Das traditionelle Sommerzeltlager des CVJM-Hochdorf auf der Schwäbischen Alb bei Hayingen ist abgebrochen worden. Zwei Versorgungszelte des CVJM sind dort abgebrannt. Die 110 Kinder mussten vorzeitig abgeholt werden.
Das traditionelle Zeltlager des CVJM Hochdorf in Hayingen (Kreis Reutlingen) auf der Schwäbischen Alb musste abgebrochen werden, weil das Koch- und das Aufenthaltszelt am Dienstagmittag in Flammen aufgegangen waren. Menschen wurden den Angaben der Betroffenen zufolge bei dem Brand nicht verletzt. Den Schaden schätzen sie auf rund 60 000 Euro.
Die Kinder waren beim Baden
„Wir konnten die Kinder nicht mehr versorgen, weil unsere Infrastruktur weggebrochen ist“, sagte der CVJM-Vorsitzende Marius Fessler. Er äußerte sich erleichtert, dass niemand der 110 Kinder im Alter von sieben bis 13 Jahren, die von 38 Betreuenden versorgt wurden, zu Schaden gekommen ist. Fast alle Teilnehmenden des Sommerzeltlagers hatten den Tag an einem in der Nähe gelegenen Fluss beim Baden und Spielen verbracht. Als das Feuer ausbrach, befanden sich lediglich zwei Betreuende und ein Kind auf dem Zeltplatz. Nach bisherigen Erkenntnissen der Polizei soll sich eine Stoffhalterung für Küchenutensilien von der Wand des Küchenzelts gelöst haben und auf einen zum Erwärmen eines Topfes eingeschalteten Gasbrenner gefallen sein.
Innerhalb kurzer Zeit sei das Kochzelt in Flammen gestanden, wie Augenzeugen berichteten. Es sei nicht gelungen, das Feuer selbst mit einem Feuerlöscher einzudämmen. Daraufhin alarmierten die Anwesenden die Feuerwehr. Auch das angrenzende Gemeinschaftszelt brannte nieder.
Nach der Alarmierung gegen 12.15 Uhr rückten Feuerwehr, Rettungsdienst und Polizei zu dem Zeltplatz nahe der Landesstraße 249 zwischen Hayingen und Oberwilzingen aus. „Die von einem Betreuer mittels Feuerlöscher begonnenen Löscharbeiten wurden von der Feuerwehr, die mit sechs Fahrzeugen anrückte, fortgesetzt“, heißt es im Polizeibericht. Zudem kühlten die Feuerwehrleute die in der Nähe stehenden Gasflaschen. Weitere Zelte waren von dem Feuer nicht betroffen.
Große Hilfsbereitschaft
Nachdem der Abbruch des Zeltlagers, das regulär erst an diesem Freitag enden sollte, am Dienstag feststand, informierten die Betreuenden die Eltern, die ihre Kinder im Laufe des Abends abholten. Zuvor waren zusätzliche CVJM-Mitglieder nach Hayingen zur Unterstützung des Teams gefahren. Um die Kinder noch mit einem Abendessen zu versorgen, besorgten die Betreuenden Grillgut, das auf dem Platz zubereitet werden konnte.
Marius Fessler lobte in diesem Zusammenhang die große Hilfsbereitschaft der Hayinger Partner, von der örtlichen Metzgerei, bei der der CVJM seit Jahren seine Vorräte in den Kühlräumen lagern kann, bis zum Getränkehändler, der sich spontan für den Lebensmitteltransport anbot und die Feuerwehrleute mit Getränken versorgte. Die Kinder seien in kleinen Gruppen zum Zeltplatz gebracht worden, wo sie ihre Schlafzelte räumen und ihr Gepäck holen konnten. Es habe auch Gelegenheit für die Kinder gegeben, zu dem Brand Fragen zu stellen. Das Wohl der Kinder sei oberste Priorität gewesen, erklärte Fessler und ergänzt: „Wir haben 110 lachende Kinder verabschiedet.“ Nach dem Abendessen haben sich laut Fessler alle zum Abschlusskreis versammelt. Es sei noch gemeinsam gesungen und das traditionelle Gruppenfoto aufgenommen worden – alles Rituale, mit denen das Zeltlager üblicherweise ausklinge.
Die Herausforderungen nach dem Brandunfall seien für das Team der Leitenden außergewöhnlich und fordernd gewesen. Inzwischen seien aber alle gefasst, und es gehe allen Beteiligten gut. „Die Betreuer haben einen Superjob gemacht. Der CVJM hat unser volles Vertrauen“, kommentierte der Kirchengemeinderatsvorsitzende Markus Eßlinger das Geschehen. Zur Unterstützung sei auch ein Notfallseelsorger vor Ort gewesen.