Bürgermeisterin Anna Walther sprach auf dem Neujahrsempfang klare Worte Foto: /Stefanie Schlecht

Die Gemeinde Schönaich hat unter Bürgermeisterin Anna Walther Großes vor: Eine lang ersehnte Ortsmitte soll ebenso entstehen wie 154 neue Wohnungen.

Beim zweiten Neujahrsempfang von Schönaich setzte das Sinfonische Blasorchester des Musikvereins den Grundton. Das Stück „Olympic Spirit“ passte gut zum engagierten Auftritt von Bürgermeisterin Anna Walther. Diese stellte den zweiten Neujahrsempfang ihrer Amtszeit unter das Motto „Tradition, Gemeinschaft und Zuversicht.“ Mit Tradition spielte Walther auf das 750-Jahr-Jubiläum an, das die Gemeinde in diesem Jahr feiert. Und es können sogar weitere runde Geburtstage mitgefeiert werden: Sowohl der Musikverein als auch der Turn- und Sportverein freuen sich über ihr 120-jähriges Bestehen, die Musikschule existiert seit 40 Jahren.

 

Wachstum im Inneren Viel Grund zum Feiern also für den Ort mit knapp 11000 Einwohnern, der sich in diesem Jahr an markanten Stellen neu erfinden will. Zunächst steht am Dienstag im Gemeinderat die Entscheidung über die geplante Bebauung des Schönaicher Stachus an: 70 Wohnungen sollen in einem mehrgeschossigen Eckbau am Kreisverkehr entstehen, wo bisher nur eine Brachfläche existiert. In der Jägerstraße sind 20 neue Wohnungen geplant. Außerdem bebaut die Böblinger Baugesellschaft (BBG) das ehemalige Tränklein-Areal mit 64 Wohneinheiten – und nennt nach jahrelangem Ringen auch die Honeywell-Grundstücke ihr Eigen.

Neue Ortsmitte auf Honeywell-Areal „Das wollen wir in ein lebendiges Quartier mit der lang ersehnten Ortsmitte verwandeln“, sagt Anna Walther, die hierfür ein Ortsentwicklungskonzept auf den Weg gebracht hat. Hinweis: Am Samstag, 1. Februar, um 13 Uhr findet dazu eine Vor-Ort-Begehung mit interessierten Bürgern statt. Geht es nach Walther, wird die neue Ortsmitte zum „Vorzeigeprojekt der Schönbuchlichtung“. Nicht nur Wohnraum soll in Schönaich entstehen, sondern auch Gewerbe- und Handelsflächen im Zentrum und am Rand mit Bedacht weiterentwickelt werden.

Voll besetzte Gemeindehalle Foto: Stefanie Schlecht

Appell für demokratische Werte Bei soviel neuem Wohnraum brauche es Betreuungsplätze, die in Schönaich – im Gegensatz zu manch anderen Kommunen – ausreichend vorhanden sind, was im Publikum wohlwollen beklatscht wurde. Für die fleißige Arbeit im Gemeinderat, der in 2024 insgesamt 169 Beschlüsse gefasst hat, bedankte sich Walther ebenfalls vollmundig: „Die überwiegende Mehrheit zeigt sich mutig, entschlossen und gut gelaunt.“ Jedoch äußere „eine kleine, schlecht gelaunte Minderheit stets den Vorwurf, ungerecht behandelt zu werden“, sagte Anna Walther in Richtung der neu in den Gemeinderat eingezogenen AfD. Sie sendete einen klaren Appell gegen Hass und Ausgrenzung: „Wer Zweifel und Misstrauen sät, ist nicht in der Lage, für Sicherheit, Stabilität und Wohlstand zu sorgen.“ Denn die kommenden Jahre würden keine einfachen, sagte Walther: „Bei Energie, Migration und Wirtschaft stehen Herausforderungen bevor.“

Lebendige Vereine Wie wichtig Begegnung und Freundschaft seien, zeigten die lebendigen Partnerschaften mit den US-Militärs in der Panzerkaserne, der italienischen Partnergemeinde Mirabella Imbaccari, dem französischen Le Chesnay-Rocquencourt sowie dem schweizerischen Pfäffikon, mit dem Schönaich auf schicksalhafte Weise verbunden ist. Verbundenheit mit den örtlichen Vereinen zeigte die Bürgermeisterin über ein Noten-Geschenk an den Musikverein und einen aufwendig gestalteten Gutschein für einen neuen Grill für den TSV, „in dem die Glut nie ausgehen möge“, sagte Walther. Die jungen Vereinsmitglieder zeigten zum Abschluss des Empfangs noch einmal ihr Können: beim Turnen im Dschungel, einem Feentanz und schlagkräftig beim Taek-Won-Do.