Schon wieder hat ein Wirbelstum in Mosambik Verwüstungen angerichtet. Foto: AP

Mehr als 35 000 Häuser in der nordmosambikischen Provinz Cabo Delgado wurden zum Teil oder ganz durch den Sturm zerstört. Massive Überschwemmungen verursachen eine weitere Katastrophe in Mosambik.

Pemba - Rund 160 000 Personen sind wegen Überflutungen in Folge von Zyklon „Kenneth“ im Norden von Mosambik gefährdet. Eine Person wurde Berichten zufolge am Sonntag getötet. Die Überschwemmungen schnitten die wichtigste Stadt der Region von der Außenwelt ab. Nach UN-Angaben stürzten einige Häuser ein. Für die kommenden Tage wurden weitere heftige Regenfälle erwartet. Das meteorologische Institut von Mosambik meldete, dass innerhalb von 24 Stunden mit bis zu zehn Zentimeter Regen in Teilen der Gegend zu rechnen sei.

Bewohner verzeichneten einen Todesfall in einem Viertel der Stadt Pemba, nachdem eine Frau gestorben war. Eine Mauer sei auf das Opfer gefallen, das von Wasser gegen ein anderes Gebäude geschwemmt worden sei, sagte Gemeindeleiter Estenacio Pilale. Die Behörden hatten zuvor berichtet, dass mindestens fünf Menschen nach dem Eintreffen von „Kenneth“ am Donnerstagabend getötet worden seien.

Zyklon Idai hat mehr als 600 Menschen getötet

„Es ist ein schreckliches Gefühl von Déjà-vu“, sagte Nicholas Finney von der Hilfsorganisation Save the Children. Nur sechs Wochen vor dem Eintreffen von „Kenneth“ hatte Zyklon „Idai“ das Zentrum von Mosambik erreicht und mehr als 600 Menschen getötet. Nach „Idai“ waren Überschwemmungen für den Tod der meisten Opfer verantwortlich.

„Helft uns, wir verlieren alles!“, riefen Bewohner von Pemba vorbeifahrenden Autos zu. Hochwasser floss durch Türeingänge. Frauen und Mädchen mit Eimern und Töpfen versuchten vergeblich, das Wasser zu beseitigen.

Die Regierung berichtete, mehr als 160 000 Menschen seien von „Kenneth“ betroffen. Viele litten an Hunger. Mehr als 35 000 Häuser in der nordmosambikischen Provinz Cabo Delgado wurden zum Teil oder ganz durch den Sturm zerstört. Nach Angaben der Regierung befanden sich mehr als 23 000 Personen in Unterkünften.

Eine der höchsten Armutsraten der Welt

Arbeiter von Hilfsorganisationen konnten nicht in betroffene Gemeinden außerhalb von Pemba gelangen, weil Flüsse über die Ufer traten. Die Fluten stiegen bis zu den Dächern nahe gelegener Häuser. Wann Tausende Personen in dem Gebiet mit Hilfe versorgt werden können, war zunächst unklar.

„Hubschrauber können nicht fliegen, mehrere Flüge wurden abgesagt“, sagte Finney der Nachrichtenagentur AP. „Zusätzliche Fracht kann nicht per Luft eintreffen“, sagte er. Er äußerte sich besorgt, dass die Hauptstraße nach Nampula demnächst blockiert sein würde. Auf einem Küstenabschnitt mit der Länge von 60 Kilometern und nahe gelegenen Inseln gebe es „totale Verwüstung“.

Luftaufnahmen hatten am Samstag gezeigt, dass mehrere Küstengemeinden von dem Zyklon dem Erdboden gleichgemacht worden waren. „Kein einziges Haus steht mehr“, sagte ein Sprecher des Amts für die Koordinierung humanitärer Angelegenheiten der Vereinten Nationen (UNOCHA), Saviano Abreu.

Mosambik hat eine der höchsten Armutsraten der Welt.

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