Der Handball-Oberligist holt sich in der dramatischen Schlussphase bei der SG Heidelsheim/Helmsheim mit zwei späten Treffern ein 31:31 und setzt die Auswärtsserie fort.
Die Handballer des SV Leonberg/Eltingen sind eine Mannschaft, die sich in der Fremde ziemlich wohl fühlt und auswärts zum vierten Mal in Folge ungeschlagen geblieben ist: Der Oberligist holte bei der SG Heidelsheim/Helmsheim in beinahe letzter Sekunde ein 31:31 (14:13) und hält sich beharrlich im Mittelfeld der Tabelle.
Als Trainer stand erstmals Markus Stotz an der Auslinie, der 59-Jährige hat beim SV einen Vertrag bis Saisonende unterschrieben und löste damit Interimscoach Rafet Oral ab. „Ich habe einige positive Akzente erkannt“, sagte Stotz, „es war eine spannende Partie zu meinem Start.“
Ausgleich neun Sekunden vor Schluss
Die Beschreibung „spannend“ war da fast schon ein wenig untertrieben. 69 Sekunden vor der Schlusssirene lagen die Leonberger in der Sporthalle in Bruchsal noch mit 29:31 zurück. Mit einem Schlussspurt, der an die Tage von 100-m-Weltrekordhalter Usain Bolt erinnerte, holte der SV noch einen Punkt in Baden. Luis Hönninger traf 35 Sekunden vor dem Ende zum 30:31, neun Sekunden vor Schluss brachte Paul Schreiner den Ball noch im Tor der SG unter. „Wir haben in der entscheidenden Phase alles reingeworfen“, sagte Markus Stotz, „wir haben die offensive Deckung der Gastgeber gut ausgespielt.“
Die Partie hatte mit einer Dominanz der Abwehrreihen begonnen – besonders das Team von Stotz arbeitete aufopferungsvoll und effektiv. Nach zehn Minuten hatte der SV erst zwei Gegentreffer zugelassen und führte mit 4:2 (10.), was auch den neuen Trainer vollkommen überzeugte: „Die Mannschaft hat defensiv das umgesetzt, was verlangt war – das war top.“
Danach fanden die Gastgeber allerdings doch immer wieder ein Lücke im Deckungsverbund des SV, die Begegnung wogte hin und her. Nach 20 Minuten führte die SG mit drei Toren (9:6), doch der SV Leonberg/Eltingen drehte bis zur Halbzeit das Spiel wieder und ging mit einer 14:13-Führung in die Kabinen. „Ein Manko war“, analysierte Markus Stotz, „dass wir im Angriff viele gute Möglichkeiten liegen lassen und uns nicht immer belohnt haben.“
Nach dem Seitenwechsel konnte sich keine Mannschaft klar absetzen. Ein Pluspunkt bei den Gästen war die variable Spielweise im Angriff, beinahe alle Feldspieler trugen sich in die Torschützenliste ein. Vier Minuten vor dem Ende allerdings besaß die SG Heidelsheim/Helmsheim ein Vier-Tore-Polster, doch auch die Moral beim SV stimmte – und so erkämpfte sich das Team das verdiente Remis. „Die Mannschaft funktioniert“, freute sich Markus Stotz.
Selbstverständlich hätte der neue Coach seinen Einstand gerne mit einem Sieg verbunden, letztlich konnte der Handball-Enthusiast, der in Lichtenstein-Unterhausen lebt, mit dem Punkt anfreunden. „Das Team hat gezeigt, dass in ihm Qualität steckt“, sagte der 59-Jährige. Vielleicht klappt es unter seiner Regie am Freitag (20.30 Uhr) mit dem zweiten Heimsieg seit dem 20. September gegen den HTV Meißenheim. Es wäre ein höchst gelungener Jahresabschluss. SV Leonberg/Eltingen: Denk, Schneider; Oral (5), Laib (4), Salathe (4), Wiederhöft (4/1), Bolkart (3), Hönig (3), Klatte (3), Schreiner (3), Hönninger (2), Kost.