Zwei Soldaten verloren bei dem Hubschrauber-Absturz in Mali ihr Leben. Foto: dpa

Unmittelbar vor dem tödlichen Absturz hat der Bundeswehrhubschrauber Tiger seine Teile verloren – darunter auch die Hauptrotorblätter. Ob das die Unfallursache war oder schon eine Folge davon, ist noch unklar.

Berlin - Das Verteidigungsministerium geht davon aus, dass sich die Aufklärung des tödlichen Hubschrauberabsturzes beim Bundeswehreinsatz in Mali noch längere Zeit hinziehen wird. „Das kann noch Wochen oder Monate dauern“, erklärte ein Sprecher von Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU). Dem Verteidigungsausschuss hat das Ministerium allerdings brieflich einen Zwischenbericht übermittelt. Laut dem Schreiben von Staatssekretär Markus Grübel, das dieser Zeitung vorliegt, „lösten sich, nachdem das Luftfahrzeug in den starken Sinkflug übergegangen war, vor dem Aufschlag Teile vom Luftfahrzeug, darunter die Hauptrotorblätter.“ Bis zum Absturz des Kampfhubschraubers vom Typ „Tiger“, bei dem zwei Soldaten getötet wurden, sei der Flugverlauf „unauffällig“ gewesen.

Bis auf weiteres bleiben die „Tiger“ der Bundeswehr am Boden

Ob das Abfallen der Rotorblätter den Absturz ausgelöst hat, oder bereits eine Folge davon war, ist nach Aussage des Ministeriums noch nicht klar. Die Ermittlungen gestalten sich offenbar auch deshalb schwierig, weil von den beiden Flugschreibern nur einer ausgewertet werden kann. Ob es bereits ähnliche Unfälle mit diesem Hubschraubertyp gegeben habe, ist noch offen. „Das einzige Vorkommnis, das die Bundeswehr mit einem ,Tiger’ hatte, hatte nichts mit Rotorblättern zu tun“, betonte von der Leyens Sprecher. Wegen dieser Fragen sei jetzt aber Kontakt zum Hersteller Eurocopter und zu anderen Nationen aufgenommen worden, die den Hubschrauber ebenfalls nutzen.

Das tödliche Unglück ereignete sich etwa 82 Kilometer nördlich von Gao. Der Hubschrauber sei in 550 Metern Höhe unterwegs gewesen, „als er plötzlich und für die Besatzung überraschend radikal die Nase senkte und in einen starken Sinkflug überging.“ Nur zehn Sekunden später sei er am Boden aufgeschlagen und habe Feuer gefangen. „Der Aufprall war nicht zu überleben“, heißt es in dem Brief. Die „Tiger“ der Bundeswehr sind seit dem Unglück nicht nur in Mali sondern auch an den Heimatstandorten am Boden geblieben. Nur im Notfall, bei Gefahr für Leib und Leben, könne im Einsatzgebiet ausnahmsweise eine Starterlaubnis erteilt werden. http://www.stuttgarter-nachrichten.de/inhalt.deutschland-zwei-bundeswehrsoldaten-sterben-bei-hubschrauberabsturz-in-mali.4d253e90-44e2-4817-aa21-a3d751dbaac3.html

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