Immer wieder kommt es in Gewässern zum Fischsterben. Foto: picture alliance/dpa/Patrick Pleul

Etliche Fische sind in den Kirchheimer Gewässern Gießnau und Lindach verendet. Die Stadt sucht nach Ursachen. Fischereiexperte Edward-Errol Jaffke vermutet Verunreinigung.

Die Ursachen für das plötzliche Fischsterben an zwei Kirchheimer Gewässern am 2. Juli sind noch ungeklärt. Die Stadtverwaltung Kirchheim bemüht sich darum, die Ursachen zu finden. Bekannt ist bisher, dass die Fische in den beiden Gewässern vor allem am Dienstag vergangener Woche verendet sind. Betroffen sind die Gießnau ab der Eisenbahnbrücke auf Höhe des Gießnauwegs und die Lindach ab dem Zusammenfluss von Gießnau und Lindach bis zum Zusammenfluss von Lauter und Lindach.

 

Inzwischen hat die Stadt Entwarnung gegeben: „Es besteht keine Gefahr mehr für die Gewässer sowie die Gewässerbiologie“, sagt Giacomo Mastro, Pressesprecher der Stadt. Nach allem, was bis dato bekannt ist, handele es sich um ein einmaliges Ereignis. „Dass so viele Fische plötzlich in unseren Gewässern sterben, kommt eher selten vor“, sagt Edward-Errol Jaffke, der Ehrenvorsitzender des Esslinger Fischereiverbands ist. 36 Jahre lang war er Vorsitzender des Vereins. Und auch jetzt noch kümmert sich der aktive Fischer und Experte um die Fischereigewässer im Landkreis Esslingen. Sein Verband sensibilisiert die Menschen immer wieder dafür, Verunreinigungen der Gewässer zu vermeiden.

Der erfahrene Fischer vermutet, „dass eine Einleitung ins Gewässer die Ursache für das Fischsterben sein könnte.“ Dabei müsse es sich nicht einmal um Schadstoffe wie Chemikalien oder Benzin handeln. „Einen Ölteppich würde man sehen, und dann könnte man entsprechend reagieren.“

Gülle im Wasser gefährdet die Fische

Wenn aber zum Beispiel Gülle in ein Gewässer fließt, verenden die Fische nach seinen Worten ebenfalls. Da sich solche Verunreinigungen in einem Fließgewässer jedoch schnell verflüchtigen, lässt sich nach Jaffkes Worten schwer nachprüfen, wie es genau zu der Verunreinigung kam und wer die Verursacher gewesen sein könnten. Ende März 2024 kam es in Eberhardzell im Landkreis Biberach zu einem großen und spektakulären Gülleunfall, bei dem die Einsatzkräfte 400 Kilogramm tote Fische zählten.

In Kirchheim verendeten nach den bisher bekannten Fakten deutlich weniger Tiere. Zu einem Fischsterben kam es dort noch nicht, sagt Pressesprecher Mastro. „Bekannt ist einzig eine Verunreinigung der Gießnau im August 2018, damals jedoch ohne ein dokumentiertes Fischsterben.“