Die SG BBM Bietigheim und der HBW Balingen-Weilstetten wollen aufsteigen, der HC Oppenweiler/Backnang drin bleiben. Wir präsentieren das Handball-Trio vor dem Zweitligastart.
Die Spielklasse ist ausgeglichen wie eh und je: Auf die Handball-Zweitligisten wartet wieder eine hochspannende Saison. Wir nehmen das Württemberg-Trio unter die Lupe.
SG BBM Bietigheim Der Start im DHB-Pokal war schon mal erfolgreich: Gegen Mitabsteiger 1. VfL Potsdam setzte sich das Team von Trainer Iker Romero mit 25:24 durch. Kein Wunder, dass der Geschäftsführer Bastian Spahlinger vor dem Zweitligaauftakt am Samstag (19.30 Uhr) in Dresden beim HC Elbflorenz nicht lange drumherum redet: „Wir sind einer der Aufstiegsfavoriten, diese Rolle nehmen wir an.“ Eigentlich ist sein Team nicht nur einer der Favoriten, sondern der Topfavorit. Schließlich hat sich die SG BBM mit ihren 17 Punkten in der vergangenen Bundesligasaison viel Respekt erarbeitet, daran ändert der unglückliche Abstieg wenig.
Und an so vielen Stellschrauben muss für die neue Runde gar nicht gedreht werden. 14 Spieler sind geblieben. Den sechs Abgängen stehen fünf Neue gegenüber. Königstransfer ist der ehemalige deutsche Nationalspieler Djibril M’Bengue (19 A-Länderspiele). Der gebürtige Schorndorfer kehrte nach Stationen beim TVB Stuttgart (2013 bis 2018), FC Porto (2018 bis 2022) und dem Bergischen HC (2022 bis 2025) wieder in heimatliche Gefilde zurück. An seinen Ambitionen lässt der Linkshänder keine Zweifel: „Ich bin hierhergekommen, um wieder das gleiche wie letzte Saison zu machen: Zweitligameister werden“, sagt der Rückraumspieler selbstbewusst. Er sieht große Parallelen zu seinem letzten Club: „Auch beim BHC waren wir wütend wegen des Abstiegs und sind sofort wieder aufgestiegen.“
Neu ist neben Rechtsaußen Nico Bacani (TVB Stuttgart) und Spielmacher Max Prantner (Handball Meran Alperia/Italien) auch das Torwart-Gespann: Für Daniel Rebmann (zum TVB Stuttgart) und Fredrik Genz (TuS N-Lübbecke) kamen zwei Nationaltorhüter: Der Tscheche Jan Hrdlicka (MKS Kallisz/Polen) und der Mazedonier Martin Tomovksi (1. VfL Potsdam).
Haaß ein Kandidat
Bleibt die Frage, wie sich in seiner letzten Saison in Bietigheim die Doppelbelastung bei Coach Romero auswirkt. In seiner Funktion als österreichischer Nationaltrainer fehlt er seinem Club, wenn Lehrgänge anstehen oder während der EM 2026 (13. Januar bis 1. Februar). Wer ihn dann 2026/27 ablöst, ist offen. Ein Kandidat ist nach Informationen unserer Redaktion Ex-Frisch-Auf-Kapitän Michael Haaß (zuletzt Coach beim TuS N-Lübbecke), der seinen Lebensmittelpunkt inzwischen in Esslingen hat.
HBW Balingen-Weilstetten Für Sport-Geschäftsführer Axel Kromer ist die SG BBM der heißeste Tipp auf den Titel. Dass sein Team aber auch um den Aufstieg mitspielen will, versteht sich vor dem Start an diesem Freitag (20 Uhr) beim 1. VfL Potsdam fast von selbst. Im letztjährigen DHB-Pokal-Wettbewerb sorgte die Mannschaft von Trainer Matthias Flohr für Furore und landete beim öffentlichkeitswirksamen Final Four in Köln auf Platz drei. „Das hat uns als Marke sehr, sehr gut getan“, sagt der ehemalige Sportvorstand des Deutschen Handballbundes (DHB). Da passte der Einzelerfolg von Bennet Strobel prima ins Bild. Der Kreisläufer, Sohn von Ex-Geschäftsführer Wolfgang Strobel, gewann in Kairo mit der deutschen U-19-Nationalmannschaft den WM-Titel.
Der 19-Jährige soll sich Schritt für Schritt weiterentwickeln. Drei zweitligaerfahrene Rückraum-Neuzugänge werden ihm dabei helfen: Georg Pöhle (HSG Nordhorn-Lingen), Max Raguse (Eulen Ludwigshafen) und Merlin Fuß (HSC 2000 Coburg).
HC Oppenweiler/Backnang Für den Drittligameister und Aufsteiger zählt nur eines: Drin bleiben. Dass für die Mission Klassenverbleib der Spielmacher Elias Newel (nur noch für Frisch Auf Göppingen am Ball) nicht mehr zur Verfügung steht, tut dem Team von Trainer Stephan „Apollo“ Just (46) besonders weh. Dennoch denkt der Neuling nicht daran, die weiße Flagge zu hissen.
„Du hast in jedem Spiel eine Chance, dafür musst du aber dein Optimum erreichen“, sagt Dominik Weiß (36). Der 2,10 Meter große Rückraumriese (zwei A-Länderspiele) kehrte nach den Stationen BSV Bern (2023 bis 2025) und VfL Lübeck-Schwartau (2022/23) nach Württemberg zurück, fällt aber bis auf weiteres wegen einer Virusinfektion aus. Von 2009 bis 2022 setzte der Rechtshänder und Abwehrspezialist für den TVB Stuttgart zum Sprungwurf an. Was der Routinier für besonders wichtig hält: „Wenn mal Rückschläge kommen, wird es wichtig sein, die Ruhe zu bewahren und nicht alles über den Haufen zu werfen.“ Ob der Neuling dies beherzigt, kann er nach dem 25:30 im DHB-Pokal daheim gegen Ligarivale HC Elbflorenz schon beim Ligastart beim TV Hüttenberg (Freitag, 19.30 Uhr) zeigen.