Weil Absperrungen zum Teil von Unbekannten entfernt wurden, sah man zuletzt immer wieder Radfahrer auf dem Neckartalradweg. Foto: Kathrin Klette

Entfernte Absperrungen am Neckartalradweg zwischen Ludwigsburg und Marbach haben bei Radfahrern für Verwirrung gesorgt. Fakt ist: Der Weg ist auf Höhe der Kläranlage unpassierbar.

Gesperrt oder doch offen? Diese Frage hat in den vergangenen Wochen so manchen Nutzer des Neckartalradwegs zwischen Ludwigsburg und Marbach beschäftigt. Denn die Beschilderung weist seit dem 14. Juli ganz klar darauf hin, dass die Durchfahrt auf Höhe der Kläranlage wegen Bauarbeiten vollständig gesperrt ist. Warum aber waren die Sperrungen zum Teil abgebaut und standen neben dem Weg?

 

Dafür hat Marcella Kugler, Sprecherin der Terranets bw GmbH, die für die Bauarbeiten verantwortlich ist, keine Erklärung und stellt klar: „Die Strecke ist tatsächlich seit über zwei Wochen vollständig gesperrt.“ Kein Mitarbeiter von Terranets habe seither irgendwelche Schilder oder Sperrbaken entfernt oder die Sperrung anderweitig aufgehoben. Bleibt also nur die Möglichkeit, dass private Nutzer des Verbindungsweges die Schilder unrechtmäßig entfernt haben, um nicht in der Sackgasse hängenzubleiben.

Davor warnt Marcella Kugler eindringlich: „Es geht dabei um die Sicherheit. Es ist zu gefährlich, dort entlang zu gehen.“ Ab voraussichtlich kommender Woche werde unter anderem eine Grube für die Dükerverlegung erstellt. „Auch hierfür werden schwere Baumaschinen im Einsatz sein, die das Betreten der Baustelle für die Öffentlichkeit ausdrücklich verbieten.“

Die Terranets bw baut seit einiger Zeit an der rund 250 Kilometer langen Süddeutschen Erdgasleitung (SEL). Aktuell ist ein 43 langer Abschnitt an der Reihe, der von Löchgau unter anderem über Bietigheim-Bissingen, Ludwigsburg, Marbach und Remseck bis nach Esslingen führt. Mitte 2026 soll dieser Abschnitt in Betrieb gehen.

Im Bereich zwischen Marbach und Ludwigsburg verlaufen die Bauarbeiten entlang des Neckars und folglich entlang des Neckartalradwegs. „Wir wissen, dass das für viele ein wichtiger Weg ist und versuchen daher, die Einschränkungen so gering wie möglich zu halten“, sagt Marcella Kugler. Man habe sich auch sehr bemüht, die Menschen frühzeitig zu informieren und transparent vorzugehen. Sogar spezielle Scouts waren im Einsatz, um ergänzend zu den Schildern, die auf die Sperrung und die Umleitung hinweisen, die Passanten aufzuklären.

Sperrung dauert voraussichtlich bis Mitte Dezember

Marcella Kugler zeigt Verständnis dafür, dass es für viele bitter ist, dass die Sperrung bereits in den Sommermonaten begonnen hat – eigentlich die Zeit für Radausflüge. Leider habe sich das nicht vermeiden lassen, da für die Bauarbeiten auch eine Sperrung des Schiffverkehrs notwendig ist. Das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Neckar hat den Termin dafür auf den Oktober angesetzt. Bis zu diesem Zeitpunkt müssen die Arbeiten weit genug vorangeschritten sein.

Die konkrete Sperrung befindet sich etwa 100 Meter nördlich der Kläranlage Hoheneck. Die Umleitung für Radfahrer läuft weitgehend parallel zur Ludwigsburger Straße, Fußgänger werden über eine kleinere Umleitung nahe dem ursprünglichen Weg geführt. Die Sperrung dauert voraussichtlich bis Mitte Dezember.