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Auf den Fildern

Nachhaltiger düngen mit Hornspänen?

Die Pflanzen haben gelbe Blätter oder wachsen schlecht? Das kann auf Stickstoffmangel hindeuten.

Düngen mit Hornspänen<i><b> dpa</b></i>
Düngen mit Hornspänen dpa

Eine reiche Ernte im Gemüsebeet und schöne Blüten im Garten: Dafür brauchen Pflanzen Nährstoffe. Mangelt es daran, kann man nachhelfen. Wer naturnah gärtnern will, kann als organischen Dünger etwa Hornspäne einsetzen. „Horn hat einen hohen Stickstoffgehalt“, so Helge May vom Naturschutzbund Deutschland (Nabu). Und Stickstoff ist wichtig fürs Wachstum. Doch wie nachhaltig ist der organische Dünger?

Für eine Antwort kann man den Begriff Hornspäne wörtlich nehmen: Tatsächlich handelt es sich bei dem Dünger um zerkleinertes Horn, in der Regel um Rinderhufe. Ökologisch betrachtet ist das eine sinnvolle Nutzung von Körperteilen von Schlachtrindern, die sonst in der Verbrennung oder auf einer Deponie landen würden“, so May. Es wird also ein Abfallprodukt weiter verwendet.

Doch der Weg des Horns kann durchaus ein weiter gewesen gewesen sein: Beim Kauf der Hornspäne können Verbraucher anhand der Verpackung in der Regel oft nicht nachvollziehen, woher die Späne kommen. Denkbar ist etwa, dass das Horn dafür aus Südamerika kommt und nach Deutschland transportiert wurde. Auch die Bezeichnung „Bio“ auf der Verpackung ist kein Hinweis darauf, dass die Tiere, deren Horn verwendet wurde, nach Bio-Kriterien gehalten wurden. Laut May zeige dies, dass dieser Dünger ein biologisches Material ist. Horndünger verbessert die Fruchtbarkeit und das Wasserhaltevermögen des Bodens. Der ph-Wert des Düngers ist neutral. „Sinn macht der Einsatz dort, wo Pflanzen tatsächlich größere Stickstoffgaben benötigen“, so May. Stark zehrendes Gemüse und Pflanzen, die viel Stickstoff brauchen, sind beispielsweise Kartoffeln, Paprika, Tomaten, Kürbis, Obstbäume oder Rosen. Manche Pflanzen, etwa Lavendel oder Rosmarin, mögen eher magere Böden.

Wissen sollte man, dass Horndünger Mikro-Organismen im Boden erst zersetzen müssen. Der organische Langzeitdünger gibt seine Nährstoffe nach und nach an den Boden ab je grober das Material, umso langsamer. Bei größeren Hornspänen könne es mehrere Monate dauern. Bei Hornmehl geht es schneller, etwa sechs Wochen. Experten raten daher, Horndünger spätestens bis Ende August in den Boden zu bringen, auch wenn es um den Anbau von Herbstkulturen geht.

Und: Es handelt sich bei Horndünger um einen einseitigen Dünger „da die beiden anderen Hauptnährstoffe Kalium und Phosphat fast vollständig fehlen“, so Helge May weiter. Je nach Bedarf der Kultur und der Bodenbeschaffenheit müssen unter Umständen also ergänzende Dünger ausgebracht werden. Tipp: Hornspäne arbeitet man am besten in die obere Bodenschicht ein. Denn in tieferen Bodenschichten fehlt es den Mikroorganismen in der Regel an Sauerstoff. Den Dünger einfach in ein tiefes Pflanzloch zu kippen, ist keine gute Idee. dpa/tmn