Wenn das Wetter mitspielt, bleiben zwei Bäder – darunter das Möhringer (Foto) – auch nach dem Ende der großen Ferien geöffnet. Foto: Lichtgut/Oliver Willikonsky

Die Bäderbetriebe zählen zu gut der Hälfte der Saison knapp 140 000 Badegäste mehr als vor einem Jahr. Das Ziel bis Saisonende am 10. September ist aber noch nicht erreicht.

Stuttgart - Die Sommerferien haben noch nicht einmal begonnenen, da ist in Stuttgarts Freibädernschon mehr als Halbzeit für diese Saison. Seit dem 9. Mai, also seit mehr als zehn Wochen, haben das Möhringer Freibad und das Höhenfreibad Killesberg bereits geöffnet, eine Woche später starteten das Inselbad Untertürkheim, Sillenbuch und das Freibad im Vaihinger Rosental in die Saison. Und in knapp acht Wochen ist die Freiluftzeit auch schon wieder vorbei. Zeit für eine Zwischenbilanz. Und bis einschließlich vergangenen Sonntag zählte man in den fünf städtischen Bädern bereits 394 056 Gäste. Das sind knapp 140 000 mehr als im Vergleichszeitraum des Vorjahres.

Was allerdings nicht besonders verwunderlich ist. Denn der Juni 2016 war komplett verregnet, trüb und kühl. In den Freibädern sah man damals lediglich die treue Gemeinde der Dauerschwimmer, die nur dann nicht kommen, wenn das Schwimmen wegen eines Gewitters verboten ist. Dagegen war der Juni 2017 aber ein echter Sommermonat, mit viel Sonne und Hitze. Und das ist natürlich gut fürs Geschäft.

Möhringen und Killesberg könnten länger offen bleiben

Insgesamt hofft man bei den Bäderbetrieben bis zum Ende der Saison auf etwa 650 000 Besucher. Das müsste eigentlich leicht zu schaffen sein, da vor einem Jahr trotz des Fehlstarts im Regen am Ende 674 364 Badegäste die Kassenhäuschen passierten. Sollte der aktuelle Sommer nur halbwegs normal weiterlaufen, müsste diese Zahl eigentlich getoppt werden.

Bei den Bäderbetrieben beobachtet man aber, dass eine bestimmte Klientel offenbar wegbleibt. „Es fällt schon auf, dass Nachmittags nicht mehr so viele Schulkinder wie früher in die Bäder kommen“, sagt dazu Anita Grube, die stellvertretende Geschäftsführerin der Bäderbetriebe. Warum das so ist, darüber kann man nur mutmaßen. Am wahrscheinlichsten erscheint den Bäderbetrieben ein Plus an schulischer Betreuung am Nachmittag – vor allem in Form der Ganztagsschule.

Bisher verlief die Saison ruhig und mit nur wenigen Zwischenfällen. Im Inselbad wurden allerdings zwei Mädchen von einem Mann belästigt und begrapscht. Der 35-Jährige wurde von der Polizei noch im Bad festgenommen. Und im Vaihinger Rosental musste die Polizei bei einer Schlägerei unter Badegästen einschreiten. Jetzt bereitet man sich auf den Ferienstart vor, bei dem am ersten freien Samstag am 29. Juli im Inselbad Untertürkheim die Stuttgarter Stadtmeisterschaften im Badewannenrennen durchs Becken gehen sollen. Im Höhenfreibad Killesberg gibt an gleichen Tag eine Party in Zusammenarbeit mit dem TV Cannstatt.

Die großen Ferien können also kommen. Wie es danach weitergeht, ist nach dem neuen Modell der Öffnungszeiten aber noch offen. Normal schließen die städtischen Freibäder am 10. September. Sollte es allerdings kurz vorher eine Wetterprognose geben, nach der der Sommer in die Verlängerung geht, bleiben die Bäder in Möhringen und auf dem Killesberg länger offen – und zwar so lange das Wetter sonnig und warm bleibt.

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