Nach der Sommerpause will der NSU-Ausschuss Zeugen befragen. (Archivfoto) Foto: dpa

Der zweite U-Ausschuss im Landtag zum NSU will zwei Ex-Spione zum Fall Kiesewetter befragen. Geklärt werden soll, ob Mitarbeiter eines ausländischen Geheimdienstes am Tattag in Heilbronn gewesen sind.

Stuttgart - Der zweite NSU-Untersuchungsausschuss im Landtag will klären, ob sich am Tag der Ermordung der Polizistin Michèle Kiesewetter ausländische Geheimdienstmitarbeiter in Heilbronn aufgehalten haben. In der konstituierenden Sitzung am Donnerstag in Stuttgart beschloss das Gremium dem Vernehmen nach, einen ehemaligen Mitarbeiter eines US-Geheimdienstes und einen früheren Mitarbeiter des Bundesnachrichtendienstes als Zeugen zu laden.

Zeugenbefragung nach der Sommerpause

Es hatte wiederholt Gerüchte gegeben, dass Mitarbeiter eines ausländischen Geheimdienstes am Tattag, dem 25. April 2007, auf der Theresienwiese in Heilbronn waren. Bislang konnte das aber nicht erhärtet werden. Der Mord an Kiesewetter wird den Rechtsterroristen vom „Nationalsozialistischen Untergrund“ (NSU) zugeschrieben.

Der neue Ausschuss will nach der parlamentarischen Sommerpause mit der Befragung von Zeugen beginnen. Eine zentrale, übergreifende Frage ist, welche Verbindungen es zwischen NSU-Mitgliedern nach Baden-Württemberg gab und ob die Rechtsterroristen Unterstützer und Helfer im Südwesten hatten. Der zwölfköpfige Ausschuss unter Leitung des SPD-Politikers Wolfgang Drexlers soll bis Oktober 2018 arbeiten.

Dem NSU werden zwischen 2000 und 2007 zehn Morde zur Last gelegt - an neun türkisch- und griechischstämmigen Männern und an der Polizistin Kiesewetter in Heilbronn. Ein erster Ausschuss in Baden-Württemberg hatte sich bereits mit dem Thema beschäftigt. Wegen Zeitdrucks konnte er aber viele Fragen nicht abschließend behandeln.

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