Kaffeemaschinen, Wasserkocher sowie Wasch- und Spülmaschinen haben in Haushalten mit hartem Wasser oft eine kürzere Lebensdauer als in Regionen mit weichem Wasser. Grund dafür sind Kalkablagerungen. Sie setzen sich in den Geräten fest, beeinträchtigen deren Leistung und können langfristig Schäden verursachen. Auch der Energieverbrauch kann steigen.
Gesundheitlich unbedenklich
So benötigt ein stark verkalkter Wasserkocher bis zu 30 Prozent mehr Strom als ein kalkfreies Gerät. Auch beim Waschen wirkt sich die Wasserhärte aus: Für die gleiche Waschleistung werden bei hartem Wasser rund 24 Prozent mehr Waschmittel empfohlen. Eine Möglichkeit, Kalkablagerungen im Haushalt zu reduzieren, sind Wasserenthärtungsanlagen. „Die Wasserenthärtung basiert auf dem Prinzip des Ionenaustauschs“, erklärt der Diplom-Chemiker Dr. Franz Götzfried von Salt Research & Consulting, einem Unternehmen aus Bad Wimpfen, das auch für Bundesministerien immer wieder Studien, zum Beispiel für Umwelt und Straßenbau, veröffentlicht. Bei Wasserenthärtungsanlagen werden die sogenannten Härtebildner Calcium und Magnesium aus dem Wasser entfernt. „Das Herzstück der Anlage besteht aus kleinen Kunstharzkügelchen, die diese Mineralstoffe aufnehmen und gegen Natrium austauschen. So wird aus hartem Wasser weiches Wasser.“
Salz für die Regeneration
Von hartem Wasser sprechen Fachleute, wenn der Gehalt an Calcium- und Magnesiumverbindungen im Trinkwasser besonders hoch ist – wenn also viel Kalk im Wasser ist. Gesundheitliche Bedenken bestehen dabei nicht. Das Trinkwasser in Deutschland gilt als sehr hochwertig, wie das Umweltbundesamt regelmäßig bestätigt. Für Haushaltsgeräte kann Kalk jedoch zum Problem werden. Ob man in einer Region mit hartem Wasser lebt, lässt sich häufig an Kalkflecken auf Armaturen, Fliesen oder im Wasserkocher erkennen. Über den Härtegrad geben die örtlichen Stadtwerke oder auch einfache Tests aus der Apotheke Auskunft. Wer sich für eine private Enthärtungsanlage entscheidet, sollte sie von einem Fachbetrieb installieren lassen. Die Anlagen werden an den Hauswasseranschluss angeschlossen und funktionieren dann weitgehend automatisch. Gut zu wissen: Der Ionenaustauscher im Inneren hat nur eine begrenzte Aufnahmekapazität. Deshalb muss das Austauschermaterial regelmäßig regeneriert werden. Dafür wird in der Regel Salz verwendet. „Dabei werden die von dem Ionenaustauscher aufgenommenen Calcium- und Magnesiumionen wieder entfernt und durch das Natrium aus dem Salz ersetzt.“ Nach diesem Vorgang ist der Wasserenthärter wieder einsatzbereit. Der Wechsel zwischen Enthärtung und Regeneration mit Salzlösung kann beliebig oft wiederholt werden. Für Haushalte in Regionen mit kalkhaltigem Wasser kann eine Enthärtungsanlage daher dazu beitragen, die Lebensdauer von Geräten zu verlängern.
Mehr Informationen zur Enthärtung findet man auf der Homepage VKS des Verband der Kaliund Salzindustrie, unter www.vks-kalisalz.de .
Kleine Fehler, große Wirkung
Neue Studie belegt: Viele Ungenauigkeiten entstehen im Detail – dort, wo Planung, Ausführung und Kontrolle nicht konsequent ineinandergreifen
Eine neue Studie im Auftrag des Bauherren-Schutzbundes e. V. (BSB) zeigt: Selbst kleine Ausführungsfehler beim Neubau von Ein- und Zweifamilienhäusern können große Folgen für Energieverbrauch, Nachhaltigkeit und Baukosten haben. Die Untersuchung des Instituts für Bauforschung (IFB) mit dem Titel „Die zehn häufigsten Mängel beim Neubau von Ein- und Zweifamilienhäusern mit Einfluss auf Energieeffizienz und Nachhaltigkeit“ basiert auf der Auswertung von 100 baubegleitenden Qualitätskontrollen unabhängiger Bauherrenberaterinnen und -berater des BSB.
Besonder häufig betroffen sind Fenster, Abdichtungen oder Dämmungen
Das Ergebnis ist eindeutig: Viele Mängel entstehen im Detail – dort, wo Planung, Ausführung und Kontrolle nicht konsequent ineinandergreifen. Besonders häufig betroffen sind Bauteile, die für Energieeffizienz und Nachhaltigkeit entscheidend sind, etwa Fenster, Dächer oder Wärmedämmungen.
„Die Studie zeigt, dass sich Effizienz eines Gebäudes nicht allein durch die verbauten Materialien und die Haustechnik entscheidet“, sagt Erik Stange, Pressesprecher des BSB. „Wichtig ist, wie die Bauteile geplant, die Bauarbeiten ausgeführt und kontrolliert werden.“ Wenn an Fenstern, Abdichtungen oder Dämmungen unsauber gearbeitet werde, steigere das den Energieverbrauch und Sanierungsaufwand, so der Verbraucherschützer.
„Nachhaltiges Bauen beginnt im Detail.“ Die Kurzstudie identifiziert zehn typische Mängel, die die Energieeffizienz eines Neubaus mindern oder seine Nachhaltigkeitsbilanz verschlechtern. Besonders häufig traten laut Studie undichte Stellen, Feuchteschäden sowie Fehler bei der Planung auf. So kam es in einem Fall durch undicht eingebaute Fenster zu massiven Wärmeverlusten und Feuchtigkeitsschäden – die Sanierung der dadurch durchfeuchteten Wände kostet mehrere tausend Euro. In einem anderen Bauvorhaben führte eine falsche Dämmung dazu, dass der geplante KfW-Effizienzstandard 40 EE (Erneuerbare Energien) verfehlt wurde. Die Bauherren verloren dadurch Anspruch auf Fördermittel. Auch ungeschützte Gebäudeelemente, durch die während der Baupause Feuchtigkeit eingedrungen ist und die Dämmung durchnässt hat, sorgten für Schadenkosten im Bereich eines Kleinwagens.
„Diese und andere Beispiele zeigen, dass es nicht immer die großen Konstruktionsfehler sind, die die Nachhaltigkeit und Energieeffizienz eines Gebäudes gefährden“, so Stange. „Eine unabhängige baubegleitende Qualitätskontrolle ist der beste Schutz für Bauherren um die kleinen Nachlässigkeiten auf der Baustelle abzustellen und Bauschäden zu vermeiden.“
Appell an Planer, Handwerker, Bauherren und Politik
Die Studie unterstreicht, dass Qualitätssicherung im Bauprozess ein zentraler Bestandteil des nachhaltigen Bauens ist. Sie appelliert an alle Beteiligten – Planer, Handwerker, Bauherren und Politik - die Bedeutung sorgfältiger Ausführung stärker in den Fokus zu rücken.
Die vollständige Kurzstudie „Die zehn häufigsten Mängel beim Neubau von Ein- und Zweifamilienhäusern mit Einfluss auf Energieeffizienz und Nachhaltigkeit“ steht unter der Homepage www.bsb-ev.de/politik-presse/presseservice/pressemitteilungen zum Download bereit.
BSB