Es duftet nach Holz in der sonnendurchfluteten Werkstatt der Schreinerei Mäckle in Altbach - in der Ecke steht ein fertiger Badschrank bereit zum Einbau, daneben stapeln sich Dielen für eine Holzterrasse. Insgesamt zehn Mitarbeiter hat der Handwerksbetrieb, die Hälfte davon hat Schreinermeister Reinhard Mäckle selbst ausgebildet. Zum Team zählen zudem der 63-Jährige, seine Frau Susanne sowie Sohn Benedikt. Mäckle punktet mit mehr als 30 Jahren Erfahrung in seinem Handwerk: Zuerst mit einem Partner, seit 2001 als Solo-Selbstständiger. Deswegen steht in diesem Jahr auch ein besonderes Jubiläum an: „Seit 25 Jahren habe ich meinen eigenen Eintrag bei der Handwerkskammer“, erklärt Reinhard Mäckle stolz.
Zurück in die Werkstatt - der Kunde mit den Terrassendielen ist nicht zum ersten Mal da: „Er hat schon einiges von uns machen lassen“, bestätigt Reinhard Mäckle. Die Qualität überzeugt, der Service ebenso. Das oberste Credo: „Zufriedene und glückliche Kunden“, erklärt der Schreinermeister. Eine Möbelausstellung gibt es in der Werkstatt zwar nicht, aber wer möchte, ist jederzeit willkommen: „Manchmal ist es besser, wenn man das Material anfassen kann“, wie Reinhard Mäckle weiß.
Spezialisiert hat sich das Altbacher Handwerksunternehmen auf Planung, Entwicklung und Fertigung individueller Möbelstücke. Dazu zählen maßgeschneiderte Küchen und passgenaue Einbaumöbel ebenso wie Türen und Badmöbel. Im Mittelpunkt steht die enge Zusammenarbeit mit den Kunden, um deren Träume in passgenaue Lösungen zu verwandeln. Am liebsten besucht Reinhard Mäckle seine Kunden deswegen zunächst bei ihnen zu Hause: „Denn wenn ich sehe, wie die Leute eingerichtet sind, kann ich entsprechend beraten.“ So bekommen Kunden, die auf Eiche rustikal stehen, ebenso ihre persönlich zugeschnittenen Vorschläge, wie Menschen, die es etwas moderner mögen.
Für die Beratung ist neben Reinhard Mä-ckle sein Sohn Benedikt zuständig. Auch er weiß, dass es oft Sinn macht, zuerst beim potenziellen Kunden daheim vorbeizuschauen: „Denn abgesehen davon, den persönlichen Stil zu erkennen, ist oft die Einbausituation besonders.“
Wer jetzt aber denkt, dass man für solche Maßanfertigungen besonders tief ins Portemonnaie greifen muss, ist indes schief gewickelt. „Individualität muss nicht immer teuer sein“, sagt Reinhard Mäckle und verdeutlicht es am Beispiel von Autos: „Da reicht die Spanne auch vom Fiat 500 bis zum Lamborghini.“ Neben der Auswahl des Materials komme es darauf an, ob noch ein extra Sahnehäubchen obendrauf soll: „Wenn jemand ein Möbelstück mit 25 Schubladen will, gestaltet sich der Preis natürlich anders, wie wenn nur Fachböden eingebaut werden.“
Nachhaltigkeit hat viele Facetten

In Sachen Material versuchen die Mäckles jeden Wunsch zu erfüllen: „Das geht von Buche bis Nussbaum“, ergänzt Benedikt Mäckle. Viel Wert wird dabei auf Nachhaltigkeit gelegt - so beziehen die Mäckles ihr Holz von Lieferanten, die den Rohstoff nach Möglichkeit bei regionalen Händlern einkaufen: „Unsere Buche kommt idealerweise vom Schurwald“, sagt Reinhard Mäckle. Natürlich gebe es in der Region nicht jede gewünschte Holzart: „Aber wir achten darauf, dass das Holz nicht von weit her gekarrt werden muss.“ Nachhaltig ist zudem, dass bei der Montage der Möbel kein zusätzlicher Verpackungsmüll anfällt: „Bei uns werden die Möbel nicht in extra Kartonagen verpackt, wir bringen sie anderweitig geschützt zum Kunden“, sagt Reinhard Mäckle. Ihm ist wichtig, die Umwelt so wenig wie möglich zu belasten.
Eine weitere Besonderheit der Schreinerei Mäckle ist, dass sämtliche Produkte in der eigenen Werkstatt gefertigt werden: „Es kommt alles aus einer Hand. Wir kaufen keine Fertigteile zu, sondern produzieren alles von Grund auf in Altbach“, betont Benedikt Mäckle. Die fertigen Möbel oder Türen werden dazu stets von den Mitarbeitern der Schreinerei montiert: „Was wir herstellen, bauen wir auch selbst ein“, bestätigt Reinhard Mäckle, der dabei auch gerne selbst die Ärmel hochkrempelt. Denn an Ruhestand denkt der 63-Jährige noch lange nicht, trotzdem ist ihm wichtig, dass die Nachfolge seines Betriebes in trockenen Tüchern ist: „Mein Sohn Benedikt ist schon jetzt in die Geschäftsführung eingebunden und wird die Schreinerei irgendwann übernehmen - es geht also weiter bei Mäckle.“
Der 29-Jährige hat von klein auf in der Schreinerei mitgeholfen, hatte nach dem Abitur zunächst bei seinem Vater eine Schreinerlehre gemacht und dann ein Studium der Medienwirtschaft in Stuttgart absolviert. Schon während des Studiums hat Benedikt Mäckle das praktische Arbeiten vermisst: „Ich wollte wieder zurück in die Schreinerei.“ Und er hat einiges an frischen Wind mitgebracht: Die von ihm aufgemöbelte Homepage des Betriebs spricht an, schon einige neue Kunden sind so auf die Altbacher Schreinerei aufmerksam geworden. Auch über Social Media läuft einiges.„Wobei man da viel mehr tun könnte“,
„Wobei man da viel mehr tun könnte“, sagt Benedikt Mäckle - etwa noch mehr handgefertigte Produkte präsentieren oder auch zur Gewinnung von neuen Fachkräften. „Ich bin froh, dass wir nicht stehenbleiben und mit der Zeit gehen“, lobt Mäckle senior. Er sehe bei vielen Kollegen, dass sie sich beispielsweise bei der Nachfolgeregelung schwer täten. „Insofern läuft es bei uns alles prima“, freut sich Reinhard Mäckle. Kerstin Dannath