Die Stadtwerke Stuttgart wollen zwischen Botnang, Wolfbusch und Feuerbach eine Windkraftanlage bauen. Foto: dpa

Die Stadtwerke Stuttgart (SWS) werden in den nächsten Wochen mit dem Bau eines 100 Meter hohen Masten im Wald zwischen Botnang, Wolfbusch und Feuerbach beginnen. Dazu hat das Baurechtsamt nun die Genehmigung erteilt.

Stuttgart - Die Stadtwerke Stuttgart (SWS) werden in den nächsten Wochen mit dem Bau eines 100 Meter hohen Masten im Wald zwischen Botnang, Wolfbusch und Feuerbach beginnen. Dazu hat das Baurechtsamt nun die Genehmigung erteilt.

Mit Hilfe des Masten soll mindestens ein Jahr gemessen werden, wie stark und häufig der Wind auf dem dortigen Höhenzug weht. Die Stadtwerke gehen davon aus, dass der Standort, der unter rechtlichen Aspekten als einziger im Stadtgebiet für neue Windkraftanlagen in Betracht kommt, auch unter wirtschaftlichen Aspekten geeignet ist. Falls sich das durch die Messungen bestätigt, sollen auf dem Gelände zwei Windräder mit einer Höhe von 140 Meter errichtet werden. Rechnerisch könnten die beiden Anlagen bis zu 4000 Haushalte mit Strom versorgen.

Am 30. September wollen die Stadtwerke die Bürger von Feuerbach, Weilimdorf und Botnang bei einer gemeinsamen Sitzung der Bezirksbeiräte in Feuerbach über das Windrad-Projekt informieren. In der Woche zuvor bieten die SWS eine Info-Veranstaltung direkt beim Messmast an. Nach bisheriger Auskunft der Geschäftsführung könnten die Windräder erstmals 2015 Strom liefern.

Neukundengeschäft läuft bisher schleppend

Seit Frühjahr 2013 bieten die neu gegründeten SWS und ihr Vertriebspartner Elektrizitätswerke Schönau (EWS) unter der Marke Stuttgart-Energie Ökostrom und Gas an. Weil das Neukundengeschäft bisher schleppend anläuft, wird jetzt eine neue Kampagne ins Leben gerufen: Für jeden Kunden, der zu Stuttgart-Energie wechselt, zahlen die Stadtwerke 25 Euro in die Kasse eines Stuttgarter Vereins ein, den der Kunde frei wählen kann. Die Aktion soll das „Ehrenamt stärken“ und „dazu beitragen, die Energiewende in Stuttgart voranzutreiben“, sagt SWS-Geschäftsführer Martin Rau. Eine zusätzliche Aktion gibt es für Sportvereine: Steigen hier mehr als zehn Mitglieder um, gibt es umsonst einen Satz Trikots für eine Kinder- oder Jugendmannschaft.

Auch auf dem Cannstatter Wasen zeigt der kommunaler Energieversorger Flagge: Michael Wilhelmer stellt sein Festzelt beim nächsten Volksfest als erster Festwirt komplett auf Ökostrom um. „Praktizierter Umweltschutz und wirtschaftlicher Erfolg schließen sich nicht aus“, sagt Wilhelmer. Das wolle er auch auf dem Wasen unter Beweis stellen. Das Volksfest hat einen hohen Energieverbrauch: An 17 Festtagen werden insgesamt 1,7 Millionen Kilowattstunden Strom verbraucht. Das entspricht dem Jahresverbrauch von 500 Haushalten.

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