Startbereit: Ulrich Strasser (li.) und Wolfgang Schweizer in Stuttgart-Mühlhausen Foto: Decksmann

Am Muttertagsmorgen haben sich zwei Hobbywengerter aus Stuttgart-Mühlhausen einen Männertraum erfüllt: Mit zwei Ape-Kleinsttransportern sind sie losgetuckert Richtung Alpen. Wir haben sie getroffen und auf den ersten Kilometern begleitet.

Stuttgart - Eigentlich ist eine Ape ein dreirädriges Arbeitsgerät und dafür gebaut, um Gerätschaften auf Kurzstrecken zu transportieren. Aber zwei Pensionäre aus Stuttgart-Mühlhausen, im Nebenberuf Hobbywengerter, sind der Meinung, dass so ein Kleinsttransporter made in Italy auch für lange Strecken taugt.

In drei Tagen in Südtirol

Am Muttertagsmorgen um acht sind Wolfgang Schweizer (62) und Ulrich Strasser (67) mit ihren beiden Ape-Rollern losgetuckert – Start war in der Wilnaerstraße in Stuttgart-Mühlhausen. Wenn alles glatt läuft, wollen sie in drei Tagen in Kaltern in Südtirol sein.

Drängt sich die Frage auf, wie zwei passionierte Weingärtner und Weintrinker auf die Schnapsidee kamen, mit zwei gerade mal drei PS-starken Zweitaktern auf eine 480 Kilometer lange Strecke zu gehen, die alles andere als eben ist. Keine Schnapsidee, sei das, korrigiert Schweizer. Aus einer Weinlaune heraus sei die Idee geboren worden. „Wir wollen der Ape zeigen, wo sie herkommt“, sagt er.

Etliche Flaschen Trollinger im Gepäck

Autobahnen und mehrspurige Schnellstraßen müssen die beiden Piloten meiden. Die Fahrzeuge packen gerade mal 40 Sachen. „Aber wenn wir einen Schnitt von 25 schaffen, sind wir froh“, sagt Schweizer. Denn die motorisierten Dreiräder müssen nicht nur die Männer ans Ziel bringen, sondern auch reichlich Gepäck, darunter etliche Flaschen Trollinger für Winzergenossen in Tirol.

Zweitaktduft liegt in der Luft

So eine Ape (auf Deutsch: Biene) kann man nicht nur hören, man kann sie auch riechen. Kaum haben die beiden Männer am Sonntagfrüh die Maschinchen angeworfen, liegt scharfer Zweitaktduft in der Luft. Wer sich beim Blick ins Cockpitchen über die spartanische Ausstattung wundert, wird von Ulrich Strasser eines Besseren belehrt: „Dies hier ist sogar die Topversion – behauptet der Hersteller.“

Dann geht es, begleitet vom Winken von Freunden und Bekannten, los Richtung Keefertal, Münster, Wilhelma, Innenstadt – und schon droht die erste Bergetappe: Die Route führt rauf auf die Filder. Am ersten Tag ist, Trollinger hin oder her, das Hopfenanbaugebiet Tettnang im Bodenseekreis das Ziel.

Nur ein Detail wurde geändert

Die Fahrzeuge, darauf legen die beiden Chauffeure wert, befinden sich im Originalzustand. Getrickst wurde nicht, nur ein Detail wegen der Mammuttour geändert: Am Heck der beiden Ape-Mobile ist jetzt nicht mehr „Wengerter at Work“ und „Wengerter beim Schaffa“ zu lesen. Jetzt heißt es: „Wengerter on Tour“.

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