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Mindestens 4000 Stellen fordert das laufende Sparprogramm von T-Systems, wegen weiterer Umstrukturierungen werden Tausende Mitarbeiter versetzt. Dass Gesamtbetriebsrat und Gewerkschaft die Verhandlungsergebnisse über den grünen Klee loben, hat auch mit der speziellen Mentalität in der IT-Branche zu tun, kommentiert Daniel Gräfe.

Stuttgart - Mindestens 4000 Stellen fordert das laufende Sparprogramm von T-Systems, wegen weiterer Umstrukturierungen werden Tausende Mitarbeiter versetzt. Und da loben Gesamtbetriebsrat und Gewerkschaft die Verhandlungsergebnisse über den grünen Klee? Der Durchschnittsarbeitnehmer hört das mit Befremden.

 

Doch die T-Systems-Mitarbeiter hatten mit einer noch härteren Gangart, gar mit Kündigungen gerechnet, als US-Sanierer Adel al-Saleh im vergangenen Jahr das Steuer übernahm. Schon lange litt das Unternehmen an strukturellen Problemen: die willkürliche Trennung zwischen Großkunden und Mittelständlern, Ministandorte, geringe Flexibilität. Da haben auch aus Mitarbeitersicht Neuzuordnungen und kleinere, schlagkräftige Einheiten für Zukunftsfelder wie IT-Sicherheit grundsätzlich Sinn. Nun aber muss al-Saleh auch liefern und dafür mehr Kunden gewinnen – auch wenn Trends günstig sind, kommt das Wachstum nicht von selbst.

Die IT-Branche tickt anders

T-Systems aber ist auch ein Beispiel dafür, wie die IT-Branche tickt: Veränderungen und wechselnde Projekte ist man hier gewohnt; wer hier arbeitet, ist in der Regel nicht wegen eines Bürojobs gekommen. Die Wechselwilligen wiederum haben es meist nicht schwer: Oft winkt eine hohe Abfindung. Und wegen ihrer Fachkenntnisse werden sie anderswo mit Kusshand genommen. Auch deshalb geht der Umbau bei T-Systems verhältnismäßig leise über die Bühne, schenkt man den Chef-Arbeitnehmervertretern Glauben.

Dass die Unsicherheit jedoch für etliche Mitarbeiter groß ist, liegt auf der Hand. Völlig unklar ist, welche Standorte künftig geschlossen werden. In welche Bereiche müssen sich auch diejenigen einarbeiten, die nicht um ihren Standort fürchten? Und was, wenn die neue Strategie nicht trägt und das Unternehmen noch immer keine schwarzen Zahlen schreibt? Folgt dann der nächste Jobabbau?

Die neue Strategie bei T-Systems mag stimmen. Eine Jobgarantie ist sie sicherlich nicht.