalls neue Räumlichkeiten bekommen. Der jetzige Standort unter der Versammlungshalle kann dann als reiner Jugendtreff genutzt werden. Insgesamt sollen auf dem 12 000 Quadratmeter großen Areal auf beiden Seiten der Moselstraße 195 zeitgemäße Wohnungen für alle Lebensphasen entstehen. „Zukunft Münster 2050“ nennt sich das neue Quartier. Die Entwicklung erfolgt in mehreren Bauabschnitten. „Ein wesentliches Ziel der Baugenossenschaft ist es, den bisherigen Bewohnerinnen und Bewohnern innerhalb ihres gewohnten Quartiers eine neue, passende, bezahlbare Wohnung anzubieten und sie im gewohnten Umfeld zu halten“, so Geschäftsführer Rosenberg-Pohl.
In großen Schritten voran geht es auch bei der Baustelle der Feuerwehr an der Austraße. Dort entsteht ein Neubau als Ersatz für das zu kleine und veraltete Feuerwehrhaus in der Nagoldstraße. Im April wurde das Fundament gegossen und die Bodenplatten hergestellt. Anschließend geht es mit dem Hochbau weiter. „Wir wollen Ende 2027 fertig sein“, berichtet Tobias Merz, der Kommandant der Abteilung Münster. 2028 soll das alte Gebäude in der Nagoldstraße abgerissen werden. So wird Platz frei für die geplante Erweiterung der Elise-von-König-Gemeinschaftsschule. Für den zweigeschossigen Neubau in Holz-Hybrid-Bauweise mit Tiefgarage sind Kosten in Höhe von 14,1 Millionen Euro veranschlagt. Neben einer Fahrzeughalle mit sechs Stellplätzen wird es auch Schulungs- und Aufenthaltsräume geben. Das erleichtert die sogenannte Schwarz-Weiß-Trennung, also die räumliche und organisatorische Aufteilung in Bereiche, in denen kontaminierte Einsatzkleidung und Ausrüstung getrennt von persönlicher Kleidung, den Aufenthaltsräumen und der Verwaltung gelagert wird. In der Freiwilligen Feuerwehr Münster sind derzeit 45 Mitglieder ehrenamtlich aktiv, zudem gibt es eine starke Jugend. Rund 130 Einsätze im Jahr werden geleistet. „Wir haben aktuell keine Nachwuchsprobleme, freuen uns aber über neue Interessenten und Interessentinnen“, sagt Merz.
Von Martina Fürstenberger